Wir haben die Sure 36 bis zum Vers 27 erläutert und besprechen heute 8 weitere Verse aus ihr. Die Verse 28 bis 30 dieser Sure, die Sure Ya Sin,  beinhalten Folgendes:

(36: 28 – 35)

 

وَمَا أَنزَلْنَا عَلَىٰ قَوْمِهِ مِن بَعْدِهِ مِن جُندٍ مِّنَ السَّمَاءِ وَمَا كُنَّا مُنزِلِينَ

„Wir sandten gegen sein Volk nach ihm keine Heerschar vom Himmel herab; Wir brauchten auch (vorher)  nichts herabzusenden (auch zuvor war unsere Tradition nicht anders als dies).“ (36: 28)

 

إِن كَانَتْ إِلَّا صَيْحَةً وَاحِدَةً فَإِذَا هُمْ خَامِدُونَ

„Es war nur ein einziger himmlischer Schrei, da waren sie sogleich ausgelöscht.“ (36: 29)

 

يَا حَسْرَةً عَلَى الْعِبَادِ ۚ مَا يَأْتِيهِم مِّن رَّسُولٍ إِلَّا كَانُوا بِهِ يَسْتَهْزِئُونَ

„O schade um die(se) Diener! Es kommt kein Gesandter zu ihnen (um sie rechtzuleiten), ohne dass sie sich über ihn lustig machen würden.“ (36: 30)

 

Wir sprachen im letzten Teil von einer Stadt , in die Gott Propheten geschickt hatte, damit sie die Bevölkerung rechtleiten. Diese Stadt hieß Antiochia und lag in der Region des antiken Syriens (Schaam). Aber diese Propheten wurden bedroht und der Lüge bezichtigt. Die Bevölkerung brachte auch einen Mann namens Habib, der zur Verteidigung der Gesandten Gottes herbeigeeilt war, um. Darüber sprachen wir beim letzten Mal.

Gott erklärt nun in den darauffolgeden Versen, dass die Leute, welche die Propheten der Lüge bezichtigten und den Gottesfreund Habib töteten, die göttliche Strafe verdient hatten und schon auf Erden bestraft wurden. Auf göttlichen Befehl hin kam ein himmlischer Schrei auf sie nieder und vernichtete sie.

 

Es ist für Gott einfach, die irregegangenen, frevelhaften Völker auszulöschen und dafür bedarf es keines himmlischen Heeres. Gott braucht keine Engelsscharen auszuschicken, damit er solche Leute vernichtet. Wenn Er will, genügt ein furchtbarer Schrei von Himmel und Erde, um  alle zum Schweigen zu bringen, so dass sie sich nicht mehr rühren und nichts mehr sagen können.

Dann heißt es weiter in diesen Versen, dass es schade um diese Menschengeschöpfe ist, wenn sie - anstelle die Rechtleitung Gottes anzunehmen - durch ihr schlechtes Tun selber ihre Vernichtung herbeiführen.  Das Verhalten solcher Leute beginnt mit Spott und führt dazu, dass sie die Freunde Gottes misshandeln und sogar umbringen.  

 

Wir können uns einprägen:

Erstens: Wenn eine Gesellschaft die Freunde Gottes herabsetzt, verspottet und misshandelt, sollte sie damit rechnen, dass Gottes Strafe sie trifft. Diese Strafe kann ganz unerwartet eintreten.

Zweitens: Wir sollten uns nicht vor den Drohungen der Gewaltsamen fürchten und deswegen nicht von Recht und Wahrheit ablassen. So Gott will, werden diese Hochmütigen schnell vernichtet.

Drittens:  Unser Glauben sollte nicht wegen dem Spott anderer ins Wanken geraten und wir sollten deshalb nicht die Erfüllung unserer religiösen Pflichten vernachlässigen. Alle Propheten sind verspottet worden, doch sie haben niemals von Recht und Wahrheit abgelassen.

                            

Es folgen die Verse 31 und 32 der Sure Ya Sin:

 

أَلَمْ يَرَوْا كَمْ أَهْلَكْنَا قَبْلَهُم مِّنَ الْقُرُونِ أَنَّهُمْ إِلَيْهِمْ لَا يَرْجِعُونَ 

 „Sehen sie denn nicht, wie viele Geschlechter Wir vor ihnen vernichtet haben, und dass sie zu ihnen (den Ungläubigen)  nicht zurückkehren?“ (36: 31)

 

وَإِن كُلٌّ لَّمَّا جَمِيعٌ لَّدَيْنَا مُحْضَرُونَ

„Und sie werden alle insgesamt bei Uns (am Jüngsten Tag)  vorgeführt werden.“ (36: 32)

 

Hier sind nun alle Menschen angesprochen: Betrachten sie nicht die Geschichte ihrer Vorfahren und deren Schicksal? Sind nicht in der Vergangenheit vor euch viele Völker erschienen und alle untergegangen? Wie oft haben diese Völker Macht, Reichtum und eine Hochkultur besessen!  Dennoch ist heute keine Spur mehr von ihnen zu sehen und sie haben nicht die Möglichkeit auf die Erde zurückzukehren und den Menschen von heute zu helfen.

