Frau May ist ihm (Trump) nicht kartellhörig genug, wenn sie es wäre, könnte sie politisch überleben.

US-Präsident Donald Trump hat eine Reise über Brüssel (Nato-Gipfel) und London (Treffen mit Premierministerin Theresa May) und Königin Elizabeth II. hinter sich, wenn er am Dienstag in Helsinki mit dem russischen Präsidenten Putin zusammentrifft. Wo immer Trump abreist, herrscht neben spontaner Erleichterung gespannte Erwartung, ob er die erzielten Ergebnisse noch auf dem Flug per Twitter-Botschaft wieder in Frage stellt; bleibt dies aus, ist die nächste Stufe der Erleichterung erklommen.

Diese Art des Umgangs ist in der internationalen Politik neu - und sorgt deshalb für Unruhe. Trump sieht sich bereits im Wahlkampf zur nächsten Halbzeit-Senatswahl und zur Präsidentschaftswahl - jedoch hat auch die US-Regierung zum Abschluss des Nato-Gipfels eine gemeinsame Erklärung unterschrieben. Trump behauptet jedoch öffentlich, von dieser Tatsache völlig unberührt, teilweise völlig andere Dinge. Verwirrung und Chaos sind wichtig, wenn in Tatsache der Zusammenbruch des grotesk überzogenen westlich beherrschten Finanzsystems ansteht - und zur Ablenkung der betroffenen und betrogenen Bevölkerungen ein großer, vielleicht ein Weltkrieg vorbereitet werden soll. Über die Einzelheiten und Aussichten für Helsinki sprach Syed Hedayatollah Schahrokny mit dem NM-Bundesvorsitzenden Christoph Hörstel.

Interview auf Youtube: https://youtu.be/nReF44vNEBw

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ParsToday: Herr Hörstel, der US-Präsident Donald Trump befindet sich derzeit auf einer Europareise. Er war zuerst in Brüssel, wo er an dem Nato-Gipfel teilnahm. Er reiste dann nach England und wird am Montag nach Helsinki weiterreisen, um an dem mit viel Spannung erwarteten Gipfel mit dem russischen Präsidenten Putin teilzunehmen. Diese Reise war begleitet von Mal Drohungen,  Mal Lob sowie vielen Beleidigungen. Dazu höre ich zunächst einmal Ihre Wahrnehmung.

