Wir heißen alle Freunde zu einem weiteren Teil der Serie „in Richtung Licht“ willkommen und nehmen unsere Exegese zu der Koransure Ya Sin beim Vers 36 wieder auf. In diesem Vers steht übersetzt:

(36: 36- 44)

 

سُبْحَانَ الَّذِي خَلَقَ الْأَزْوَاجَ كُلَّهَا مِمَّا تُنبِتُ الْأَرْضُ وَمِنْ أَنفُسِهِمْ وَمِمَّا لَا يَعْلَمُونَ                                   

„Preis sei Demjenigen, der die Paare alle erschaffen hat von dem, was die Erde wachsen lässt, von ihnen selbst und von dem, was sie nicht wissen!“ ( 36: 36)

 

Anhand der vorhergehenden Verse haben wir im letzten Teil schon von einigen Zeichen in der Natur für den Einen Gott gesprochen. Nun weist der Koran 36 der Sure 36 auf eine wichtige Regel in der Schöpfungsordnung hin nämlich auf die Regel der Paarigkeit. Es heißt: Gott hat die Pflanzen und Tiere und Menschen in Paaren geschaffen. Während dem Menschen schon damals die Paarigkeit der Tiere bekannt war und er geraume Zeit später auch die der Pflanzen entdeckte,  gibt es aber noch weitere Dinge für die dieses Gesetz gilt, jedoch sind sie laut diesem Vers den Menschen unbekannt.  Gott, der eine solche Macht besitzt, dass er die Vermehrung der Lebewesen in Form der Paarbildung gewährleistet, ist rein von jedem Mangel. Er benötigt für die Schöpfung keinen Teilhaber. Nur Er verdient es, dass wir ihn preisen.

 

Hier noch folgende zwei Anmerkungen:

 

Erstens: Gott, der alles in Paaren erschaffen hat, braucht selber keinen Partner. Er ist einzigartig und einmalig und nur Einer.

Zweitens: Was Körper und Triebe betrifft, steht der Mensch mit den anderen Lebewesen auf einer Stufe und nicht über ihnen.

Drittens: Das Wissen des Menschen ist begrenzt, und er hat noch viele Wahrheiten des Daseins nicht entdeckt.

 

Wir wenden uns den Versen 37 bis 40 der Sure Ya Sin zu:

 

وَآيَةٌ لَّهُمُ اللَّيْلُ نَسْلَخُ مِنْهُ النَّهَارَ فَإِذَا هُم مُّظْلِمُونَ

„Und ein (weiteres) Zeichen ist für sie die Nacht. Wir ziehen von ihr den Tag (ähnlich einer Haut) weg, und sogleich befinden sie sich im Finstern.“ (36: 37)

 

وَالشَّمْسُ تَجْرِي لِمُسْتَقَرٍّ لَّهَا ۚ ذَٰلِكَ تَقْدِيرُ الْعَزِيزِ الْعَلِيمِ

„Und die Sonne läuft zu einem für sie bestimmten Aufenthaltsort. Das ist die Anordnung des Allmächtigen und Allwissenden.“ (36: 38)

 

وَالْقَمَرَ قَدَّرْنَاهُ مَنَازِلَ حَتَّىٰ عَادَ كَالْعُرْجُونِ الْقَدِيمِ

„Und dem Mond haben Wir das rechte Maß in Himmelspunkten festgesetzt, bis er wieder wie ein alter Dattelrispenstiel (sichelförmig und gelblich) wird (und erneut allmählich zum Vollmond wird).“ (36: 39)

 

 لَا الشَّمْسُ يَنبَغِي لَهَا أَن تُدْرِكَ الْقَمَرَ وَلَا اللَّيْلُ سَابِقُ النَّهَارِ ۚ وَكُلٌّ فِي فَلَكٍ يَسْبَحُونَ

„Weder ziemt es der Sonne, den Mond einzuholen, noch wird die Nacht dem Tag zuvorkommen; alle laufen in einer (jeweils eigenen) Umlaufbahn. (36: 40)

 

Diese Stelle verweist auf die regelmäßige Bewegung von zwei Himmelskörpern, nämlich Sonne und Mond. Gott hat sie auf eine bestimmte Bahn gebracht und ihr Volumen und ihre Geschwindigkeit festgelegt. Der Mensch sieht Mond und Sonne am Himmel. Beide liegen weit auseinander so dass sie nicht zusammenstoßen.

 

 Unser Erdball ist von Natur aus dunkel, denn er hat von sich aus kein Licht.  Der Teil der Erde, der am Tag der Sonne gegenüberliegt, wird durch deren Strahlen erhellt. Bei Sonnenaufgang wird ein Teil der Erde erhellt und es beginnt in diesem Teil ein neuer Tag. Aber da sich die Erde um sich selber dreht, geht die Sonne schließlich in diesem Teil allmählich wieder unter und er wird in Dunkelheit eingetaucht. Das Licht der Sonne ist wie ein weißes Kleid, welches jeden Tag der Erde übergezogen und ihr bei Sonnenuntergang wieder abgestreift wird. 

