Jan 22, 2019 17:48 Europe/Berlin
  • Iran - 40 Jahre nach dem Revolutionssieg -  vier Hauptgründe für die Anfeindung durch die USA (1) 

In diesem Beitrag  werfen wir einen Blick auf  zwei Gründe für die feindliche US-Politik gegenüber der  Islamischen Republik Iran.

 

 

Bald beginnt die Ära der Islamischen Revolution im Iran ihr fünfzigstes Jahrzehnt nach dem Sieg im Februar 1979. In den vergangenen 40 Jahren haben die USA auf verschiedene Art ihre Feindschaft gegen die Islamische Republik demonstriert. Worin liegt diese Feindschaft begründet?  

                         

Die Islamische Revolution Iran  ereignete sich, als auf der Welt das Zwei-Blockmächte System herrschte. Die USA führte den Westblock und die Ex-Sowjetunion den Ostblock an.  1990 zerfiel  die Sowjetunion und es herrschten nur noch die USA als einzige Supermacht auf der Welt. Die USA aber haben  vor und nach dem Kalten Krieg bewiesen, dass sie der Feind der Islamischen Republik Iran sind.  Diese Feindschaft hat nicht nur in den vergangenen 40 Jahren angehalten sondern wurde sogar noch intensiver, so dass die jetzige US-Administration  aus dem internationalen Atomvertrag, der von der Resolution 2231 des UN-Sicherheitsrates gestützt wird, ausgestiegen ist und  alle Sanktionen aus der Zeit vor der Atomvertrag erneut gegen den islamischen Iran eingeführt hat. Die vier wichtigsten Gründe der USA für ihre Feindschaft gegen die Islamische Republik Iran sind wie folgt:

Wesensbedingte Gegensätze, Unabhängigkeit Irans, die Nicht-Anerkennung Israels, und der aufklärerische Charakter der Islamischen Revolution Irans.  Wir betrachten die zwei ersten Gründe.

                                

 

Gegensatz zwischen der Wesensart beider Staaten.

 

Es gibt westliche Theoretiker für internationale Beziehungen , welche die Rolle der Identität in der Weltpolitik  hervorheben und der Meinung sind, dass sich Francis Fukuyama hinsichtlich dem Ende der Geschichte erheblich irrt.  Sie sagen, die Zugehörigkeit zu einer Religion und zu einem Volke führten zu einem gemeinsamen Identitätsgefühl. Kriegerische Auseinandersetzungen hätten damit zu tun, von welcher Natur der Feind sei.

 Alexander Wendt , Theoretiker für internationale Beziehungen ergänzt , dass Identität nicht beständig ist und ständig im Begriff ist sich zu ändern. Er sagt, dass Regierungen anders gegenüber Feinden handeln als  gegenüber Freunden, weil Feinde eine Bedrohung darstellen, aber Freunde nicht. Wendt sagt mit Hinweis auf die militärische Macht der USA,  dass diese für Kanada eine andere Rolle spielt als für Kuba und die   britischen Raketen  würden für die USA von der Wichtigkeit her eine anderen Platz einnehmen  als die Raketen der Sowjetunion.

Solche Standpunkte hinsichtlich der Identität gelten auch für die Beziehungen der USA zu der Islamischen Republik Iran.  Durch die  Islamische Revolution  hat sich die Identität Irans geändert. Iran ist nicht mehr der mit dem Westen kooperierende konservative Akteur, der außerdem die Religion bekämpft hat, sondern Iran ist zu einem unabhängig revolutionär Handelnden geworden, der nach Religion strebt. Die politische Ordnung Irans gilt sogar als neues Modell für eine  politische Ordnung auf der Welt. Iran bildet also mit  seiner neuen politischen und religiösen Identität einen großen Gegensatz   zu der Identität der Vereinigten Staaten von Amerika. 

                           

Eines der wichtigsten Merkmale der Islamischen Revolution, welches die Feindschaft der USA und ihrer Verbündeten auslöst, ist die Herrschaft der Tauhid-Ordnung oder wie der Westen es nennt „die Theokratie“. Das Tauhid-System, das auf dem Glauben an den Einen Gott aufbaut, ist ein Regierungssystem, welches Unrecht und die Vorherrschaft durch Fremde bekämpft, gegen die Gottesleugnung eingestellt ist und die Unabhängigkeit verteidigt. Diese Standpunkte laufen jedoch dem politischen Denken der USA zuwider. Die Einführung des Tauhid-Systems im Iran hat verursacht, dass die USA plötzlich das Schah-Regime verlor. Das Schah-Regime hatte sich weitgehend dem Willen der USA gefügt,  weshalb Iran in der Schah-Zeit als sichere stille Insel in der Region betrachtet und ihm die Rolle des regionalen US-Gendarms zugeschrieben wurde. 

Wegen dieses Elementes, nämlich der Herrschaft des islamischen und revolutionären Gedankens im Iran, verspüren die USA eine Gefahr für sich.

