Hallo, liebe Hörerfreunde, Ihnen allen wünscht das IRIB-Team einen schönen und geruhsamen Herbsttag.

Heute sind wir wieder einmal mit einer neuen Folge aus der Beitragsreihe „Iranische Dörfer, ihre Wunder und Attraktionen“ für Sie da. Wie Sie sich bestimmt erinnern können, haben wir Ihnen in den letzten Folgen einige Dörfer aus der Provinz Yazd vorgestellt. Da diese Wüste und Oase mit ihrem warmen und trockenen Klima sehr viele sehenswürdige Regionen besitzt, werden wir uns weiter mit Dörfern aus dieser Gegend auseinandersetzen. Wir befassen uns also heute mit den Gemeinden „Kharanaq“ und „Saryazd“. Bleiben Sie also dran.

Das Dorf Saryazd, das als eine der wundervollsten und historischen Ortschaften inmitten der Zentralwüste Irans gilt, liegt 6 km nordöstlich der Stadt Mehriz und 28 km südwestlich von Yazd. Diese Gegend ist dort vom Nordosten bis Nordwesten mit vielen Gebirgszügen umgeben. Saryazd mit einer Höhe von 1380 m über dem Meeresspiegel hat ein warmes trockenes Klima. Die Bewohner sprechen Farsi mit einem yazdischen Dialekt und sind schiitische Muslime. Archäologische Forschungen auf Töpfereiarbeiten zeigen, dass diese Gegend zur Zeit der Seldschuken, Ilkhanen und Safawiden sehr bekannt war. Nach Meinung von Experten und gemäß historischen Schriften, gab es vor der Entstehung der Stadt Yazd, eine Ortschaft in der Nähe von Saryazd namens „Farafer“ oder „Farafetr“, die dann von Dürre befallen wurde.

Das Dorf Saryazd ist trotz seiner Lage in einer Wüstebgegend, sehr grün und besitzt zahlreiche Obstgärten. Früher lebten dort vielen Menschen, die dann aber aufgrund von Wassermangel und Dürre in nahe gelegene Städte, besonders Yazd auswanderten. In den letzten Jahrzehnten haben sich dann jedoch die Obstgärten und Felder wegen der guten Qualität des Wassers und Bodens weiter entwickelt.

In Saryazd wird vorwiegend Landwirtschaft, Viehzucht und Gärtnerei betrieben. Ein Teil der Bewohner ist auch im Dienstleistungsbereich tätig. Zu den landwirtschaftlichen und Gartenprodukten zählen: Weizen, Gerste, Gemüse, Pistazien, Granatäpfel, sowie Wasser- und Zuckermelonen. Auch verschiedene Vieh- und Molkereiprodukte werden produziert. Ein Großteil der Landwirte beschäftigt sich nebenberuflich auch mit Handarbeiten insbesondere dem Knüpfen von Teppichen.

Saryazd liegt in einer großen Ebene und hat eine zentrierte Wohnstruktur. Die meisten alten Häuser sind nach der traditionellen Wüstenarchitektur aus Lehm und Rohziegel errichtet worden. Sie haben dicke hohe Mauern. Die Gassen sind eng und ineinander verflochten. Ein Wasserschacht, der Windturm, Zimmer mit drei bis zu fünf Türen, der Innen- und Außenbereich sowie das Wasserbassin sind Zeichen dieser Wüstenarchitektur. Im Haus gibt es auch einen Bereich für das Kunsthandwerk oder weitere wirtschaftlichen Tätigkeiten. Heute werden beim Hausbau die nun üblichen Baumaterialien verwendet.

