• Auf den iranischen Inseln im Persischen Golf(  5 - Qeschm)

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts besteht die Möglichkeit, bestimmte Naturschutzgebiete die auch von Touristen besucht werden als Geopark bei der UNSECO einzutragen. Diese Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur hat inzwischen 80 Geoparks auf ihrer Liste stehen und der Geopark der Insel Qeschm ist der erste Geopark Irans und des Mittleren Ostens, der eingetragen wurde.

Der Global Geopark von Qeschm weist wegen seiner Lage zu den Küsten des  Persischen Golfes und dem Hara-Mangrovenwald   mehrere geologische Phänomene auf. Es ist ein Park für  Geologiefreunde. 

                                             

 

Der Global Geopark von Qeschm umfasst 30 tausend Hektar und liegt im Westen der Insel. Er wurde 2006 als einziger Geopark im Mittleren Osten von der UNESCO in die Liste der  Global Geoparks aufgenommen. Damit  wurde Iran eines der sechs Länder auf dem asiatischen Kontinent, welche einen Geopark aufweisen. Die anderen Länder sind China, Malaysia, Korea, Japan und Vietnam. Außerdem zählt Iran seitdem zu den 19 Ländern der Welt, die Global Geoparks besitzen.  Zu den seltenen  geologischen Erscheinungen in diesem Park gehören durch Erosion entstandene Statuen ähnliche Gebilde und Reliefe, die sichtbaren Gebirgsfaltungen, Tafelberge und  Gesteinssäulen die aufgrund der Erosion entstanden sind, ebenso die  durch Verwitterung verursachten Ausbuchtungen und Wölbungen im Gestein,  die Geröllhalden und Felsblöcke  zu Füßen der Gebirge und die Figuren die die Natur kunstvoll mit dem Wind oder dem Regen hervorgerufen hat und manchmal die Form einer Schildkröte oder eines Hundes, einer Eidechse oder eines Nilpferdes oder  einer menschlichem Fratze annehmen.

Der  Global Geopark von Qeschm  besteht aus mehreren größeren Anlagen. Eine davon ist Bam-e Qeschm- das Dach von Qeschm: ein weites Plateau, von wo  aus man einen wunderbaren Blick auf die Küsten im Norden und Süden der Insel hat. Dieses Felsplateau mit einer Höhe von  mehr als 120 m  liegt im Zentrum der Insel.  Die Felswände bestehen aus Mergel und Sandsteinschichten. Das "Dach von Qeschm" ist nicht nur für Geologen interessant, sondern auch wegen seinem Ausblick ein beliebtes Ziel. Man sieht von hier aus die Mangrovenwälder, das Tal der Denkmäler und den Persischen Golf vom Norden bis Süden der Insel. 

Das Dach von Qeschm

 

Ein weiterer Abschnitt des Geoparks von Qeschm ist Tangeh-e Tschah-e Kuh. Es handelt sich  um eine Schlucht mit hohen senkrechten Felswänden , die an einigen Stellen  weniger als einen Meter auseinander liegen. Diese Schlucht ist in einem Sandgestein entstanden und die Felswände weisen bizzaren Formen aus.  Wegen Zwischenlagerung von Mergel,  Silt- und Kalk hat der Abtragsprozess in diesem Gestein interessante Aushöhlungen, Risse  und Spalten hervorgerufen. Nach jedem Regen bildet sich an der Sohle der Schlucht  ein Bach. Die einheimische Bevölkerung hat einen Brunnen (Tschah) angelegt, um dieses Regenwasser aufzufangen. Deshalb heißt diese Schlucht auch "Tschah-e kuh" "Bergbrunnen"-Schlucht. 

Tangeh Tschah-e Kuh

Zu den Anlagen des Geoparks von Qeschm gehört auch das Tal der Denkmäler - auf Farsi: Dareh-e Tandisha. Der Boden ist mit Trockenrissen bedeckt ,eine Erscheinung die in Sedimenten auftritt. Dieses Tal ähnelt von der Gestalt her dem Tal der Sterne, ist jedoch  größer. Der natürliche Abtrag hat in diesem Tal aus dem Gestein Figuren herausgeschnitten. 

