Ajatollah Khamenei: "Der Wille zur Einheit liegt bei den Gläubigen vor. Der Ruf nach der Vereinigung der Muslime erschallt aus den Kehlen der Aufrichtigen und lädt die Muslime ein, auf die Gemeinsamkeiten zwischen ihnen zu achten. Wenn dies geschieht und diese Einheit erzielt wird, dann wird sich die heutige Lage der Muslime ändern und sie werden erstarken."

 

Der Islam ruft zur Islamischen Einheit auf und diese Einheit ist schon immer ein wichtiges Anliegen der Reformer unter den Muslimen gewesen. Persönlichkeiten,  Vereinigungen  und Länder haben sich den Fortschritt  und die Größe  der Islamischen Weltgemeinde sowie die Einheit und Einmütigkeit unter den Muslimen zum Ziel gemacht. Die Islamische Republik Iran  hat seit ihrer Gründung 1979  immer den Zusammenhalt der Muslime gefordert. Sie hat die Woche der Einheit zwischen dem sunnitischen und schiitischen Datum für die Geburt des Propheten (S) eingerichtet und ist jährlich Gastgeber von Persönlichkeiten aus der Islamischen Welt, die an einer internationalen Konferenz für die Islamische Einheit teilnehmen. Dieses Jahr  (2016) fand sie vom 15. bis 17. Dezember zum 30. Mal statt. Es nahmen 250 Persönlichkeiten aus 54 Ländern der Welt teil.  

 

30. Konferenz für die Islamische Einheit in Teheran 

Ein wichtiger Programmteil  der Konferenz für die Islamische Einheit  ist das Treffen mit Ajatollah Khamenei, dem Oberhaupt der Islamischen Revolution Iran  am Jahrestag der Geburt des Propheten (S) gewesen. Ajatollah Khamenei eröffnete seine Ansprache mit der Würdigung der hohen Persönlichkeit des Propheten und sagte mit Nachdruck auf die Wichtigkeit der Vereinigung der Islamischen Welt: "Liebe Brüder und Schwestern! Zurzeit ist die Islamische Welt von schweren Bekümmernissen betroffen und  die Lösung lautet : Islamische Einheit -  (d.h.) sich vereinen, die Kräfte zusammenfügen, sich gegenseitig unterstützen und gedankliche Meinungsunterschiede aufgrund der verschiedenen Rechtsschulen überwinden!"

Der Staatspräsident der Islamischen Republik Iran Hudschat-ul Islam Hasan Rohani  erklärte auf der Eröffnungszeremonie der Konferenz für die Islamische Einheit: "Der Erhabene Prophet (S) hat zu uns gesagt, dass alle Muslime zusammenhalten sollen. Er hat uns nicht nur das sondern auch gelehrt, dass wir uns zu den Anhängern der vorherigen Tauhid-Religionen friedlich verhalten und friedlich mit ihnen zusammenleben sollen. " Scheich Amireddin, der Vertreter des Generalmuftis von Russland erklärte: "Der Aufruf zur Einheit ist ein Aufruf und eine Botschaft des Korans und die Einheit der Muslime ist ein wichtiger Grundsatz im Koran und gehört zur Tradition des Propheten. Alle müssen diesem Grundsatz treu bleiben. "

Ajatollah Khamenei sprach davon, dass es zwei entgegengesetzte Willenskräfte in der Islamischen Welt gibt, nämlich den Willen nach Einheit, dem der Wille nach Zwietracht unter den Muslimen gegenübersteht. Das Revolutionsoberhaupt sagte: "Der Wille zur Einheit liegt bei den Gläubigen vor .  Der Ruf nach der Vereinigung der Muslime erschallt aus den Kehlen der Aufrichtigen und lädt die Muslime ein, auf die Gemeinsamkeiten zwischen ihnen zu achten.  Wenn dies geschieht und diese Einheit erzielt wird, dann wird sich die heutige Lage der Muslime ändern und sie  werden erstarken."