 

Wir können uns also merken:

Erstens: Der Koran empfiehlt an dieser wie an mehreren anderen Stellen, die Geschichte der früheren Völker zu betrachten. Diese Studien sollen nicht dem Zeitvertreib dienen, sondern der Mensch soll aus ihnen eine Lehre ziehen und sich durch sie mahnen lassen.

Zweitens: Gott geht in der Geschichte nach bestimmten Regeln vor, und wir sehen, dass die Schicksale sich ähneln. Die Betrachtung einer Szene in der Geschichte kann als Muster für andere Szenen dienen.

Drittens:  Nach dem Tod ist  eine Rückkehr auf die Erde nicht mehr möglich. Folglich lehnt der Koran  den Glauben im Hinduismus an eine Wiedergeburt, gemäß dem die Menschen angeblich nach dem Tod in einem anderen Körper auf die Welt zurückkehren, ab.

 

Es folgen die Verse 33 bis 35 der Sure Ya Sin:

 

وَآيَةٌ لَّهُمُ الْأَرْضُ الْمَيْتَةُ أَحْيَيْنَاهَا وَأَخْرَجْنَا مِنْهَا حَبًّا فَمِنْهُ يَأْكُلُونَ

„Und ein Zeichen ist für sie die tote Erde. Wir machen sie lebendig und bringen aus ihr Körner hervor, so dass sie davon essen (können).“ (36: 33)

 

وَجَعَلْنَا فِيهَا جَنَّاتٍ مِّن نَّخِيلٍ وَأَعْنَابٍ وَفَجَّرْنَا فِيهَا مِنَ الْعُيُونِ

„Und Wir haben auf ihr Gärten mit Dattelpalmen und Trauben geschaffen und auf ihr Quellen hervorströmen lassen,“ (36: 34)

 

لِيَأْكُلُوا مِن ثَمَرِهِ وَمَا عَمِلَتْهُ أَيْدِيهِمْ ۖ أَفَلَا يَشْكُرُونَ

„damit sie von deren Früchten essen. Nicht ihre Hände haben sie geschaffen. Wollen sie denn nicht dankbar sein?“ (36: 35)

                                                          

Die vorherigen Verse haben auf die Auferstehung der Menschen nach dem Tod und davon gesprochen, dass sie Gott einmal vorgeführt werden. Und nun geht es in der obigen Stelle in der Sure Ya Sin um eines der deutlichsten Zeichen auf der Erde für das Jenseits, nämlich die Wiederbelebung der Erde nach ihrem Absterben.

Im Winter stirbt die Erde und gibt keine Früchte ab. Doch im Frühling lebt sie auf und wird frisch und die Pflanzen auf ihr wachsen. Jedes Jahr wiederholt sich dieses großartige Geschehen. Während es im Winer kein Zeichen von Wachstum und pflanzlichem Leben gibt, sehen wir im Frühling, wie die Blumen unter der Sonne Blüten hervorbringen und die Bäume knospen und ergrünen.

 

Es verdient Aufmerksamkeit, dass das Leben der Menschheit auf diesem Erdball von dem Leben der Pflanzen abhängt. Wenn die Vegetation und die Tiere auf der Erde vernichtet würden, würde der Mensch nicht mehr lange weiterleben können, denn Pflanzen und Tiere sind seine Hauptnahrung.

Interessant ist auch dass der Koran öfters Datteln und Trauben erwähnt und sie als besonderen Segen Gottes vorstellt. Das kann damit zu tun haben, dass diese beiden Früchte so nahrhaft sind und viele Vitamine enthalten, die der Körper braucht.

 

Wir können uns merken:

Erstens:  Die Natur ist das Buch der Gottesschöpfung  und wer sich in dieses Buch  vertieft,  wird auf jeder Seite von ihm auf den Schöpfer der Welt aufmerksam gemacht.

Zweitens: Der Mensch kann selber im irdischen Leben die Auferstehung nach dem Tode nicht erleben, aber er kann die Auferstehung der Pflanzen sehen.

Drittens: Der Mensch muss Gott dafür danken, dass er so viele Arten von Früchten und Nahrung zur Verfügung hat. Aber leider sind viele undankbar.

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Mar 14, 2018 07:17 CET
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