 

Der bekannte amerikanische Theoretiker Zbigniew Brzeziński hat daher festgestellt: „Die Renaissance des – wie er es nennt - „fundamentalistischen“ Islams ist  durch den  Sturz des Schahs und die Spannungen, welche der  Iran (Imam) Chomeinis verursacht,  zu einer ständigen  Gefahr für unsere Interessen in der ganzen Region (des Nahen Osten) geworden, d.h. in einer Region, von der das Leben im Westen  total abhängig ist.“ 

 

Das Oberhaupt der Islamischen Revolution hat oftmals auf den Grund für die Feindschaft der Amerikaner  gegen die Islamische Republik hingewiesen, nämlich die Bekämpfung des Islamischen Denkens in der Islamischen Republik. Ajatollah Khamenei  hat gesagt:

„Allein schon die Wesensart der Islamischen Republik und der religionsorientierten Regierung drängen die Feinde der Religion zum Krieg und zum Angriff. So wie gemäß zahlreicher Verse im Koran die Front der Wahrheit und des Rechtes die ganze Geschichte hindurch immer der Gefahr des Angriffes von der Seite der Unwahrheit und des Unrechtes ausgesetzt war.“

                                

Die Unabhängigkeit Irans gegenüber den Vorherrschaftsbestrebungen der USA

 

Einer der wichtigsten Gründe der Feindschaft, welche die USA gegenüber der IRI hegen,  ist darin zu sehen, dass Iran auf Unabhängigkeit besteht.  Ein wichtiger Unterschied zwischen dem vorherigen Regime der Pahlavis zu der islamisch-republikanischen Staatsordnung im Iran ist eben  das Unabhängigkeitsstreben der Islamischen Republik. Die wichtigste Devise der Außenpolitik des heutigen Irans lautet: „Weder Ost noch West“.  Diese Devise wurde selbst in dem 8-jährigen Krieg, den Saddam dem Iran auferlegte und bei dem er von Ost und West unterstützt wurde,  verfolgt. 

 

Unterdessen besteht  die Hauptstrategie der USA in Westasien darin, die Fremdabhängigkeit der Länder zu erhalten, damit sie sich in das Machtgefüge und die  Entscheidungen in diesen Ländern einmischen können.

 

Der bekannte amerikanische Theoretiker Noam Chomsky hat über die Ursachen des Iran-Hasses der politischen Elite in USA gesagt: „Die Sache ist ganz einfach: 1979 hat  Iran nach  Unabhängigkeit gestrebt. Und was (für die USA)  noch schlimmer  war, sie haben einen von den USA festgelegten Diktator, der gemäß den US-Interessen in diesem Land geherrscht hat, gestürzt. Sie – die US-Politiker – werden dies nicht vergessen. In Wahrheit haben die USA,  kurz nach dem Sieg der Revolution in Iran, die Iranoffensive Iraks, welches ein verheerender Angriff war, unterstützt.“

 

Abdul Qadir bin Qarina, ehemaliger Minister für Fremdenverkehr Algeriens und Vorsitzender der Harakat banai watani – (Bewegung für den Nationalaufbau) sagt über die Ursache der US-Feindschaft gegenüber der IRI: „Iran ist ein unabhängiges und freies Land, welches sich nicht unter das Banner der  Abhängigkeit vom Weltimperialismus gestellt hat, und das hat die USA verärgert und in Sorge versetzt.  Die US-Regierungen sehen in den Ländern, die unabhängig sind und zur Achse des Widerstandes gehören, ein Hindernis auf ihrem Weg und für seine Pläne.“

Eine Äußerung von Martin Indyk – Ex-Vizeaußenminister der USA – gibt den Blick auf diese Tatsache frei, denn er hat  gesagt: „Die Bestrafung der Islamischen Revolution wird den Ländern eine Lehre sein, die nach Unabhängigkeit und Befreiung aus der Vorherrschaft der USA streben.“

                             

Abschließend Worte des Revolutionsoberhauptes Ajatollah Khamenei. Er sagt: „Die Feindschaft der USA und des arroganten Weltimperialismus gegenüber dem Islamischen Iran erfolgt wegen der machtvollen Bewegung des Volkes, denn der Glaube des Volkes und das Verlangen des Volkes nach Unabhängigkeit  und das Selbstvertrauen des Volkes sind  zu ihrem Nachteil. Sie möchten unser Land immer in Abhängigkeit halten. Sie möchten dass die Länder in der Region  kulturell, wirtschaftlich und politisch von ihnen abhängig  bleiben.

Sie sind natürlich nicht damit einverstanden, wenn ein Land unabhängig ist und in sich selbst vertraut und mit seinem Selbstvertrauen einen Weg geht, über den es an hohe Ziele gelangen kann. Dies ist der Grund für die Unzufriedenheit unserer Feinde auf der Welt. Sie sind dann zufrieden, wenn die iranische Nation  ihnen freie Hand lässt, über unsere Religion, Kultur und Wirtschaft zu bestimmen. Die iranische Nation aber ist heute wach und beugt sich nicht diesen Bevormundungen und dieser Willkür.“

 

 

 

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