Hörstel: Ja, das ist tatsächlich eine unglaubliche Reise eigentlich, weil Trump, den ich inzwischen als Trumpstilchen bezeichnen muss - er hat ja deutsche Vorfahren, die leben in Westfalen und heißen Trump und es hat auch schon im Spiegel darüber einen Beitrag gegeben, dass die nicht so irrsinnig viel von diesem Präsidenten wissen wollen, aber das ist natürlich auch alles Anti-Trump-Propaganda, das darf man nicht vergessen, dass dieser Mann tatsächlich eine Art hat sich so aufzuführen, dass er sämtliche Regeln verletzt und auch politisch Dinge tut, bei denen man sich fragt: was soll das denn? Warum hat er denn die Nato erst vollkommen in Aufruhr gebracht mit Forderungen, die überhaupt nicht auf der Agenda standen, also beispielsweise eben diese Geschichte, dass er eigentlich vier Prozent vom Bruttoinlandsprodukt für die Rüstung haben wollte und nicht zwei. Die Zwei, die wollte er auch haben, aber schon bis zum Jahresende. Also,  diese Art Dinge sind eben ziemlich verrückt. Und seine Regierung trägt dann ein Nato -Gipfelprotokoll mit, indem diese zwei Prozent bis 2024 gefordert werden. Und das haben auch alle unterschrieben. Aber er meckert und tobt und man weiß nicht, warum wird er erst unterschrieben und dann getobt und hinterher erklärt, die Nato sei eine gutgeölte Maschine, so ist es ja da gelaufen. Und die Berichte erstatten, das ist entsprechend seltsam, da gibt es doch insgesamt ein großes Aufatmen in Europa und zwar überall da, wo er nicht mehr sei, wo er abgereist sei. In England eine ähnliche Nummer. Das sitzt er abends mit Theresa May beim festlichen Abendessen zusammen und dann kommt in einer - ich will mal sagen - nicht so besonders standfesten Boulevard-nahen Zeitung ein Interview raus und in diesem Interview soll er gesagt haben, Theresa May habe den Brexit verbockt. Und das ist interessant. Er lobt auch gleichzeitig den zurückgetretenen britischen Außenminister Boris Johnson. Und das ist ein absoluter Trump-Typ in seinem Auftreten. Er hat es in seinem Leben nicht geschafft, sich zu kämmen. Und hat eine Art Politik zu betreiben, die ist provozierend und nimmt auf Tatsachen keinerlei Rücksicht. Wie der Umgang mit der Affäre Skripal, wo er tatsächlich im Fernsehinterview erklärt hat, es sei erwiesen, dass Russland dahinterstecke, das ist schon in die Geschichte eingegangen. Und den findet aber Trump, laut diesem Interview, einen besseren Premierminister als eben die amtierende Dame, mit der er gerade zusammensitzt. Und er hat auch ihr Händchen gegriffen, als er die Treppen hochlief. Niemand kann das alles einsortieren. Es gibt so viele groteske Geschichten, da könnte ich noch eine Stunde erzählen. Aber das, was da als Tatsache herauskommt, ist ja auch sehr zweischneidig. Wir haben jetzt also den britischen Versuch mit einer zweiten Nowitschok-Affäre rechtzeitig vor diesem Gipfel in irgendeiner Form Putin in die Enge zu treiben. Das Problem ist, man merkt es ganz Europa und der Welt an, niemand glaubt diesen Geschichten noch. Die erste Geschichte mit Papa und Tochter Skripal war so wenig glaubwürdig und so abschreckend vom Vorgehen her, dass niemand mehr Lust hat,  auf eine weitere Nowitschok-Giftaffäre einzusteigen, die noch seltsamer erscheint. Inzwischen soll die Frau tot sein - ein Mann und eine Frau sind da betroffen. Der Mann liegt noch im Krankenhaus. Die Frau soll tot sein. Die Beiden werden als am Rande der Gesellschaft befindlich, gekennzeichnet, leben aber in einer brandneuen Villen-Gegend, die noch gar nicht zu Ende erschlossen ist. Da werden also noch weiter Villen gebaut. Ab 270,000 Pfund kann man da kaufen. Das sind so die Widersprüchlichkeiten. Auch dies erscheint klar als Geheimdienstaffäre und gegen den russischen Ruf gerichtet. Mit solchen Vorbereitungen möchte also nun Trump nach Helsinki fliegen. Das ist alles eher eine jämmerliche Show. Und wir können davon ausgehen, dass wirklich die Tatsache des Treffens das Entscheidende am Treffen ist. Denn, wie sich der Westen  aufführt, wie Trump sich aufführt, das kann man nur als schräg bezeichnen und, dass man dieses Wort in die Politik so einführen muss, das liegt eben an diesem Akteur Trump. Und auch daran, wie der Westen damit umgeht. Man kann das Ganze nur begreifen, wenn man weiß, dass Trump im Prinzip im Wahlkampf ist, die ganze Zeit. Der macht Politik für seine Leute zu Hause. Die wollen, dass er so auftritt. Die haben vom System zum Teil die Nase voll. Sie fühlen sich von Politikern grundsätzlich betrogen. Und ihn sehen sie als einen der den ganzen Laden mal so richtig zurecht rüttelt und wie man das so salopp auf Deutsch sagt, denen zeigt,  was eine Harke ist.

 

ParsToday: Herr Hörstel, im Vorfeld des Nato-Gipfels richtete Trump heftige Attacken gegen die Bundeskanzlerin Merkel. Er ging sogar so weit zu sagen Merkel sei eine Gefangene Putins. Aber dann fand er lobende Worte für sie. Wie war die Reaktion in der deutschen Öffentlichkeit?

