• Strahlende Sonne über dem Weg zum Glück (30 -   Islamische Wirtschaft:  Zins- und Korruptionsverbot)

Eine der Grundstrategien zur Herstellung einer Islamischen Wirtschaft besteht darin, Dinge die sie gefährden, zu bekämpfen.

 

Der Islam erkennt das Recht auf Eigentum an. Im Gegensatz zur kapitalistischen Ordnung, die den wirtschaftlichen Aktivitäten keine Einschränkungen auferlegt, bekämpft der Islam jedoch ernsthaft Phänomene, die eine gesunde Wirtschaft gefährden und sie in einen Schauplatz für unzulässigen Konkurrenzkampf verwandeln. 

Die vielleicht gefährlichste  Seuche  unserer Zeit auf dem Schauplatz der Wirtschaft sind die Zinsgeschäfte. Das Geschäft mit Zinsen ist eine ungerechte Methode, mit der der Grundstein für die Kultur  der Ausbeutung und der ständigen Anhäufung von religionsrechtlich verbotenem (haram) Einkommen und Vermögen gelegt wird. Zinsgeschäfte bringen die Gefahr mit sich, dass jemand, gestützt auf sein Kapital und sein Vermögen, ohne geringste nützliche Anstrengung, bedürftige Menschen in noch größeres Elend treibt, während er immer weiter die auf diese unlautere Weise entstehenden Gewinne steigert. Der Islam verurteilt diese Methode heftig und bezeichnet sie als eine große Sünde. Der Koran sagt, dass solche Bereicherung durch Zinsen eine Kriegserklärung an Gott und den Propheten darstellt. Es heißt in  den Versen 278 bis 279 der Sure 2 (Baqara):  

„O die ihr wirklich  glaubt, fürchtet (den Ungehorsam gegenüber) Gott  und lasst das sein, was an Zinsgeschäften noch übrig ist, wenn ihr gläubig seid.“

„Wenn ihr es aber nicht tut, dann erklärt Gott  und Seinem Gesandten den Krieg! Doch wenn ihr (es wirklich) bereut, dann steht euch euer (ausgeliehenes) Grundvermögen zu; (so) tut weder ihr Unrecht, noch wird euch Unrecht zugefügt.“

Gott, der Allmächtige, droht den maßlosen Zinsverleihern mit der Strafe am Jüngsten Tag, um zu verhindern, dass sie  gegen die Rechte der Bedürftigen verstoßen und sich mit unrechtmäßigem Vermögen bereichern.

Im letzten Teil des Verses 275, der Sure 2 (Baqara) heißt es über diejenigen, die erneut Zinsgeschäfte praktizieren, nachdem sie dies bereut haben:

 „… Wer aber rückfällig wird, jene sind Insassen des (Höllen)feuers. Ewig werden sie darin bleiben.“

 

In Anlehnung an den Heiligen Koran hat der Prophet des Islams (S) ernsthaft das Zinsgeschäft bekämpft. Es gibt viele Zitate von ihm über die Verurteilung dieser ungerechten Praktik.

Bei allen Missständen, ob in Kultur oder Politik, Gesellschaft oder Wirtschaft sind gemäß dem Propheten nicht nur die Urheber schuld. Vielmehr tragen auch diejenigen vor Gott  Verantwortung, die indirekt zur Verstärkung eines Missstandes beitragen.  Deshalb sagt der Prophet Gottes (S) : „Gott hält Zinsnehmen und Zinsnehmer, den der das Zinsennehmen aufschreibt und der der Zeuge des Zinsgeschäftes ist, falls sie sich im Klaren darüber sind,   vom Heiligtum Seiner  Barmherzigkeit fern“   (aus Nahdsch-ul Fasaha,  Überlieferung 1519)

                             

Wenn sich also niemand mit Zinsnehmern im Rahmen von Verträgen einlässt und die Gesellschaft keine Zinsgeschäfte von Banken und großen Handelsunternehmen begrüßt,  hat  die unfaire Kultur der Zinsgeschäfte keine Chancen,  die Wirtschaftsbeziehungen der Menschen zu überschatten. Vieles liegt in der Hand der Regenten und daher hat der Prophet auf die Rolle aller Bevölkerungsgruppen hingewiesen und gesagt, jeder müsse eine Verantwortung in Bezug darauf verspüren, welche Personen  an der Spitze aller Angelegenheiten stehen und welche Leute von diesen Personen Anweisungen erhalten.

 

Zu den schlimmen Folgen der  Zinswirtschaft gehören: Anhäufung von Vermögen, Ausbeutung der Bedürftigen, Hervorrufung einer Kluft zwischen den Bevölkerungsschichten, Zerstörung der Kultur von  Produktion, Arbeit und Anstrengung, Vernichtung der sozialen Gerechtigkeit sowie Rückgang moralischer und menschenfreundlicher Gefühle.  Wie oft haben Personen oder sogar Völker, weil sie sich auf Zinsgeschäfte eingelassen haben, alles was sie besaßen, verloren und sind verarmt und haben für immer die Hoffnung auf ein sorgloses Leben aufgeben müssen.

Ein weiteres Übel, welches eine Gefahr für eine gesunde Wirtschaft darstellt, ist die Bestechlichkeit.  Angebotenes Bestechungsgeld kann den einen oder anderen willensschwach machen. Korruption ebnet den Weg zum Gesetzesbruch, aber auch zur  Benachteiligung.  In einer korrupten Wirtschaft können Leute, die nicht bereit sind, für ihre rechtmäßigen Ziele, Bestechungsgelder zu zahlen,  oftmals nur an ihre Mindestrechte und das auch erst nach langjährigem Kämpfen gelangen.  Die Bestechung ist daher ein übles Phänomen, welches ernsthaft die Wirtschaft und Wirtschaftsbeziehungen in Gefahr bringt. 

