"... Aber die Probleme, mit denen wir derzeit zutun haben, hängen aus meiner Sicht mit der inneren Situation der Vereinigten Staaten zusammen. Man muss ja denn den Eindruck haben – und das ist ja auch nach der Präsidentschaftswahl nicht abgemildert worden, dass sich eigentlich zwei Bürgerkriegsparteien in den Vereinigten Staaten einander gegenüberstehen, und dass man jeden Tag nur verwundert sein muss, dass sie noch nicht aufeinander schießen."

ParsToday: Herr Wimmer, ich  darf Sie ganz herzlich begrüßen zu diesem Interview!

Wimmer: Guren Tag, Herr Shahrokny, guten Tag nach Teheran!

 

ParsToday: Herr Wimmer, das neue Jahr 2017 hat gerade angefangen, und das alte Jahr ging mit einem Haufen von Problemen und Konflikten zu Ende. Was sind die wichtigsten Herausforderungen in diesem neuen Jahr?

Wimmer: Herr Shahrokny, ich glaube, dass ich die Dinge nicht falsch interpretiere, wenn ich sage, wir müssen unter allen Umständen dafür sorgen, bei allen Problemen, die es auch sonst gibt, dass in jedem Fall der globale Friede erhalten bleibt. Das ist aus meiner Sicht die oberste Prämisse, an die wir unser Tun ausrichten solten oder müssten und das macht deutlich, in welcher Situation wir uns befinden.

 

ParsToday:  Es gibt viele Konfklikte auf der Welt, wir können in Syrien beginnen und dann geht es bis nach Afrika weiter. Angesichts der jüngsten Entwicklungen  kann man davon ausgehen, dass der Syrienkonflikt in diesem Jahr noch zu Ende geht?

Wimmer: Herr Shahrokny, bitte um Verständnis, wenn ich einen Satz vorschalte, weil Syrien ja  der Ausdruck einer globalen Auseinandersetzung ist, die vor allen Dingen vor Jahren, und vielleicht vor Jahrzehnten  angefangen hat und die immer noch kein Ende findet. Aber die Probleme, mit denen wir derzeit zutun haben, hängen aus meiner Sicht mit der inneren Situation der Vereinigten Staaten  zusammen. Man muss ja denn den Eindruck haben – und das ist ja auch  nach der Präsidentschaftswahl nicht abgemildert worden,  dass sich eigentlich zwei Bürgerkriegsparteien in den Vereinigten Staaten einander gegenüberstehen, und dass man jeden Tag nur verwundert sein muss, dass sie noch nicht aufeinander schießen. Das, was wir in den Vereinigten Staaten sehen, ist ja eine Auseinandersetzung  mit einer globalen Dimension, und davon sind wir alle betroffen. Um es auf  den Punkt zu bringen oder in ein Blid, man fragt  sich, warum der künftige amerikanische Präsident, wenn er denn  am 20. Januar vereindigt werden sollte,  nicht  nach Washington geht, sondern  in New York bleibt. Man muss den Endruck haben, der traut sich nicht, nach Washington zu gehen, weil er befürchten muss, von den Schergen Obamas und der Demokratischen Partei verhaftet zu werden. Das ist ja eine Situation, wo der Rest der Welt eigentlich nun staunen kann und entsetzt sein kann und sich fragt, warum es dann global  kracht. Also, eine verhängnisvolle Situation, die ihren Ursprung   in den USA selber hat. Da ist Syrien – die Konflikte, die wir an einer Stelle haben und der Aufmarsch in Europa gegen die Russische Föderation – man sieht ja doch in den internationalen Nachrichtensendern die Bilder, wo die ganzen Kolonen von Panzern an die Ostfront rollen. Das ist nur ein Ausdruck für eine  entsetztliche Entwicklung in den Vereingten Staaten selber.

ParsToay: Was meinen Sie, wenn Sie von den Bürgerkriegparteien sprechen? Ist die Lage in den USA so schlimm?