Hörstel: In der deutschen Öffentlichkeit hat man dann gefunden, man müsse da Frau Merkel zur Seite treten. Man müsse sich das nicht antun. Es wurden ja sogar die Russen aktiv und haben Frau Merkel verteidigt. Und er hat auch die Zahlen übertrieben. Wir sind natürlich in unsere Energierohstoffversorgung nicht zu 70% von den Russen abhängig, das ist Quatsch. Es wurde in den deutschen Medien auch natürlich mit Recht argumentiert, dass ja die Amerikaner etwas vollkommen Wahnwitziges tun. Auch das gehört offenbar zum Regierungsstil Trumps. Die wollen uns unbedingt Flüssiggas verkaufen. Wir sitzen hier also mit einem riesigen Nachbarn in Europa, der der größte Gaslieferant der Welt ist und haben nun die große Freude, dass die Russen uns hier als ein wichtiges - wie soll man sagen - Portal für ihre Gasexporte sehen und deshalb freundlicherweise unter ungeheurer diplomatischer, strategischer und wirtschaftlicher Aufwertung Deutschlands nun ja buchstäblich eine Doppelpipeline, eine Vierfachpipeline, wenn man so will, nach Deutschland legen, direkt von Russland aus unter Umgehung aller Nachbarn, und haben uns damit in die Lage versetzt,  auch für die Ukraine zu sorgen und die Russen zu bitten,  auch die Ukraine weiterhin zu beliefern. Und Trump versucht diese Nordstream II Doppelpipeline auch zu verhindern und kämpft dagegen an. Das ist unsere Situation, die Dank der Russen ziemlich gut in Europa ... und hat unsere Rolle dort gestärkt. Und tatsächlich aber kriegen wir eine Kritik, die vollkommen überzogen ist,  auf der einen Seite. Und auf der anderen Seite auch nicht im Prinzip zur Kenntnis nimmt, dass es Quatsch ist,  hier amerikanisches Flüssiggas verkaufen zu wollen,  angesichts dieser Lage. Das ist einfach nicht konkurrenzfähig und wird in den USA mit Fracking erkauft, der umstrittenen Methode, wie man noch an Gas kommt, das in Schiefergestein gebunden ist, wenn man da giftige Chemikalien reindrückt. Ganze Landstriche in den USA leiden unter den Folgen. Aber das ist eben auch amerikanische Politik. Das ist seltsam und es gehört zu Trumps Stil,  jemanden normal zu behandeln, ihn dann herunterzuputzen und anschließend wieder freundliche Dinge zu sagen. Der will alle verunsichern. Wer sich verunsichern lässt,  ist schon bestraft.

 

ParsToday: Herr Hörstel, er gab an,  in Brüssel das erreicht zu haben, was er gewünscht hat. Das heißt 4% der Wirtschaftsleistung der Nato-Mitglieder. Sie sprachen vorhin aber von 2%. Was ist dabei dann die richtige Zahl?

Hörstel: Ja, auch das ist typisch Trump. Er operiert wahllos mit falschen Zahlen. Die Europäer waren so schlau,  sich abgesprochen oder unabgesprochen darauf zu einigen, ihn auf keinen Fall zu düpieren und ihm zu helfen,  zu Hause bei den amerikanischen Wählern sein Gesicht zu wahren. Im unterschriebenen Nato-Gipfelprotokoll steht eindeutig 2% bis 2024, ich hatte das vorhin erwähnt. Tatsächlich sagen die Fachleute, dass die europäischen Militärausgaben seit dem Amtsantritt Trump, das ist ja nun auch schon ein kleines Bisschen her, anderthalb Jahre, um 21 Milliarden gestiegen seien. Das ist natürlich angesichts der 680 Milliarden Dollar, die die USA alleine aufbringen für ihr Kriegsbudget, nichts. Aber man führt es immerhin an und sagt schau mal, wir sind dir doch schon entgegengekommen. Das ist die europäische Art, damit umzugehen. Die ist vorsichtig beflissen. Aber man lässt sich auch nicht vollkommen vom Stuhl holen. Also mit anderen Worten, Trump spinnt. Das ist ein Spinner. Das hilft nichts. Das muss man einfach klar sagen, der agiert abseits der Tatsachen. Das Verrückte ist ja, wir sind ja tatsächlich hier mit Medien bestückt, mit großen Massenmedien, die gewohnheitsmäßig auch spinnen, um in den Jargon zu bleiben. Die auch Dinge schreiben, die einfach nicht den Tatsachen entsprechen. Ich sage Mal ganz offen, ich wundere mich immer, dass diese Medien tatsächlich unangefochten die Tatsache wiederholen, dass der Iran alle Bedingungen erfüllt, die aus dem 5+1 Atomvertrag herrühren und zwar 100% und das tatsächlich tun und nicht auch da noch lügen. Aber das geht ihnen offenbar zu weit. Also es ist eben sehr interessant. Und Trump kämpft eben gegen etwas, das nennt er Fax News. Er hat also ein Gefühl der Menschen aufgegriffen, dass die Medien sie belügen. Aber er nutzt dieses System auf seine Weise, indem er einerseits die Lügerei angreift, selbst aber es in erheblichem Maße zu weiteren Falschdarstellungen oder - wenn man so möchte - Lügen greift und nutzt dies und findet, dieses sei ein absolut legitimes Instrument. Für die Menschen, die nicht die Chancen haben, sich hiermit professionell zu befassen und das alles im Einzelnen zu analysieren,  kommt schließlich eine gewaltige Verwirrung heraus und ich glaube, das ist das Ziel dieser ganzen Politik. Darum gibt es mächtige Kreise, ich sage mal Finanzkartelle und andere, die mit Trump sehr einverstanden ist, weil er alles locker durcheinanderbringt und löst und Verwirrung stiftet. Das brauchen sie, denn die Zeiten sind vollkommen grotesk. Unser Finanzsystem steht kurz vor dem Crash. Dafür werden - damit die Menschen nicht auf andere Gedanken kommen und vielleicht das System kritisieren - Kriege hochgezüchtet,  überall auf der Welt. Und dieser Mechanismus muss unbedingt erhalten bleiben, und wenn es nicht anders geht,  auch durch Chaos und Verwirrung.

