• Islam richtig kennenlernen (80 – die hohe Moral des Propheten)  

In diesem Teil aus unserer Serie über den Islam, werfen wir auf eine weitere Perspektive im Leben des Propheten (S) des Islams einen Blick. Wir sagten bereits, dass der Prophet als Erster eine Regierungsordnung basierend auf dem islamischen Glauben gegründet hat und zwar in einer Umgebung, die voller Irrtum und Unwissenheit steckte.  Diese Regierung hatte einmalige Wesensmerkmale und Komponenten sowohl auf theoretischer als auf praktischer Ebene. Sie stellt das Modell des Islams für ein religion

 

                                      

Nicht nur Glaube, Spiritualität und Gerechtigkeit waren Wesensmerkmale der Regierung des Propheten, sondern auch die Beachtung von Wissenschaft und Wissen, Einmütigkeit und Brüderlichkeit ebenso wie die Verbesserung und Heilung der Moral und des Verhaltens der Menschen. Gerade auf den letzten Punkt legte der Prophet (S) in der islamischen Staatsordnung großen Wert, nämlich die Läuterung der Menschen und ihre Befreiung  von Verdorbenheit und schlechten Eigenschaften. Die Erziehung und Charakterveredlung der Menschen war eines der Hauptziele seiner Regierung. Er hat gesagt: Ich bin ausgesandt worden zur Vervollkommnung der Moral.“

In der Person des   Propheten spiegeln sich alle moralischen Tugenden  wieder. Alle kannten ihn wegen seiner Milde, Barmherzigkeit und Freundlichkeit und es heißt, dass er seinen Erfolg  bei der Verwaltung der muslimischen Gesellschaft gerade dieser Freundlichkeit und Liebe zu verdanken hat. Der Prophet hätte ohne diese wirksame, volksfreundliche  Art und Weise niemals die vorhandenen Probleme und Hindernisse lösen und überwinden können.  Über die Moral des Propheten sagt Gott im Vers 159, der Sure Al Imran (Sure 3):

Sure 3, Vers 159 „…Durch Erbarmen von Gott bist du mild zu ihnen gewesen; wärst du aber schroff und hartherzig, so würden sie wahrlich rings um dich auseinandergelaufen.“

                      

 

Die Ausstrahlung einer Persönlichkeit hat viel mit ihrem  freundlichen Verhalten zu den Menschen und deren Achtung zu tun.  Jemand der Freud und Leid mit den Menschen teilt,  kann ihre Herzen erobern.  Obwohl der Prophet (S) in Medina an der Spitze der Islamischen Regierung und Staatsordnung stand, verhielt er sich so bescheiden, dass alle sich ihm nahe wussten. Der Prophet behandelte jeden, der zu ihm kam, höflich. Manchmal breitete er seinen Mantel für sie auf dem Boden auf, damit sie sich darauf hinsetzen.

Der Prophet widmete sich den Angelegenheiten und Problemen der Muslime und war unermüdlich bestrebt, ihre Bitten zu erfüllen.  Einmal sah er zusammen mit seinen engen Helfern draußen vor der Stadt Medina eine alte Frau,  die vergeblich versuchte Wasser aus dem Brunnen hochzuholen, um es zu ihrem Zelt zu bringen.  Der Prophet fragte: „O Mütterchen, möchtest du, dass ich dir Wasser aus dem Brunnen hole?“  Das alte Mütterchen freute sich.  Da schöpfte der Prophet Wasser und füllte ihren Wasserschlauch und trug ihn zu ihrem Zelt.   Einer seiner Begleiter beharrte darauf, dass er ihm den Wasserschlauch abnimmt und ihn  selber zum Zelt der alten Frau bringt, aber der Prophet ließ es nicht zu. Er sagte: „Ich habe es eher verdient,  die Schwierigkeiten meines Volkes auf mich zu nehmen!" 

Es gehörte zum Leben des Propheten, dass er den anderen Menschen half und ihnen Gutes tat.  Als Oberhaupt der jungen islamischen Regierung munterte er seine Anhänger auf, das gleiche zu tun und den  Mitmenschen, besonders den Gläubigen zu helfen. Er sagte: „Wenn jemand einen Wunsch seines Bruders (im Glauben) erfüllt, so ist es als ob er den ganzen Tag zu Gott gebetet hätte.“  

                                

Es ist ein Zeichen für Charaktergröße und Großmut, wenn jemand die Fehler der anderen verzeiht, ihre Entschuldigung akzeptiert und großzügig darauf verzichtet, andere für ihr falsches Verhalten zu tadeln.  Diese Eigenschaften waren charakteristisch für den Propheten. Imam Ali (Friede sei ihm) hat gesagt:  „Der Prophet Gottes (S) war der freigiebigste  von allen  und beim Umgang mit anderen der großzügigste. Wenn jemand sich bei ihm entschuldigte, dann nahm er die Entschuldigung an. "

Wenn der Prophet sprach, begleitete er seine Worte mit einem freundlichen Lächeln.   

