Mai 15, 2019 16:58 Europe/Berlin
  • Irans Ex-Außenminister: Für Rettung des Atomabkommens muss Europa handeln

Paris(ParsToday) - Angesichts des drohenden Sterbens des internationalen Atomabkommens hat Irans Ex-Außenminister die europäischen Regierungen aufgefordert, in den nächsten zwei Monaten ihre in den vergangenen Monaten unterlassenen Verpflichtungen nachträglich zu erfüllen, um den Deal doch noch zu retten.

Der iranische Ex-Außenminister und Vorsitzende des Strategischen Rats für die Außenbeziehungen, Seyed-Kamal Kharrazi, der sich seit einigen Tagen in Paris aufhält, wies heute bei einem Treffen mit dem französischen Ex-Ministerpräsidenten und Präsidenten des "Forums der Friedensführer", Jean-Pierre Raffarin, in Paris auf die gegenwärtigen Konflikte in der Nahostregion hin und sagte: Für die Stärkung des Friedens und der Sicherheit in der Region sei es erforderlich, dass die regionalen Mächte miteinander sprechen.

Kharrazi schilderte dabei die Strategie der Islamischen Republik Iran in der Region sowie den Druck der US-Regierung gegen das iranische Volk und erklärte: Dank seiner politischen Reife und seiner Erfahrungen in den vergangenen 40 Jahre werde das iranische Volk für die Unabhängigkeit seines Landes dem amerikanischen Druck Widerstand leisten und nicht nachgeben.

Der Vorsitzende des Strategischen Rats für die Außenpolitik Irans wies ferner auf die Entwicklungen in Zusammenhang mit dem gemeinsamen umfassenden Aktionsplan (Atomabkommen) und auf die jüngste Entscheidung der iranischen Regierung diesbezüglich hin und erklärte: „Die Rettung des Atom-Deals setzt den Einsatz der europäischen Regierungen in den nächsten zwei Monaten voraus, die Europäer sollen in diesem Zeitraum ihre bisher nicht erfüllten Verpflichtungen erfüllen.“

Der französische Ex-Regierungschef Raffarin wies bei diesem Treffen auf die Bedeutung des Irans sowie die Besonnenheit der iranischen Nation hin und erklärte, es werde niemandem nutzen, die Rolle der iranischen Nation in der Region sowie ihren Einsatz im Kampf gegen den Terrorismus und Drogenhandel zu ignorieren; bedauerlicherweise sei die Bedeutung Irans auf diesem Feld unbekannt geblieben.

Raffarin übte dann scharfe Kritik an der US-Politik und sagte, diese Politik habe die Souveränität der europäischen Länder infrage gestellt und erklärte, in Frankreich akzeptiere keiner die Sanktionspolitik der USA.

 

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