• Spionageverdacht: Österreichs Botschafter ins russische Außenministerium einbestellt

Wien (ParsToday/Sputnik News) - Nach Forderung Österreichs für eine Erklärung von Russland bezüglich eines mutmaßlichen Spionagefalls hat das russische Außenministerium den österreichischen Botschafter Johannes Eigner in Moskau einbestellt.

Ein mittlerweile pensionierter Oberst des österreichischen Bundesheeres soll während seiner aktiven Zeit rund 20 Jahre für Russland spioniert haben. Die österreichische Außenministerin Karin Kneissl hat deswegen eine für Anfang Dezember geplante Reise nach Russland abgesagt. 

Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz teilte am Freitag mit, dass ein Oberst außer Dienst des österreichischen Bundesheeres jahrzehntelang mit dem russischen Geheimdienst zusammengearbeitet haben soll. Er forderte Erklärungen diesbezüglich. 

Der russische Außenminister Sergei Lawrow sagte: "Diese Information überrascht mich unangenehm. Seit alters her ist es üblich, dass man, falls ein Land Besorgnisse oder Verdächtigungen bezüglich des Vorgehens eines anderen Landes hat, entsprechend den Normen der internationalen Kommunikation eine Klarstellung fordert."

"In letzter Zeit machten sich unsere westlichen Partner zur Regel, nicht die traditionelle, sondern die Megaphon-Diplomatie auszuüben", fügte Lawrow hinzu. 

Die Niederlande warfen Russland im Oktober 2018 eine Cyberattacke auf die in Den Haag beheimatete Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) vor.

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Nov 09, 2018 16:36 Europe/Berlin
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