• Merkel: Großbritannien soll die Grundfreiheiten des EU-Binnenmarktes einhalten

Köln (Pars Today/Reuters) - Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Großbritannien mit Abstrichen beim Zugang zum EU-Binnenmarkt gedroht, sollte das Land nach einem EU-Austritt nicht die vier EU-Freiheiten einhalten wollen.

"Man kann diese Verhandlungen nicht in Form der Rosinenpickerei durchführen", sagte Merkel am Montag in Köln bei der Jahrestagung des Deutschen Beamtenbundes. "Das hätte fatale Folgen für die anderen 27 EU-Staaten. Solche Folgen dürfen wir nicht zulassen."

Die britische Premierministerin Theresa May sagte in London, dass ein harter Brexit - also ein völliger Bruch mit der EU und dem EU-Binnenmarkt - nicht unvermeidlich sei.

Großbritannien sei sicher ein wichtiger Partner, mit dem man auch nach einem EU-Austritt gute Beziehungen pflegen wolle, sagte Merkel. Es sei aber wichtig, "dass wir auf der anderen Seite klar sind, dass zum Beispiel ein Zugang zum gemeinsamen Markt nur unter der Bedingung der Einhaltung der Grundfreiheiten möglich ist. Ansonsten muss man über Abstriche verhandeln", sagte Merkel. Die vier Grundfreiheiten des Binnenmarktes beziehen sich auf Kapital, Arbeitnehmer, Güter und Dienstleistungen.

May betonte, dass kein völliger Bruch nötig sei. Sie ließ aber offen, welchen Status sie für Großbritannien nach dem Austritt aus der EU anstrebt. Sie will ihre Strategie erst bekanntgeben, wenn sie den Austrittsantrag bei der EU stellt. Dies soll bis Ende März geschehen. 

Merkel appellierte an die anderen EU-Partner, in diesen Zeiten besonders auf die Geschlossenheit der 27 EU-Staaten ohne Großbritannien zu achten und das beschlossene gemeinsame Regelwerk auch umzusetzen. 

Jan 10, 2017 10:52 Europe/Berlin
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