 

Aber Gott hat auch zur Nachtzeit keine völlige Dunkelheit für die Bewohner der Erde gewollt. Daher hat Er der Sonne einen großen Spiegel gegenüber gestellt – den Mond, der einen Teil ihres Lichtes wieder auf die Erde zurückstrahlt. Der Mond ist wie eine Nachtleuchte, die mit ihrem milden Licht den Bewohnern auf der Erde, wenn sie vom Dunkel der Nacht umhüllt werden, Ruhe spendet.  

                            

Wir möchten noch wie  folgt an diese Stelle in der Sure 36 anknüpfen:

 

Erstens: Die Ordnung, die in der Natur herrscht, die Bewegung von Mond, Sonne und Erde und die Entstehung von Nacht und Tag und die anderen Naturerscheinungen sind alles Zeichen für Gott, den Allwissenden und Allmächtigen.

Zweitens:  Die Bahn auf der sich Sonne, Mond und Erde bewegen und die Geschwindigkeit ihrer Bewegung folgen einer präzisen Berechnung. Dies kann kein Zufall sein und geschieht nicht ohne weise Planung!

Drittens: Gott der Weise hat für den Mond verschiedene Erscheinungsformen vorgesehen, von der schmalen Mondsichel bis zum runden Vollmond. An einer anderen Stelle im Koran wird auf einen der Gründe  hingewiesen. Dort steht dass die verschiedenen Erscheinungsbilder des Mondes einen natürlichen Kalender vorlegen,  um Tage, Monate und Jahre zu bestimmen.

              

Wir besprechen nun noch die nächsten vier Verse, nämlich Vers 41 bis 44 der Sure Ya Sin:

 

وَآيَةٌ لَّهُمْ أَنَّا حَمَلْنَا ذُرِّيَّتَهُمْ فِي الْفُلْكِ الْمَشْحُونِ

 „Und ein (weiteres) Zeichen ist es für sie, dass Wir ihre Nachkommenschaft auf dem vollbeladenen Schiff trugen.“ (36: 41)

 

وَخَلَقْنَا لَهُم مِّن مِّثْلِهِ مَا يَرْكَبُونَ

„Und Wir haben ihnen etwas gleicher Art erschaffen, was sie besteigen.“ (36: 42)

 

وَإِن نَّشَأْ نُغْرِقْهُمْ فَلَا صَرِيخَ لَهُمْ وَلَا هُمْ يُنقَذُونَ

„Und wenn Wir wollen, lassen Wir sie ertrinken; dann gibt es niemanden, zu dem sie um Hilfe schreien könnten, und sie werden nicht gerettet,“ (36: 43)

 

إِلَّا رَحْمَةً مِّنَّا وَمَتَاعًا إِلَىٰ حِينٍ

„außer aus Barmherzigkeit von Uns und als Nießbrauch bis zu einer bestimmten Frist.“ (36: 44)

 

Diese Verse verweisen auf große Phänomene in der Schöpfung, nämlich die Gewässer und Meere. Der Mensch kann sie mit kleinen und großen Schiffen, die mit Gütern beladen sind, und in denen Passagiere sitzen, überqueren.  Dies ist ein Zeichen für die Macht des Schöpfers, denn er hat ein Gesetz über das Wasser herrschen lassen, dass auf ihm eine solche schwere Güter- und Passagierlast, ohne im Wasser zu versinken,  an nahe und ferne Ziele weiterbefördert werden kann.

Natürlich gibt es noch andere Dinge zur Fortbewegung und für den Transport, die Gott geschaffen hat. Früher waren es vor allem die Vierbeiner und in der modernen Welt sind es Fahrzeuge und Flugzeuge und die Bahn. Aber dennoch wird das meiste verschifft.  Ohne die riesigen Schiffe, die  Nahrung und wichtige Bedarfsgüter der Menschen über die Ozeane hinweg transportieren,  und ohne die großen Öltanker käme es heute zu Problemen für die Menschheit. Sollte Gott dem Wasser die Eigenschaft nehmen, die einen Schiffstransport ermöglicht, so würden alle Schiffen mitsamt ihrer Last und ihren Passagieren in die Tiefe des Meeres absinken und niemand anderes als Gott könnte sie retten.

 

Wir können uns einprägen:

Erstens: Die Fortbewegungsmittel auf dem Festland und zur See gehören zu den elementaren und natürlichen Bedürfnissen des Menschen und Gott hat mit Seiner weisen Vorausplanung und seiner Gnade, die notwendigen Voraussetzungen dafür geschaffen, dass der Mensch sie nutzen kann.

Zweitens: Die Segensgaben Gottes sollten wir als eine Gnade von Ihm betrachten und nicht als einen Anspruch  gegenüber Ihm. Wir sollten uns nichts auf die Gaben, die wir zur Verfügung haben, einbilden, denn es kann sein, dass uns Gottes Strafe trifft.

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Mar 19, 2018 09:54 CET
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