• USA und Europa fordern Riad zur Aufklärung im Fall Khashoggi auf - Echte Anforderung oder Inszenierung

Teheran (ParsToady) - Das Verschwinden sowie das unklare Schicksal des saudischen Journalisten und Regimekritikers Jamal Khashoggi hat viele Reaktionen ausgelöst. Aufgrund des noch nie dagewesenen Vorgehens Saudi-Arabiens gegenüber diesem Kritiker und dessen wahrscheinlicher Ermordung sind die Anforderungen an Riad zwecks einer Aufklärung dieses Falls nun gestiegen.

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini forderte Saudi-Arabien auf, das Verschwinden des saudischen Journalisten zu untersuchen. Mogherini gab bekannt, dass diese Union die Haltung von US-Außenminister Mike Pompeo zum Khashoggi-Fall vollkommen unterstützt.

"Diesbezüglich vertreten wir eine ähnliche Position wie die USA. Wir erwarten, dass die saudischen Regierungsverantwortlichen  transparente und vollständige Ermittlungen über die aktuellen Ereignisse durchführen", wurde Mogherini ferner zitiert. 

Der US-Außenminister hatte sich davor bereits für weitgehende Untersuchungen über das Schicksal des verschwundenen saudischen Journalisten ausgesprochen. Die Besorgnis der EU-Außenbeauftragten und die Parallel-Haltung Europas und der USA diesem Fall gegenüber, lassen viele Fragen aufkommen.

Die europäischen Länder und die USA unterhalten weitgehende Beziehungen zu Saudi-Arabien. Die Wahrung dieser Beziehungen und der daraus hervorgehenden Interessen wird als deren erste Priorität bezeichnet und ist von großer Bedeutung. Dennoch äußerten hochrangige US-Beamte in den vergangenen Tagen ihre Besorgnisse über das Schicksal Khashoggis und forderten eine Aufklärung diesbezüglich.

US-Präsident Donald Trump hatte die Nachrichten zum Fall Jamal Khashoggi ebenfalls als besorgniserregend bezeichnet. Der stellvertretende US-Präsident Mike Pence sagte hierzu, die freie Welt habe das Recht, eine Antwort zu hören.

Zeitgleich reagierten auch die Republikaner und Demokraten auf die Berichte über den Tod des saudischen Journalisten. Trump-Kritiker in den USA forderten ein hartes Vorgehen gegenüber den Saudis. Der Vorsitzende des Ausschusses für Außenbeziehungen im US-Senat, Senator Bob Corker, hob hervor: Alle Beweise deuten darauf hin, dass Jamal Khashoggi letzte Woche im Gebäude des saudischen Konsulats in Istanbul ermordet wurde.

Corker warnte: Die Reaktion des US-Kongresses auf die Tötung Khoshoggis wäre greifbar und aus der Sicht des Senats befinden sich die Beziehungen zu Saudi-Arabien nun auf der niedrigsten Ebene.

Was nun Zweifel an der Ehrlichkeit der USA in diesem Fall aufkommen lässt, ist das Bewusstsein Washingtons über die schlechte Menschenrechtslage in Saudi-Arabien. Obwohl noch nicht feststeht, was mit Khashoggi passiert ist, kann man aber angesichts der Politik des Ale-Saud-Regimes gegenüber der Opposition einschätzen,  welches schreckliche Schicksal diesem Journalisten und Regimekritiker widerfahren ist.

Das saudische Regime gehört zu den repressivsten Regimen in der Welt und geht gewalttätig gegenüber den Protesten und Kritiken vor. Es unterdrückt, inhaftiert und richtet seine Gegner sogar hin. 

Dieses Regime beraubt auch Frauen ihrer Rechte. Bis vor kurzem war es Frauen nicht erlaubt, Auto zu fahren. Nach dem Amtsantritt des saudischen Königs Malek Salman, verfolgt nun sein Sohn Mohammed bin Salman die US-Politik gegen den Iran und den Widerstand in der Region.

Außerdem überlässt Bin Salman das saudische Staatsvermögen den USA, indem er Militär-und Wirtschaftsverträge im Wert von zig hundert Milliarden Dollar unterzeichnet und durch die Importsicherheit somit seine Herrschaft über Saudi-Arabien beibehält.

Aus dem Grund können die Reaktionen der US-Regierungsverantwortlichen auf die Berichte über den Tod von Khashoggi als eine Inszenierung bezeichnet werden. Sie sind sich des grausamen Vorgehens des Ale-Saud-Regimes gegenüber den saudischen Oppositionellen vollkommen bewusst.  

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Oct 11, 2018 14:40 Europe/Berlin
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