Die zweite Gruppe, welche laufend nach Konflikten und Zwietracht in der Islamischen Welt sucht, sind in Wahrheit die Feinde des Islams  oder ihrer Handlanger , die sich verleiten ließen.   Ajatollah Khamenei  sagte über das Vorgehen dieser zweiten Gruppe zu den Konferenzteilnehmern: " Sie sind heute Zeuge das vom entfernten Ostasien in Myanmar bis nach Westafrika in Nigeria  und weiteren Orten ein Mord an Muslimen erfolgt.  Überall werden Muslime getötet.  An dem einen Ort von Buddhisten und an einem anderen Ort von Boko Haram und Daisch (ISIS) und ähnlichen Leuten.  Und einige blasen in dieses Feuer. Die "englischen Schiiten" sind das selbe wie die "amerikanischen Sunniten". Sie sind  wie die beiden Klingen ein und derselben Schere - und wollen beide  die Muslime gegeneinander aufhetzen.  Dies ist der Ruf des Willens, der nach  Zwietracht strebt.  Es ist ein teuflischer Wille. Aber der Ruf des Willens, der die Einheit möchte, lautet: Lasst die Meinungsverschiedenheit hinter euch, vereint euch  und arbeitet zusammen!"

 

Ajatollah Khamenei verwies  auch vor den Konferenzteilnehmern auf die  Zwietracht hervorrufenden  Maßnahmen westlicher Staaten insbesondere der USA und England. Er sagte: "Wenn Sie sich heute die  Äußerungen ansehen, die arrogante Mächte und Besatzer der Lebensräume von Völkern  von sich geben, werden Sie feststellen, dass  es ein Aufruf zur Zwietracht ist.  Seit jeher heißt es, dass die Engländer die Politik "Spalte und herrsche" betreiben. Herrsche aufgrund der Zwietrachtschürung! Als England noch Macht besaß, war es dessen Politik und es ist auch die Politik der heutigen materialistischen Mächte, ob die USA oder jüngst wieder England.  In der Region hat alles in Übel und Bedrohung bestanden, was in den letzten 200 Jahren von den Engländern kam. Da kommt ein englischer Verantwortlicher (die Premierministerin von England)  in die Region und behauptet, Iran sei eine regionale  Gefahr!  Iran soll  eine Gefahr für die Region sein?  Es erfordert viel Unverfrorenheit, wenn jemand im Lauf der Geschichte  selber eine Bedrohung, Gefahr und Übel für die Region gewesen ist und unser unschuldiges liebes Land anprangert ..."

Die englische Premierministerin Theresa May und die anderen westlichen Verantwortlichen wollen in der Tat durch solches Schüren von Zwietracht und Angst vor Iran unter den Staaten im Süden des Persischen Golfes,  nur weitere Waffenverkäufe tätigen und auf diese Weise diese Länder ausbeuten.

Treffen der Teilnehmer an der Konferenz für Islamische Einheit mit Revolutionsoberhaupt Ajatollah Khamenei 

 

Die Redner auf der 30. Konferenz für die Islamische Einheit  widmeten ihre besondere Aufmerksamkeit dem Einfluss der Fremden zur Spaltung unter den Muslimen und zur Täuschung einiger von ihnen. Dr. Rohani, der iranische Staatspräsident unterstrich: "Wir können an dem Tag ein vereintes Volk sein, an dem Gott für uns unser Herr ist und unser Herr nicht die USA oder England sind oder die Waffen der Terroristen.  Die Standhaftigkeit und der Widerstand von uns Muslimen können  für uns  eine vereinte Umma aufbauen."

Abdul Hadi Awang ein bekannter  Geistlicher aus  Malaysia tadelte einige Regierungen die sich im Fahrwasser des Westens bewegen und sagte: "Einige Länder der Region sind  ein Werkzeug der Feinde und ihrer üblen Ansichten geworden. Anstatt dass sie im Zionismus und in den arroganten Gewaltmächten (Istikbar) ihren wahren Feind sehen, steuern sie zur Kriegsschürung in der Region bei." Er verwies auf die Sitzung des Kooperationsrates der Arabischen Staaten am Persischen Golf   und fuhr fort: "Bei den Treffen einiger arabischer Staaten waren wir leider Zeuge, dass sie über alle Fragen sprachen, nur nicht über Palästina und Syrien. "

Abdul Hadi Awang, ein angesehener Geistlicher aus Malaysia 

Der algerische Denker U. Fallahi kritisierte in seiner Ansprache die Regierungen, welche die Takfiristen (die Muslime aus dem Islam ausgrenzen) unterstützen und sagte: "Wir müssen nach der Annäherung zwischen den islamischen Rechtsschulen und Ländern streben. Aber einige islamische Länder streben nach Normalisierung der Beziehung zu Israel und nach einer Versöhnung mit diesem Regime !" Er fuhr fort: "Gott sei Preis und Dank dass der Gedanke der Annäherung und der Verteidigung der Widerstandslinie fortgesetzt wird und wir nicht geschwiegen haben... Trotzdem  strengen sich einige Gruppen innerhalb der Islamischen Umma an, die Einheit zu zerstören."