 

Dareh-e Tandisha

Außerhalb des eigentlichen Geoparkes gibt es noch ein Tal genannt Dareh-e setarehe oftadeh - Tal des abgestürzten Sterns. Die UNESCO hat dieses Tal wegen seiner Sehenswürdigkeit  zusammen mit dem Geopark von Qeschm  verzeichnet. 

Darehe- setareh oftadeh 

 

Das Tal der Sterne (darehe-setareh)  besteht aus sehr weichen und schnell verwitterbarem Mergelgestein, über dem eine Schicht mit kalkigem Sandstein lagert.  Hier ist ein  geeigneter Ort für die Betrachtung von Schichten aus Sedimentgestein, des Abtragsmechanismus und der Verwitterung solcher Gesteine.  Die durch Erosion und Verwitterung entstandenen Formen wie teilweise völlig senkrechte Felswände oder spitz zulaufende Felssäulen, brückenförmige Gebilde und Aushöhlungen bieten einen interessanten Anblick

Darehe-Setareha

An der Südküste von Qeschm liegt eine vegetationslose,  stille Ebene mit einer Länge von 7 und einer Breite von 5 km. Es scheint dort kaum Leben zu geben. In diesem Gebiet liegen hunderte kleine und große kegelförmige Hügel und Erosionsgebilde. Im Zentrum dieser pflanzenlosen Öde quillt eine schwefelhaltige Quelle aus dem Boden . Es gibt Anzeichen dafür, dass in dieser Gegend , die sich Kaseh- oder Barahut-e Salach nennt,   in den unterirdischen Schichten  ein großer Erdöl- und Gasspeicher existiert. In diesen Teil von Qeschm  kommen nicht so viele Inselbesucher. Es ist dort so ruhig, so dass man manchmal den Flügelschlag des bekannten Großadlers von Qeschm hören kann. 

 

Kaseh-e Salach

 

Darehe-Schur - das salzige Tal , die Einheimischen nennen es Tangeh-e Makineh oder How Baad - weist die geologisch ältesten Schichten an der Oberfläche  auf und der höchste Berg der Insel  liegt mit 400 m über dem Meeresspiegel in der Nachbarschaft. Die  Geomorphologie gibt diesem Gebiet ein  malerisches Aussehen. An den Berghängen, die das Tal umgeben haben sich Wasserrinnen gebildet und in der  Talebene liegen Mergel-und  Kalksteinhügel. Diese Gegend strahlt eine besondere Ruhe aus. Außerdem gibt es schwefelhaltige Quellen . Ihnen wird wie der Quelle in Kaseh-e Salach  eine heilende Wirkung nachgesagt. Die Einwohner benutzen sie jedenfalls für Heilzwecke.  

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Tal der Denkmäler

Nicht weit entfernt davon liegt noch eine Schlucht.  Es gibt hier   Pflanzen und relativ alte Bäume, was ein Zeichen dafür ist,  dass ausreichend Wasser in diesem engen Tal zur Verfügung steht. An der Sohle der Schlucht liegen dünne Ton- und Mergelschichten die Trockenrisse und an den meisten Stellen eine große Klebrigkeit aufweisen, was für einen hohen Feuchtigkeitsgrad  in dieser Schlucht zeugt. In den Wänden der Schlucht sind wieder zahlreiche Spalten und Aushöhlungen zu sehen, die mal die Form einer Halbkugel oder eines Löffels und mal die Form von Nischen einnehmen. Diese besonderen Strukturen machen auch diese Schlucht reizvoll.

Der zentrale Teil der Schlucht ist sehr schwierig zu begehen. Es wird hier sehr eng zwischen den Wänden der Schlucht. Manchmal ist der Abstand so gering, dass man sich hochstemmen muss, um an einer Stelle, wo die Wände weiter auseinanderklaffen, weiterzukommen.  Die Wände in der Umgebung sind hoch, der Weg liegt fast im Dunkeln und ist schmal  - kurzum ein Besuch in dieser Schlucht ist etwas für Freunde des Abenteuertourismus. 

 

Mai 05, 2018 04:02 CET
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