• 33. Runde des Fadschr-Musikfestivals - Februar 2017

In den kalten Tagen des ersten Wintermonats waren die Musiksäle mit Publikum gefüllt und am 20. Januar , dem 30. Dej, stellte das 33. Fadschr-Musikfestival seine Preisträger vor. Hier ein Bericht über die Geschichte dieses Festivals und seine teilnehmenden Künstler und Musikgruppen.

Jedes Jahr findet zu den Jubiläumsfeiern des Revolutionssieges    das Fadschr-Musikfestival im Iran statt, auf dem Künstler ihre neuen Kompositionen und ihre Fähigkeiten vorstellen. 

Das erste Fadschr-Musikfestival erfolgte im Februar 1986.  Es trug zunächst den Namen "Festival für  revolutionäre Hymnen und Lieder" . Vier  Jahre später wurde es umbenannt und es wurden neue Festivalabteilungen hinzugefügt.  1992  wurde das Fadschr-Musikfestival zum ersten Mal auf internationaler Ebene veranstaltet  und es waren neben den Gruppen aus dem Inland  mehrere ausländische Musikgruppen zu Gast, dies vor allen Dingen aus muslimischen Ländern .  An diesem Festival im Jahre 1992 nahmen mehrere bekannte Gruppen und Musiker aus dem Ausland teil wie die Gruppe von Ustad Adine Hashimov  und die Dolatmand Kholov Gruppe aus Tadschikistan, eine Gruppe aus Indien  unter Leitung des berühmten Ustad Bismillah Khan , sowie Ustad Habil Aliyev aus der Republik Aserbaidschan, dessen Instrumentalspiel von dem iranischen Musiker und Interpreten  Nasrullah Nasehpur begleitet wurde.

                            

Im Februar 1998 nahmen bei der 13.Runde des Fadschr-Musikfestivals   zum ersten Mal auch Musikerinnen teil und  eine  Sondersparte wurde für sie eingerichtet.  Die 20. Festivalrunde  konzentrierte sich auf das Thema Musikforschung und für die 23. Runde wurde eine Wettbewerbssparte für das Fadschr-Musikfestival eröffnet.  Schwerpunkt der darauffolgenden Festivalrunden war der Musikernachwuchs, während man während der 31. Runde dieses Musikereignisses  einen besonderen Blick auf die Erfahrungen der Vorjahre warf und der Musikproduktion besondere Aufmerksamkeit schenkte.  Das Fadschr-Musikfestival findet nun seit 33 Jahren statt. Es wird von Hamid Resa Nurbahsch geleitet.  Er ist Geschäftsführer des "Hauses der Musik". 

Schahid Parwiz Khan auf dem 33.Fadschr-Musikfestival

 

Die 33. Runde des Fadschr-Musikfestival lief vom 10. bis 20. Januar in Teheran im Rahmen von mehr als 90 Vorführungen seitens 85 teilnehmender Gruppen. Verschiedene Säle waren Verantstaltungsort, unter anderem im Milad- und Azadi-Turm und im  Wahdat- und Rudaki Saal und im Niawaran-Kulturzentrum.   Festivalsparten  waren unter anderem  traditionelle iranische Musik, Orchestermusik, Frauenmusik, Folklore, Pop-Musik, Jazzrock  und gemischte Musik und es gab eine internationale Abteilung ebenso wie  eine Abteilung für Revolutionsmusik.

In der letztgenannten Abteilung standen sechs Vorführungen auf dem Programm, davon drei im Stil  traditioneller iranischer Musik .  In einer zusätzlichen Sparte für die Revolutionsmusik traten drei Chorgruppen mit  den Evergreens der Revolution auf.   Anlässlich des Festivals  gab es außerdem ein Vortragsprogramm zum Thema  Musikforschung   im Echo-Kulturinstitut, an dem   Forscher aus Iran, Deutschland, Österreich und Polen teilnahmen und zu bestimmten Themen sprachen.

Michael Carr aus Österreich hielt ein Referat über die Strukturen und Zukunftsperspektiven der Jazz-Musik und Klaus Neumann aus Deutschland sprach zum Thema "offizielle Musik- Wettbewerbe  - Existenz, Leistung, Chancen und Gefahren".  Mohammad Said Scharifiyan aus dem Iran behandelte das Thema "Ästhetik der klassischen Musik und Vergleich zum Werdegang der iranischen Musik". Auf dem Programm standen ebenso Workshops wie die für modernes Santurspiel unter Leitung von Ardavan Kamkar, einem iranischen Gesangsinterpreten, und der Workshop von Hamid Mutabasim zu dem Thema  "Ton- und Gehörentwicklung und  Klangqualität". Unterdessen behandelte der iranische Musiker Aidin Samimi Mofkham zusammen mit Martina Kaska aus Polen das Thema "Definition und Struktur der elektroakustischen Musik und ihre Geschichte im Iran."   