 

ParsToday: Herr Hörstel, Trump ist - wie eingangs auch erwähnt - weiter nach England gereist und auch dort löste er viel Kritik aus, als er gesagt hat, dass der Brexit-Plan von Frau May das amerikanisch-britische Handelsabkommen töten würde. Was heißt das, wie würden Sie das interpretieren?

Hörstel: Herr Trump ist ja ein Mann, der ohne die Macht der tatsächlichen mächtigen Kreise ... Das sind ja nicht Trumps, Merkels und Macrons dieser Welt, das haben wir ja oft besprochen, sondern das sind die Kartellbosse, das ist ja in dieser berühmten Princeton-Studie in den USA auch nachgewiesen, da muss man nur das Wort USA, Oligarchie und Princeton-Studie googlen und da hat man das sofort, das sind die Dinge,  um die es geht. Und tatsächlich ist das Finanzsystem in England nicht besonders glücklich über das,  was da passiert.  Die wissen gar nicht, wie es mit der Londoner City so richtig weitergehen soll. Sie fürchten Einbußen und Trump ist auch ein Vollstrecker dieser Interessen. Deswegen hat er sich so ausgedrückt. Das Ganze ist kompliziert, auf jeden Fall eine typisch britische Geschichte. Wir können hier nur kurz sagen, wie die Interessen-Gemengelage ist. Frau May versucht einigermaßen mit ihren europäischen Partnern klarzukommen. Das aber würde sie unabhängiger machen von den USA, das möchte Trump nicht. Der möchte gerne Handelsabkommen,  mit denen er alle knebelt. Noch stärker als TTIP. Wir erinnern uns an diesen gewaltigen Streit,  der ja eine viertel bis halbe Millionen Menschen nach Berlin gebracht hat,  im Protest. Das ließ sich nicht durchsetzen. Jetzt werden andere Wege erkundet, wie man die Kartellinteressen der Bevölkerung aufzwingt, insbesondere auch was die Änderung des politischen Systems tiefgreifend angeht. Das verfolgt auch Trump. So muss man das verstehen. Frau May ist ihm nicht kartellhörig genug, wenn sie es wäre, könnte sie politisch  überleben. Und deswegen sucht natürlich das Kartellsystem nach Ersatz, z.B. nach Herrn Boris Johnson, den man dann in Stellung bringt,  gegen Theresa May. Solche Regime-Change-Geschichten im Inland und im Ausland sind Kartelltypisch, da muss man sich nicht wundern.

 

ParsToday: Herr Hörstel, das Wichtigste steht noch bevor, nämlich das Treffen zwischen Trump und Putin in Helsinki am kommenden Montag. Was könnte man im Vorfeld dieser Reise sagen?