Saryazd ist wegen seiner natürlich-historischen Lage sowie seiner Gärten und grünen Felder, aber auch aufgrund der unteririschen Wasserkanäle und alten historischen Bauten bei den Touristen sehr beliebt. Zu den historischen Bauten zählen: das alte Postamt aus der Zeit der Sassaniden, die große Festung Saryazd von den Seldschuken und Safawiden, das alte Wirtshaus der Seldschuken, das neue Gasthaus der Safawiden, sowie Überreste des Stadttors Faramarz aus der Sassaniden-Zeit und die Dschamee-Moschee von Saryazd. Weiterer Anziehungspunkt sind die alte Dorfstruktur und die sehr alten Wasserschächte. Die Burg Saryazd ist eine der schönsten und größten Verteidigungsfestungen der iranischen Zentralwüste. Experten zufolge wurde der Hauptteil dieser Festung in der Sassaniden-Zeit errichtet und dann von den Safawiden restauriert und renoviert. In der Burg selbst sind verschiedene Verteidigungsbauten zu sehen, Bauten wie Grabentore, Blockaden und ineinander gelegene Mauern sowie Wachtürme. Zimmer für vorübergehende Aufenthalte, Lebensmittellager und Scheunen waren die wichtigsten Räume in dieser Festung.

Als natürliche Sehenswürdigkeiten der Gemeinde Saryazd kann auf die interirdischen Wasserkanäle hingewiesen werden, die das Dorf kultivieren. Da diese Gemeinde zwischen Yazd und Kerman liegt, wird sie auch von vielen Oasenliebhabern besucht. Das Dorf bietet einen lieblichen Anblick inmitten der Wüste und mit seinen grünen Gassen, kühlen Gärten und wasservollen Bächlein.

Liebe Hörerfreunde, neben den natürlichen und historischen Sehenswürdigkeiten von Saryazd kann auch auf die kulturellen Attraktionen des Dorfes hingewiesen werden. Die Lebensweise und religiösen Zeremonien, die Sitten und Gebräuche der Bewohner, wie auch ihre Einfachheit und Freundlichkeit, zählen neben diversen Kochkünsten zu den wichtigsten kulturellen Besonderheiten von Saryazd. Granatäpfel und trockene Früchte können als Mitbringsel dieser Gemeinde genannt werden.

Liebe Hörerfreunde, im zweiten Teil unserer heutigen Sendung, wollen wir Ihnen das historische Dorf Kharaneq vorstellen, das auf der Fahrtroute Yazd-Tabas, 85 km entfernt von Yazd liegt.

Trozt der Wüstenlage dieser Gemeinde ist die Landschaft dort grün. Der gleichnamige Fluß fließt im Osten des Dorfes, der Berg Qalee liegt im Nordwesten und die Wüste im Süden des Dorfes. Auch Minen befinden sich im Ort und es werden verschiedene Erze abgebaut. Zudem gibt es einen geschützten Bereich namens Dareh-Andschir, wo Tiere wie Böcke, Ziegen, Schafe, Wildkatzen, Luchse, Panther und Trappen leben. Was den Ort jedoch anziehend macht, sind die historischen Bauten wie die wackelnden Minarette, die Kharaneq Burg, eine Karawanserei, die Brücke Abrah, aber auch die alte Badanlage, eine Mühle und die Dschamee-Moschee.

Auch der Bau „Pirsabz Tschek Tschek“, ein zoroastrischer Pilgerort, wird von den Touristen besucht.

Das Dorf Kharaneq ist eine Wüstenstadt inmitten von Gebirgen und Bergzügen. Es besteht aus zwei Teilen: das alte und das neue Dorf. Der alte Teil, wo auch die Burg steht, war bis 1980 bewohnt. In der Festung gibt es ein wackelndes Minarett, das immer noch steht. Das Alter dieser Burg wird auf 4000 Jahre geschätzt, es befinden sich dort 80 zwei bzw. dreistöckige Häuser, der erste Stock wurde als Stall verwendet. Zudem sind sechs Wachtürme und Wasserkanäle rund um die Anlage zu sehen, die zur Sicherheit errichtet wurden. Die Häuser waren durch ineinander gelegene Gänge mit einander verbunden. Die Burg hatte sogar eine Moschee und eine öffentliche Badanlage wie auch eine Wassermühle.

Im Dorf befindet sich noch eine Karawanserei, die vor 150 Jahren auf Anordnung von Fath Ali Schahs Sohn wieder restauriert wurde. Sie dient jetzt als eine ausbildende Werkstatt und als Observatorium, wo man in den schönen Wüsten-Nächten den Sternenhimmel beobachten kann.

Liebe Hörerfreunde, wir hoffen, dass Ihnen die heutige Sendung gefallen hat. Bis zum nächsten Mal, Gott schütze Sie!

Jun 09, 2017 14:31 CET
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