• Interview mit Willy Wimmer

„Diese Sprachlosigkeit und auch die Ablehnung des neu gewählten amerikanischen Präsidenten war ja am ersten Tag schon zu spüren. Dann, ist kein Wunder, dass auch der erste Besuch der Bundeskanzlerin in Washington genauso verlaufen ist.“

ParsToday: Herr Wimmer, ich darf Sie ganz herzlich begrüßen zu diesem Interview!

Wimmer: Guten Tag, Herr Shahrokny, guten Tag nach Teheran!

 

ParsToday: Herr Wimmer, am Freitag kam es in Washington, im Weißen Haus, zu dem lang geplanten und einmal verschobenen Treffen zwischen der deutschen Bundeskanzlerin, Angela Merkel, und dem amerikanischen Präsidenten, Donald Trump. Das, was man am Bildschirm sehen konnte, war  eine kühle Begegnung zwischen den beiden. Ist das auch Ihr Gefühl?

Wimmer: Das war ja ungewöhnlich, Herr Shahrokny, dass die Bundeskanzlerin,  an dem Tag nach Washington geflogen ist, an dem hier offiziell Herr Bundespräsident durch die Bundeswehr verabschiedet worden ist. Es ist ganz ungewöhnlich,  dass zu einem so hohen Staatsakt – jedenfalls für das deutsche Verständnis -, die Bundeskanzlerin es vorzieht, ins Ausland zu fahren. Also, das ist auch hier etwas von Nebenwirkung, dass hier in Deutschland sehr wohl festgestellt wird. Und im Übrigen ist die Beobachtung, die Sie gerade wiedergegeben haben,  auch das, was man hier in den großen Zeitungen, die darüber berichten,  nachlesen kann. Das ist auch ja kein Wunder. Denn , es hat in der deutschen Geschichte  seit 1949 nicht gegeben, dass nicht die großen deutschen Parteien in einem amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf nicht vor dem Wahltermin beste Kontakte   zu den jeweiligen Lagern der beiden Hauptparteien unterhalten hätte. Aber die Bundesregierung war, wie andere europäische Regierungen auch, komplett  überrascht davon, dass in den Vereinigten Staaten Donald Trump die Wahl gewinnen konnte. Diese Sprachlosigkeit und auch die Ablehnung  des neu gewählten amerikanischen Präsidenten war ja am ersten Tag schon zu spüren. Dann, ist kein Wunder, dass auch der erste Besuch der Bundeskanzlerin in Washington genauso verlaufen ist.

 

ParsToday:  Das war auch vorauszusehen, weil sich Trump schon am ersten Tag seines Amtsantritts mit einigen Ländern angelegt hat.

Anmerkung: Das Interview in voller Länge im Audio!

Das Interview wurde geführt von: Seyyed-Hedayatollah Shahrokny

 

Mar 18, 2017 11:49 Europe/Berlin
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