                                    

Um die Bestechung zu bekämpfen richtet sich der Prophet des Islams (S) besonders  an diejenigen, die einen wichtigen Posten haben. Er hat zum Beispiel gesagt:  „Es ist haram (verboten) dass ein Befehlshaber oder Verwalter der Gesellschaft Geschenke annimmt und die Annahme von Bestechungsgeld seitens eines Richters ist wie Kufr.“

(Nahdsch-ul Fasaha, Überlieferung 1616)

In dieser Überlieferung verbirgt sich der Hinweis darauf, dass einige ihre Bestechlichkeit damit rechtfertigen, dass sie nur ein Geschenk entgegen genommen hätten. Aber mit dieser Entschuldigung lässt sich der hässliche Tatbestand der Korruption nicht vertuschen. Es ist reine Selbsttäuschung.

 Die Korruption beginnt von oben, bei den Inhabern von Einfluss und Macht. Von da aus breitet sie sich auch in der Gesellschaft aus und zerstört die Grundlagen einer gesunden Wirtschaft.

Abgesehen von der Bestechlichkeit von Verantwortungsträgern der Regierung ist auch die Bestechlichkeit von Richtern ein Grund für die Verbreitung der Korruption. Es gibt Richter, die gegen ein Bestechungsgeld ein Recht als Unrecht darstellen und die Rechte von Benachteiligten mit Füßen treten. Sie scheinen zu vergessen, dass  Gott alles sieht und dass das  Jüngste Gericht existiert. Und wenn die Reichen und Mächtigen Bestechungsgelder anbieten, sind sie bereit so sehr die Augen vor der Wahrheit zu verschließen und sie zu verzerren, dass jedes wache Gewissen nicht mehr schweigen kann.  Es lässt sich in diesem Zusammenhang auf die Bestechung der UNO durch die Saudis hinweisen. Um die Verurteilung wegen der Massaker  an den Kindern in Jemen durch die Saudis abzuwenden, drohte  Saudi Arabien der UNO seine Beiträge an diese Internationale Organisation einzustellen .

 In einem Falle dass der internationale Gerichtshof und andere internationalen Gremien  herangezogen werden und die internationale  arrogante Front der Gewalt  durch Anreize und Drohungen, das Richterurteil ändern, wird erst recht klar wie schlimm Korruption ist.

Der Prophet des Islams (S) aber hat gesagt, dass jemand, der im Amt des Richters Bestechungsgeld annimmt, Kufr begeht:  Kufr bedeutet sowohl  Gottesleugnung und Leugnung des Jenseits als auch Verdeckung der Wahrheit. Beides sind große Sünden.

Der Prophet Gottes(S) hat gesagt: „Den, der jemanden besticht, und der, der sich bestechen lässt, sowie der Vermittler zwischen beiden, trifft der Fluch Gottes. Sie sind entfernt von dem uferlosen Meer der Barmherzigkeit  Gottes.“ (Quelle wie oben)

Jemanden der sich bestechen lässt erwartet ein bitteres Schicksal. Der Prophet des Islams  hat gesagt: „Der, der Bestechungsgeld zahlt und der der es entgegennimmt, wird in die brennende Hölle Gottes gelangen.“

Eine dritte große Gefahr für die Gesundheit der Wirtschaft ist der Missbrauch von Volkseigentum und  der Volkskasse.

Das Bait-ul Mal, die Volkskasse, muss vor allen Dingen für die nationalen Interessen des Volkes verwendet werden. Aber es kann sein, dass sich einige in höheren Positionen  an dem Allgemeingut vergreifen und aus der Volkskasse an Verwandte und Bekannte verschenken. Auf diese Weise treten sie die Rechte der Unterbemittelten mit Füßen. Sie bauen sich prächtige Gebäude, führen ein luxuriöses Leben und  hinterlassen ihrer Familie und den Verwandten große Reichtümer.  In unserer Zeit schreit das Unrecht der reaktionären arabischen Palastbewohner, insbesondere der Saudis und der vergnügungssüchtigen saudischen Prinzen mit ihrem (in Anführungszeichen)  „Islam“ nach amerikanischem Geschmack zum Himmel.

Die Independent, die in London erscheint schrieb vor kurzem, dass Abdul Aziz bin  Fahd, der jüngste Sohn des verstorbenen saudischen Monarchen Fahd  für sich ein  Imperium in den USA aufgebaut hat. Laut diesem Bericht gehören ihm die Hauptgeschäftsstellen des Britische Ölriesen BP und das bekannte Rüstungsunternehmen BAe und er verfügt in 15 Bundesstaaten der USA  über 99 große Besitztümer.  Dieser saudische Prinz hat  keinen staatlichen Posten in dem Sinne aber sein Vermögen wird auf mehrere Milliarden von Dollar geschätzt.  

Die saudische Herrscherfamilie hat durch Ausbeutung der riesigen Ölressourcen, die der bedürftigen Bevölkerung in Saudi Arabien gehören,  einen unvorstellbaren Reichtum angehäuft  und sich zugleich  wegen seiner Korruption einen schlechten Ruf in den westlichen Medien verschafft. Dabei behaupten sie, sie würden dem Propheten folgen.

Aber der Prophet hat nicht nur jeden Raffgierigen daran gehindert, sich aus der Volkskasse der Muslime zu bedienen, sondern er hat sogar all den Reichtum, den ihm seine Gemahlin Chadidscha zur Verfügung gestellt hat, unter den Armen in Mekka verteilt.

 

 

Mai 16, 2018 17:40 CET
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