Der Prophet ist für sein freundlich lächelndes Gesicht bekannt.  Wenn er jemanden sah, grüßte er als Erster. Er hielt als Erster anderen zur Begrüßung die Hand entgegen. Er war zu allen freundlich auch zu Nicht-Muslimen und hatte große Ausstrahlung. Alle im Volke kamen in den Genuss seiner großzügigen Art und ganz besonders edel behandelte er die Prophetengefährten. Durch seine freundliche Art war eine so herzliche Verbindung  und Einmütigkeit zwischen ihm und  seinen nahen Helfern entstanden , dass sich alle zu ihm,  dem Ausgangspunkt des Großmutes und des Selbstverzichtes hingezogen fühlten und niemals das Gefühl hatten, dass sie nicht zu ihm gehören.

Anas Ibn Malik berichtet: „Wenn der Prophet (S) einen seiner Gefährten drei Tage lang nicht gesehen hatte, dann erkundigte er sich nach ihm. War ein anderer auf Reisen, dann betete er für ihn,  und wenn nicht, dann ging er ihn besuchen und wenn er krank war, besuchte er ihn am Krankenbett. 

Eine schlichte Lebensführung  war für den  Propheten (S) ein festes Prinzip.  Seine Nahrung und seine Kleidung und seine Unterkunft waren bescheiden und sein Verhalten war bescheiden und einfach.  Seine spirituelle Größe  ging mit einem einfachen Leben einher. Umar Ibn Chattab berichtet, dass er einmal den Propheten aufsuchte und sah, dass er sich auf einer Strohmatte ausgeruht hatte und sein Kissen aus Palmenfasern bestand.  Umar Ibn Chattab fragte ihn, warum er so bescheiden lebt, während der König von Rom und Persien auf kostbaren Teppichen ausruht. Da erklärte ihm der Prophet, dass diese Herrscher  die Freuden des vorübergehenden Diesseits genießen, obwohl das Diesseits nur ein Übergang ist und alle Freuden zu Ende gehen , während die Gläubigen im ewigen Jenseits  ein schönes Leben haben werden.

                          

Der Prophet zeigte eine großartige Geduld im Umgang mit anderen und dies obwohl er gemäß eigenen Aussagen wie kein anderer schikaniert worden ist, während er für die Sache Gottes eintrat. Der Prophet  blieb gegenüber allen Misshandlungen geduldig und dank dieser Geduld und Standhaftigkeit konnte er die Menschen verändern und ihnen aus dem Dunkel der Unwissenheit heraushelfen.

Einmal versperrte ein Jude dem Propheten den Weg und behauptete, dass der Prophet ihm etwas schulde. Der Prophet war sich sicher, dass er diesem Mann nichts schuldet. Dennoch sage er ihm: „Gib mir eine Frist.“

 Der andere aber wollte ihm keine Frist geben und forderte, der Prophet müsse ihm sofort die Schuld zurückzahlen.  Er zerrte so sehr an dem Übermantel des Propheten, dass er ihm  am Hals eine Wunde zufügte.  Als die anderen sahen, wie grob und beleidigend  dieser Jude mit dem Propheten umging, wollten sie ihn bestrafen. Aber der Prophet sagte: „Ich weiß schon  wie ich mit ihm umgehen soll.“

Der Prophet sprach geduldig und ruhig mit dem Juden. Der Jude war beeindruckt von dieser  Geduld und Ausdauer des Propheten.  Er sagte: „Kein normaler Mensch kann eine solche Geduld aufbringen. Gewiss! Du bist von Gott ausgesandt worden. Diese Geduld ist die Geduld der Propheten.“ Dieser Jude bekannte sich zum Islam.

 

Es gab einige, die nichts von der spirituellen und charakterlichen Größe des Propheten Mohammad (S) wussten und sich ihm gegenüber dreist und voreingenommen verhielten. Aber die großartige Art des Propheten ließ ihren Stolz und ihren blinden Eifer verklingen. Es war die hohe Moral des Propheten, welche sie begeisterte.

                             

Als die hasserfüllten Götzendiener im  Laufe des Uhud-Gefechtes dem Propheten einen Zahn brachen und er aus dem Mund blutete, erzürnten seine Helfer und sie baten den Propheten, dass er die ungläubigen Feinde verflucht. Aber der Prophet (S) sagte: „Ich bin nicht ausgesandt worden, um zu verfluchen, sondern ich bin der Prophet der Barmherzigkeit und bete für sie: O Gott, rechtleite mein Volk, denn es ist unwissend.“ 


 

 

 

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Oct 18, 2017 11:46 CET
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