 

Die Teilnehmer an der Konferenz verurteilten scharf die  Exkommunizierung (Takfir) und den Terrorismus unter dem Banner des Islams. Scheich Amireddin, der Vertreter des russischen Generalmoftis forderte, dass Glauben und Unglauben genau definiert werden müssten. Er sagte: "Die meisten schiitischen und sunnitischen Gelehrten haben in der Vergangenheit und Gegenwart den Gedanken der Exkommunikation abgelehnt . Die Einheit der Muslime ist mehr als alles andere ein Ziel des Islams und die religiösen Aktivitäten müssen auf dieser Achse aufbauen." 

Abdul Ra`uf Tawana aus Afghanistan verwies darauf, dass sein  Land seit Jahren mit Takfir- und Terrorgruppen konfrontiert ist und  bereis viele Verluste und Schäden wegen deren Aktivitäten ertragen musste. Er erklärte in seiner Ansprache:  "Die Takfiristen lassen sich nach zwei Arten unterscheiden, nämlich bewusste und unbewusste.  Die Takfiristen, die bewusst handeln sind Soldaten der Fremden und die anderen sind auf die  Intrigen der Weltarroganz hereingefallen." Er fügte hinzu: "Die Takfiristen haben keinen Verstand und kein religiöses und menschliches Gewissen. Sie stellen nicht den Islam vor  und ihre Ansichten gibt es in keiner religiösen Quelle. Die takfiristischen Gruppen begehen internationale Verbrechen, um  bekannt zu werden."  

 

Abdul Ra`uf Tawana aus Afghanistan

 Ajatollah Khamenei machte die  Teilnehmer der Konferenz darauf aufmerksam,  dass die  Spaltungspolitik  parallel zum zunehmenden Islamischen Erwachen intensiviert wird. Er sagte: "Seitdem verspürt wurde, dass  in dieser Region ein neues Islamisches Denken aufgekommen ist  und die Völker  Widerstand leisten und sich erheben , haben die Aktivitäten des Feindes zur Zwietrachtstiftung  zugenommen."

Maulawi Adul Hamid, ein sunnitischer Gelehrter  aus dem Iran bestätigte dies und sagte:  "Wir erleben heute einerseits ein Islamisches Erwachen und andererseits  sind wir Zeuge, dass die usurpatorischen Mächte und die Imperialisten dieses Erwachen durch  Bildung von takfiristischen Extremistengruppen und deren Unterstützung gefährden. Denn das Islamische Erwachen lässt diese Mächte nicht mehr an ihre Interessen gelangen.Um erneut ihre  Interessen herzustellen, versuchen sie durch Erzeugung von Zwietracht die  islamische Umma auseinander zu treiben."

Scheich Badreddin Hasun, der Großmufti von Syrien formulierte folgenden treffenden Satz  auf der Islamischen Konferenz: "Wir sind alle Sunniten (Volk der Tradition)  bezüglich der  Sunna (Vorgehensweise) des Propheten, und alle Schiiten (Anhänger) in Bezug auf die Familie des Propheten und haben alle dasselbe Ziel ,nämlich den echten Islam." Er fuhr fort: "Deshalb sind  der "schiitische Halbmond" und das "sunnitische Dreieck" eine künstliche Konstruktion der arroganten Mächte und ihrer Handlanger.  Wir müssen vereint und einmütig unsere  Verpflichtung gegenüber Palästina und El-Quds einlösen." 

Ajatollah Khamenei spricht aus der Nähe mit den Konferenzteilnehmern  

Die Konferenz für die Islamische Einheit schloss mit einer 27 Punkte-Erklärung. Diese spiegelte die  Forderung nach Einheit und Ablehnung jeglicher Zwietracht hervorrufender Schritte und der Zusammenarbeit mit den Feinden des Islams wieder. 

 

Dec 21, 2016 06:54 Europe/Berlin
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