Im Namen Gottes und einem schönen guten Tag an unsere lieben Hörerfreunde der Beitragsreihe „Iranische Dörfer, ihre Wunder und Attraktionen“. In unserer heutigen Sendung wollen wir Ihnen zwei Dörfer aus der Provinz Kohkiluyeh und Buyer Ahmad, im Westen Irans, vorstellen; nämlich die Dörfer Kariak und Marin.

Zwei Ortschaften, die in früheren Zeiten an der achämenidischen Route lagen und daher sehr berühmt waren. Heute zählen sie wegen ihrer schönen Aussichten und Naturlandschaften zu den touristischen Ortschaften der Gegend.

Das Dorf Kariak, das rundherum vom Dena-Gebirge umgeben ist, liegt 15 km südwestlich von Sisakht, bis zur Stadt Yasudsch sind es rund 25 km. Es liegt 1700 m über dem Meeresspiegel und hat im Frühling, Sommer und Herbst ein gemäßigtes Klima, im Winter ist es kalt und trocken. Der Fluß Kariak fließt auch durch diese Gemeinde.

Die Ortschaft ist eine der ältesten Gemeinden Denas. Schon vor Einwanderung der Arier in Iran, lebten dort Menschen. Die alte Route der Achämeniden lag 15 km vom Dorf entfernt.

Die Bewohner von Kariak sprechen Lorisch und sie sind schiitische Muslime. 

Laut letzten durchführten Statistiken im Jahr 2006 leben in dieser Gemeinde 3882 Personen. Wirtschaftlich gesehen stützt sich Kariak auf Landwirtschaft, Viehzucht und Gärtnerei. Ein Teil der Einwohner ist im Dienstleistungsbereich und in der Herstellung von Kunsthandwerken tätig. Zu den landwirtschaftlichen Produkten zählen Reis, Weizen, Gerste und Linsen und aus den Obstgärten erntet man Trauben, Pfirsiche, Kirschen und Aprikosen. Es werden auch Milchprodukte wie Milch, Joghurt und getrockneter Quark gewonnen sowie noch Viehfett. Die Frauen beschäftigen sich mit dem Knüpfen von Teppichen und Kelims und helfen somit ihrer Familie. 

Das Gebirgsdorf Kariak liegt auf einem nicht sehr steilen Abhang und hat eine zentrierte Wohnstruktur. Die meisten Häuser sind einstöckig mit dicken Mauern. In der alten Struktur schaffen die Holzhäuser mit ihrer interessanten Architektur und den kleinen Bächlein, die durch die Gassen fließen, ein einzigartiges Bild. Die alten Häuser sind aus Holz, Lehm und Rohziegeln gebaut worden, wobei man allerdings bei den neuen Bauten moderne Baumaterialien wie Stahlträger, Zement und Ziegel verwendet. Jedes Haus hat ein Lager für Getreide, Futter und Brennholz, es besteht aus Zimmer und Wohnzimmer, Küche, WC und Bad sowie einer Terrasse und dem Stall für das Vieh. Da Holz die einzige Brennstoffquelle ist, gibt es ein eigenes Lager für Brennholz.

Das Dorf Kariak hat sehr viele touristische Gelegenheiten. Das gute Klima in dieser Ortschaft, das auf seine Lage in den Tälern zurückzuführen ist, und die gute Erreichbarkeit von Sisakht führen viele Reisende in dieses Dorf. Besonders auch deshalb, weil man von hier aus den Dena-Gipfel erklimmen kann. In den ersten Monaten des Jahres kommen viele Touristen zu dem Fluss, denn dort gibt es viele Bäume, Weintraubengärten und Reisfelder sowie kleine Bäche und auch ein Fischzucht-Becken. Die schöne grüne Aussicht und die vielen Eichen machen aus dieser Gegend eine attraktive Landschaft.

Als weitere Attraktionen kann man auf die Wanderung der Nomaden in der Provinz von ihrem Winterquartier zu den Sommerquartieren hinweisen. Zu den religiösen Anziehungsorten zählen Imamzadeh Asqar, Imamzadeh Isaak, Imamzadeh Ali und Schah Neematollah.

