Mar 18, 2019 16:51 Europe/Berlin

Die türkische Regierung hat im Laufe des Syrienkriegs eine Reihe von Kehrtwenden vollzogen: Sie hat die Dschihadistengruppe al-Nusra, die sich später in "Haiat Tahrir al-Scham" (HTS) umbenannte, im Krieg gegen Assad unterstützt, um sie nun als Terrororganisation zu bekämpfen.

In den letzten Tagen hat sich die Lage in Syrien eher verschlechtert: Die Türkei setzt das Sochi-Abkommen mit Russland über die Einrichtung und Bewachung entmilitarisierter Zonen nur sehr zögerlich und vereinzelt oder gar nicht um, verstärkt jedoch ihre 12 Militärposten um Idlib. Syrien setzt seine Bemühungen, die Provinzgebiete Nord-Hama und Idlib freizukämpfen, fort, hat jedoch noch keine dauerhaften Geländegewinne erzielt. Unterdessen plant Washington offenbar, seine Truppenzahl in Syrien bei 1.000 Mann zu belassen. Diese unerfreuliche Entwicklung, auch der wachsenden Uneinigkeit in der Astana-Gruppe Russland, Türkei, Iran wird nur einigermaßen ausbalanciert durch die Tatsache, dass die Türkei zwar 100.000 Mann Truppen an der ostsyrischen Grenze aufgefahren hat - jedoch die angekündigte Invasion noch nicht begonnen hat. Russische Medien melden allerdings, dass IS/Daesh wieder Chemiewaffenangriffe in der Umgebung von Idlib auf syrisch beherrschtem Territorium planen. Die territoriale Einheit Syriens ist offenbar für Nato-Staaten nur ein Lippenbekenntnis. Über Lage, Hintergründe und Aussichten sprach Seyed Hedayatollah Schahrokny mit dem Bundesvorsitzenden der Neuen Mitte, Christoph Hörstel.

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