Hörstel: Man hält sich sehr bedeckt in den USA und auch in Russland, worum es bei diesem Treffen gehen könnte. Zwei Dinge sind natürlich vollkommen klar. Da ist die Krim- und Ukraine-Frage und da ist die Frage, dass sich letztlich in Syrien russische und amerikanische Truppen - wenn man so will - gegenüberstehen. Sie arbeiten gegeneinander. Vor einigen Wochen ist eine Einheit von Milizionären, Söldnern, aufgerieben worden durch amerikanisches Bombardement auf syrischem Boden, die allerdings im Auftrag der Russen gehandelt haben und die Russen haben das zugelassen. Das war einmal ein Punkt, wo auch ganz sicher provoziert werden sollte. Russland soll ja provoziert werden. Das ist die typische trumpsche - wenn man so will - Taktik. Aber tatsächlich ist das die Taktik der Kartelle. Die wollen alle Gesprächspartner Trumps aus der Balance holen. Man wird also - das wird schon wieder deutlich - auch klar versuchen,  in Helsinki,  die Verbindung zwischen Russland und dem Iran zu lösen, nur um eine Sache zu sagen. Man wird auch versuchen, ob die Russen zu Zugeständnissen in Syrien bereit wären. Trump wird alles Mögliche versuchen. Putin wird den Teufel tun, ihn dabei schlecht aussehen zu lassen. Putin ist ein brillanter Diplomat. Die Russen sind brillante Diplomaten. Sie haben den weltbesten Außenminister, nämlich Lawrow bei sich. Der ist eine riesen Kapazität und hat schon unglaubliche Dinge geregelt bekommen. Und unter diesen Umständen ist es also ein Interessantes zu sehen. wie sich Trump am Ende gemeinsam mit Putin aus der Affäre zieht. Sie wollen einen gewissen Gipfelerfolg. Allerdings wird Putin keineswegs die Verbindung zum Iran auflösen. Er wird auch die Bande natürlich zu China nicht lockern oder ähnliche Dinge tun. Im Hintergrund stehen ja ganz erhebliche Dinge, die da zu verhandeln sind. China und Russland haben angekündigt und stehen bereit, dass sie ein goldgedecktes Währungssystem gemeinsam hälftig beteiligt, also als gleichberechtigte Partner, einführen wollen. Der eine Partner hat 1.3 Milliarden Menschen, der andere Partner den größten Flächenstaat der Welt und die meisten Bodenschätze auf seinem Gebiet. So sieht das aus. Eine unglaublich starke globalentscheidende Allianz Russland und China. Und im Hintergrund wird natürlich stehen, dass Trump das unbedingt aufschieben und vermeiden möchte. Jetzt muss er dafür natürlich politisch bezahlen. Wir dürfen gespannt sein was dabei herauskommt.

 

ParsToday: Herr Hörstel, wie würden Sie diese Reise Trumps zwischenbilanzieren?

Hörstel: Die Zwischenbilanz ist relativ klar. Trump hat sein Maß an Chaos und Verwirrung gestiftet. Er hat darauf abgezielt, dass alte gesicherte Bindungen nicht mehr so gesichert sind wie früher. Dafür hat er Dinge getan, die sind in der diplomatischen Welt unmöglich. Das macht man nie. Und das ist natürlich - wenn man so will- historisch - wenn wir jetzt ganz weit von diesem Globus weggehen und sehen den als blaue Kugel im Weltall schwimmen - dann ist das natürlich die Vorbereitung darauf, dass es Krieg geben wird. Wenn dieses System so weiterarbeitet, ist der Krieg unvermeidlich. Im Grunde genommen müssten ja ständig hochsolide Rettungsaktionen für das Finanzsystem gefahren werden, stattdessen wird es immer schlimmer. Das sind die traurigen Tatsachen. Das sieht man. Und Trump ist nur ein Vorbereiter davon, ein kleiner Vorbereiter. Wenn er das gut macht und stiftet weiter Chaos und verunsichert alle und bringt auch die Menschen durcheinander und gegeneinander auf ... Auch ich merke das hier. Es gibt ja buchstäblich Trump-Befürworter unter Leuten, die ansonsten ganz klug sind, die nicht sehen, dass er einfach im Sinne der Kartelle seinen Job macht. Die glauben da sei irgendetwas besonderes dran. Ich bin ja nun schon ein bisschen älter. So habe ich auch miterlebt, wie damals Egon Bahr, der Professor Egon Bahr, der ehemalige Berater Willi Brandts,  mir gegenüber am Tisch zur Anfang der Amtszeit von Obama sagte: Das ist ja ein Guter, den müssen wir unterstützen. Ja, heraus kam ein Präsident, der also den Vorgänger Bush in den Schatten gestellt hat, was den Massenmord mit Drohnen angeht, der Libyen zerschlagen hat, den ganzen wahnsinnige Syrien-Krieg angefangen hat, Jemen destabilisieren half und, und, und ... alles auf Obamas Mist gewachsen, wenn man so will. Also dieses Entschuldigen amerikanischer Präsidenten, als sie wollten ja doch etwas Gutes, man müsse sie nur unterstützen, ist nichts anders, als eine mit jedem neuen US-Präsidenten auftauchende PR-Masche. Wer darauf hereinfällt,  hat selbst Schuld.

ParsToday: Vielen Dank, Herr Hörstel, für diese Einschätzung!

Hörstel: Alles Gute nach Teheran!

 

 

 

Jul 14, 2018 16:00 Europe/Berlin
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