Die meisten Bewohner von Kariak tragen lorisch-bakhtiarische Trachten. Die Mädchen des Dorfes ziehen bei besonderen Anlässen wie Hochzeiten oder Festen schöne und bunte Kleider an.

Man erreicht das Dorf durch eine asphaltierte Straße von Yasudsch und Sisakht aus. 

Das Dorf Marin ist eines der vielen Dörfer aus der Provinz Kohkiluyeh und Buyer Ahmad. Es liegt 36 km nördlich der Stadt Gadschsaran und 198 km südöstlich von Yasudsch in einer Höhe von 1080 m über dem Meeresspiegel. Im Norden dieser Gemeinde erhebt sich der Berg Wali-Gandsch und im Südwesten der Berg Kardi. Der Fluß Schah-Bahram fließt vom Nordosten durch das Dorf. Das Klima ist in der Ortschaft im Frühling und im Herbst angenehm, im Sommer jedoch relativ warm und im Winter kalt und trocken. Die Bewohner von Marin sprechen Lorisch und sie sind schiitische Muslime.

Die Schusch-Route, die in der achämenidischen Zeit Richtung Persepolis und Bischabur führte, lag 7 km entfernt von dieser Gemeinde. 

Das Einkommen der Dorfbewohner von Marin beruht auf Landwirtschaft, Viehzucht, Gärtnerei, und dem Dienstleistungsbereich, aber auch auf dem Kunsthandwerk. Ein Teil der Einwohner sind traditionelle Hirte oder Viehzüchter. Sie ziehen Ende April in ihre Winterquartiere und kommen Ende September wieder in die Sommerquartiere zurück.

Zu den wichtigsten landwirtschaftlichen Produkten zählen Weizen, Gerste und Gemüse. Von den Obstgärten erntet man Granatäpfel und Zitronen. Da in diesem Dorf Viehzucht betrieben wird, gibt es auch sehr viel Fleisch, Milchprodukte wie Joghurt, Butter, getrockneten Quark, Ayran und auch Viehfett. Die Frauen und Mädchen von Marin stellen neben ihren landwirtschaftlichen Tätigkeiten auch Handarbeitsarbeiten wie Kelims, kleine Teppiche und Dschadschims her. 

Das Dorf Marin befindet sich auf einem nicht sehr steilen Berghang und hat eine zentrierte Wohnstruktur. Die Häuser haben flache Dächer, Balkons, kleine Fenster und dicke Wände. Die Mauern sind oft mit Stroh und Lehm bedeckt. Die meisten Bauten liegen südlich und sind aus Stein, Ziegel, Lehm, Rohziegel und Holzbalken errichtet worden. Die Gassen sind breit und gut begehbar.

Das Dorf wird jährlich wegen seines guten Klimas und der schönen Aussicht von vielen Besuchern und Naturliebhabern besucht. Die hohen Wälder sind im Frühling und im Sommer gute Orte, um sich erholen zu können. Auch die Gegend nahe des Sees Kosar zählt zu den touristischen Attraktionen von Marin. Der See hinter dem Staudamm, der 17 km von Marin entfernt ist, ist ein passender Ort für verschiedene Wassersportarten. In der Region gedeihen vielfältige Heilpflanzen wie Tragant, Borretsch und Stiefmütterchen. Auch diverse Tiere und Vögel sind dort zu sehen, so zum Beispiel Wölfe, Füchse, Hasen, Gämsen, Wildschweine, Falken und Rebhühner. Da in Gadschsaran die Temperaturen im Sommer oft bis zu 40 Grad ansteigen, sind die kühlen Bächlein und die schönen grünen Gärten in dieser Gegend gute Erholungsgebiete.

Um in das Dorf Marin gelangen zu können, muss man über eine asphaltierte Strecke von Gadschsaran losfahren. 

Liebe Hörerfreunde, wir sind wieder mal am Ende unseres heutigen Programms angelangt. Bis zum nächsten Mal und eine weitere Folge aus unserer Beitragsreihe, Gott schütze Sie!

Jan 15, 2017 11:58 CET
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