„Ich habe in meinem Leben noch nie eine Bundesregierung gesehen, die so leichtfertig mit der Sicherheit des eigenen Territoriums umgeht und der Sicherheit der eigenen Bürger umgegangen ist.“

ParsToday: Herr Wimmer, ich darf Sie ganz herzlich begrüßen zu diesem Interview!

Wimmer: Guten Tag, Herr Shahrokny, guten Tag nach Teheran!

 

ParsToay: Herr Wimmer, die Sicherheit in Europa, darunter in Deutschland, ist ein Thema, über das man häufig  diskutiert, allerdings in letzter Zeit im zunehmenden Maße. Das ist auch ein Thema, worüber  auch Sie besorgt sind. Warum?

Wimmer: Herr Shahrokny, das ist ziemlich leicht zu erklären. Wir führen rings um uns herum einen  Krieg nach dem anderen – zwischen Afghanistan und Mali-

Wenn wir vor allen Dingen sehen, wer die Triebfeder für diese Krisen und Kriege sind, dann kommt man auf dieselben Verdächtigungen, auf Frankreich, auf Großbritannien und die Vereinigten Staaten. Oft genug müssen wir eigentlich mitmachen. Wenn man nur Kriege führt und dabei den Verstand ausschaltet, dann muss man sich natürlich nicht wundern, wenn diese Kriege zurückschwappen. Wir sehen das ja im Zusammenhang mit den Anschlägen auch in Frankreich. Es wird eine syrische Stadt  nach der anderen zerbombt,  mit französischen Kampfflugzeugen. Wenn in Frankreich selber ein Anschlag passiert, wird dann erklärt: „ Wir haben Krieg auf eigenem Territorium.“  Den Krieg hat man ja vorher wo anders losgetreten. Dann sind die Zusammenhänge, die man dann nicht hat, wenn man keinen Krieg mit seinen Nachbarn führt. Das ist das eine. Das zweite ist, wir haben durch die Immigrationsentwicklung des letzten Jahres gesehen, dass sich immer noch Hunderttausende von Menschen  auf dem deutschen Staatsgebiet aufhalten, veranlasst durch die Bundesregierung, die die Grenzen ohne jede Not geöffnet hat und wir wissen nicht, um wen es sich dabei handelt. Die für die Sicherheitsbehörden zuständigen Präsidenten des Verfassungsschutzes und andere Einrichtungen sagen, „wir haben tausende von potentiellen Terroristen auf eigenem Staatsgebiet und wir wissen nicht, dass sie hier sind.“ Ich habe in meinem Leben noch nie eine Bundesregierung gesehen, die so leichtfertig mit der Sicherheit des eigenen Territoriums umgeht und der Sicherheit der eigenen Bürger umgegangen ist. Wenn man das alles zusammenaddiert, kommen wir zu einer nüchternen Betrachtung der heutigen Lage. So schrecklich ist es noch nie gewesen.

 

ParsToday: Sind aber die Reaktionen darauf in Deutschland nicht oft hysterisch?

Wimmer:  Ob das hysterisch ist, da masse ich mir kein Urteil zu. Aber wir leben in einem hoch effektiven und hoch effizienten Land, wie der Bundesrepublik Deutschland, davon, dass wir Vertrauen haben in die Mitbürger, in den funktionierenden Staat darin, dass die Bundesregierung auch den Schutz des Staatsgebietes und der deutschen Bevölkerung wahrnimmt.  Wenn das alles notleiden wird, dann reagieren die Menschen ungewohnt. Es ist auch nicht der Normalzustand. Die Sorge, die man heute haben muss, ist die, dass bei all den Kriegen, die wir führen, man uns vormachen will – durch wen auch immer -, dass alle Anschläge, die in unseren Staaten passieren, so etwas wie der Normalfall für die Globalisierung sind. Dagegen müssen wir uns wehren, weil der Normalfall eigentlich der Friede ist.

 

ParsToday: Herr Wimmer, Deutschland ist aber weitgehen verschont geblieben, in der Größenordnung, wie man sie in Nizza, in Paris oder in Brüssel gesehen hat. Sehen Sie das nicht so?

Wimmer: Das mag damit zutun haben, dass in diesen beiden Staaten, Frankreich und Belgien, wir natürlich mit den Relikten  einer oftmals unseligen Kolonialvergangenheit  zutun haben. Hier müssen offensichtlich soziologisch Preise bezahlt werden, für ein Versagen und Fehlverhalten, das hundert Jahre und länger zurückliegt. Das muss in der Betrachtung jedes einzelnen europäischen Landes nüchtern  sehen. Wir haben die heutige, aktuelle Situation, die uns Probleme genug breitet. Und dann werden in den einigen Nachbarstaaten die Probleme der Vergangenheit auch noch kommen. Das ist  zu betrachten.

 

ParsToday: Herr Wimmer, Sie sprachen vorhin Kriege an, die Großbritannien, Frankreich und insbesondere die Vereinigten Staaten überall losgetreten haben, wo Sie auch mitmachten müssten. Warum mussten Sie mitmachen?

 

Anmerkung: Interview in voller Länge im Audio!

Interview wurde geführt von: Seyed-Hedayatollah Shahronky  

 

 

Aug 17, 2016 15:38 Europe/Berlin
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