• UNO kritisiert EU-Kooperation mit Libyen

New York (ParsToday/AFP) - Die UNO hat die Zusammenarbeit zwischen der EU und Libyen beim Aufgreifen von Flüchtlingen im Mittelmeer als "unmenschlich" bezeichnet.

Der UN-Menschenrechtskommissar Zeid Ra'ad al-Hussein verurteilte am Dienstag in einer Erklärung die Lage von nach Libyen zurückgebrachten Flüchtlingen scharf und hob hervor, dass die internationale Gemeinschaft nicht länger die Augen vor dem unvorstellbaren Grauen, das Flüchtlinge in Libyen ertragen müssten, verschließen dürften.

Ra'ad al-Hussein kritisierte die EU-Politik wegen der Zusammenarbeit mit der libyschen Küstenwache bei der Verfolgung sowie Abschiebung von Flüchtlingen.

Die EU-Kommission wies den Vorwurf zurück, forderte aber eine Schließung bisheriger "Haftzentren" für Flüchtlinge in Libyen.

Nach libyschen Angaben befanden sich Anfang November fast 20.000 Menschen in den Lagern - und damit etwa 7.000 mehr als noch Mitte September. Die EU unterstützt die libysche Küstenwache seit Mitte des Jahres dabei, Boote mit Flüchtlingen abzufangen, bevor sie internationale Gewässer erreichen.

Libyen ist eines der Transitländer für Flüchtlinge aus Afrika auf ihrem Weg nach Europa. 

Die Kontaktgruppe zentrales Mittelmeer, bestehend aus 13 europäischen und afrikanischen Staaten, darunter Libyen, tagte am Montag in Bern über die Situation der Flüchtlinge und Massnahmen zu ihrem Schutz in Libyen und auf der Migrationsroute nach Libyen. 

Nov 15, 2017 08:44 Europe/Berlin
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