In der internationalen Festivalsparte wurde viel Wert auf Vielfalt  gelegt. Es traten Musiker wie Francesco Cafiso,  ein italienischer Saxophonist  , der Schlagzeuger Manu Katché aus Frankreich,  eine Gruppe aus der Mongolei, der afghanische Rabab-Spieler Humayun Sakhi, und der bekannte Gitarrist  Erkan Ogur aus der Türkei auf. Andere Musiker waren Schahid Parwiz  Khan aus Indien, das Österreichisch-Iranische Symphonieorchester,   der portugiesische Interpret Ricardo Ribeiro  das Klang-Quartett aus Deutschland , das Trio Chausson aus Frankreich und Musikkünstler aus China, Serbien, Slowenien und Senegal. 

Ricardo Ribeiro, Fado-Sänger aus Portugal in Begleitung seiner Musikgruppe am 7. Abend des Fadschr-Musikfevisal 

 

Auch der  italienische Musikhistoriker und Tenor Marco Beasley nahm an dem 33. Fadschr-Musikfestival teil.  Er ist 2009 von der Union für Theater- und Konzertsäle Hollands als Kandidat für die beste Aufführung gewählt worden und hat viele Alben herausgegeben. Ebenso wie er erhielt auch der Schlagzeuger Manu Katché aus Frankreich viel Beifall vom iranischen Publikum der 33. Fadschr-Festivalrunde.  Katché ist ein international gefragter Studiomusiker. Er hat bisher sechs Alben unter seinem eigenen Namen herausgebracht und war bei zahlreichen CD-Aufnahmen mitbeteiligt.

Erkan Orgur,  kommt aus der Türkei und spielt die Gitarre und das türkische traditionelle Saiteninstrument Baghlama. Orgur ist in der Türkei  vor allen Dingen für türkische Folkloremusik und Filmmusik bekannt.  Er vermischt ebenso  bekannte türkische Melodien mit neuen Elementen des Jazz. 

Manu Katché

 

In der Sparte Folklore-Musik traten verschiedene Künstler und Musikergruppen aus dem Iran auf.   Dazu gehörte ein Abend für Musik aus Balutschistan mit der Gruppe Sahel-e Makran unter Leitung von Mohammad Ishaq Balutsch und in Begleitung von einigen bekannten Sängern aus den Städten Saravan und Iranschahr,  Provinz Sistan wa Balutschistan.  Genauso viel Freude hatte das Publikum an der Aufführung der Gruppe   ژی  "Ji" unter Leitung von Schahbaz Schahinpur mit seiner Gruppe aus Mahabad, und die Gruppe Ney Meh unter Leitung von Amir Mirschekari aus Buschehr am Persischen Golf. Das Festival wartete  in einem Sonderprogramm mit Musik aus dem Süden Irans auf. Es spielten alte Meister aus Hormozgan, Buschehr und Chusistan, wie Chalu Qanbar Rastgu und Ahmad Ali Scharafi zusammen mit jungen Musiktalenten unter Leitung von Mohsin Aghai. Eine Gruppe von der Insel Hormoz führte  harmonische Tanzbewegungen zur Musik durch.   

In der Abteilung für Folkloremusik traten ebenso Gruppen aus anderen Provinzen Irans auf wie aus Lorestan im Westen,   und Mazanderan und aus dem Gebiet Turkeman Sahra im Norden  oder auch  aus Chorassan im Nordosten. Bekannte Altmeister aus den Provinzen Lorestan und Kurdistan und Aserbaidschan , ebenso wie Altmeister der Turkmenen und des Nomadenstammes Bachtiari haben auf dem Festival ebenfalls ihre Folklore-Musik vorgeführt. Einen Auftritt hatte auch die Folkloregruppe Dschawanan schesch Aqlim die sich aus den Nachwuchstalenten verschiedener Teile Irans zusammensetzt. 

Folklormusik auf dem 33. Fadschr-Musikfestival

 

In der Abteilung Orchestermusik , welche einer der Hauptabteilungen des Fadschr-Musikfestival ist, begeisterten das Symphonie-Orchester der Iranischen Rundfunk- und Fernsehanstalt , das iranische Nationalorchester unter Leitung von Feredun Schahbazian, das Teheraner Symphonieorchester unter Leitung von Schahrdad Rohani, das Nilper -Orchester unter Leitung von Navid Gohari  und die Teheraner Chorgruppe unter Leitung von Milad Omranlu , aber auch die Philharmonie Kurdistan unter Leitung von Mehdi Ahmadi und weitere mit ihren Aufführungen.   

Nach der Beurteilung von circa 200 Werken wurde abschließend der Barbad-Preis  verliehen und zwar für das beste iranische Musikalbum, das beste Folklorealbum sowie das beste Album mit Klassischer Musik des Jahres. Ebenso wie das beste Album mit iranischer Musik und  Jazzrock des Jahres und das beste Album für Popmusik des Jahres und für Kombinationen verschiedener Musikstils.  Barbad  ist ein bekannter Musiker und iranischer Sänger gewesen. Er hat  zur Zeit der Sassaniden im 6. bis  7. Jahrhundert nach Christus gelebt.

 

Jan 31, 2018 06:04 Europe/Berlin
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