Wimmer: Die Lage ist vermutlich schlimmer, als wir hier in Europa ahnen. Denn, wir  können nun jawirklich seit vielen Jahren nicht feststellen, dass es eine faire und umfassende Information über die Vereingten Staaten in unseren Medien gibt. Man ist ja stärker denn je darauf angewiesen, internationale Nachrichtensender zu sehen , die das eine oder andere über de Vereinigten Staaten berichten. Dann hat man private Informationen, dann weiß man, was in bestimmten Richtungen passiert. Ja, das ist eine Situation, die wird ja auchdadaurch  zum Ausdruck gebracht, dass man bis heute nicht den Eindruck hat, dass das Wahlergebnis anerkannt wird, und zwar von der unterlegenen Partei. Das, was man in dem Zusammenhang sagen muss – das rundet das Bild ab,  offensichtlich haben die Vereingten Staaten ein Wahlsystem, das mit keinen amerikanischen Grundsätzen, die wir weltweit kennen, in Einklang zu bringen ist. Also, wir haben eine Situation, wo sich offensichtlich zwei verfeindete Machtgruppen  einander gegenüberstehen und dann ist eine Frage der Zeit, warum es einen Putsch gibt.

 

ParsToday: Warum  meinen Sie, dass sich die innere Situation in den USA auf die globalen Entwicklungen auswirken soll?

Wimmer: Weil alles das, was wir derzeit in den Vereinigten Staaten sehen, natürlich globale Auswirkungen hat. Man muss sich ja ansehen, in wieviel Staaten die Vereinigten Staaten ihr Militärpersonel stationiert haben. Es gibt  offensichtlich kein Land auf dieser Erde, das nicht die amerikanische Truppenstationierung aufweist, oder wo in den Nachbarländern eine solche Truppenstationierung ist. Das heißt, das heißt, die bisherigen militärische Dislozierung der Vereinigten Staaten dient einem global-strategischen Ansatz, die Welt zu beherrschen. Das wird ja jeder – glaube ich – der sich mit der Wirklichkeit beschäftigt, so akzeptieren.

Trump ist  offensichtlich jemand, der die Probleme der Vereinigten Staaten,  die sie objektiv haben, im eigenen Land lösen will, also nicht die globale Ausdehnung, wie sie vor allen Dingen  seit dem demokratischen Präsidenten, Bill Clinton, oder dem republikanischen Präsidenten, George W. Bush, betrieben worden ist. Das heißt, hier stossen sich zwei Konzepte im Raum – wie man schön sagt , die Auswirkungen auf uns alle haben, deswegen wird auch diese Auseinandersetzung in den Vereinigten Staaten selber so massiv geführt, wie wir sie derzeit erleben. Es hat in unserer Lebzeit bestimmt noch nicht gegeben, dass die unterlegene Partei so offenkundig das Wahlergebnis anzweifelt oder es versucht, es zu delegitimieren, wie wir derzeit im Zusammenhang mit den angeblichen Untersuchungen über angebliche Hackerangriffe auf  amerikanische Entrichtungen – und sei es das Hauptquartier der Demokraten zum Inhalt hat. Also, vor diesem Hintergrund ist das Ringen, was die Welt bisher nicht gesehen hat. Das hat noch nie in unserer Geschichte auf dem Globus gegeben, was derzeit in Amerika abläuft. Um diese Dimensionen zu begreifen, mus man natürlich auch die Entwicklungen in Syrien und an anderer Stelle sehen. Das, was in Syrien abläuft, mag ja überhaupt nicht die Politik der Regierung in den Vereinigten Staaten sein.....

Anmerkung:

Das Interview in voller Läne im Audio!

Das Interview wurde geführt von: Seyed-Hedayatollah Shahrokny

 

 

Jan 09, 2017 14:46 Europe/Berlin
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