Wie Sie wissen besprechen wir zurzeit noch die Sure 36, Sure Ya Sin. Dieses Mal erfahren Sie mehr im Zusammenhang mit den Versen 77 bis 80 dieser Sure: In den ersten drei dieser Verse, Vers 77 bis 79, heißt es:

 (36: 77 – 80)

 

 

  أَوَلَمْ يَرَ الْإِنسَانُ أَنَّا خَلَقْنَاهُ مِن نُّطْفَةٍ فَإِذَا هُوَ خَصِيمٌ مُّبِينٌ                                

„Sieht denn der Mensch nicht, daß Wir ihn aus einem Samentropfen erschaffen haben, und doch ist er sogleich ein deutlicher Widersacher.“ (36: 77)

 

 وَضَرَبَ لَنَا مَثَلًا وَنَسِيَ خَلْقَهُ ۖ قَالَ مَن يُحْيِي الْعِظَامَ وَهِيَ رَمِيمٌ

„Er führt Uns ein Beispiel an und vergisst seine (eigene) Erschaffung. Er sagt: `Wer macht die Knochen wieder lebendig, wenn sie zerfallen sind?`“ (36: 78)

 

قُلْ يُحْيِيهَا الَّذِي أَنشَأَهَا أَوَّلَ مَرَّةٍ ۖ وَهُوَ بِكُلِّ خَلْقٍ عَلِيمٌ

„Sag: Wieder lebendig macht sie Derjenige, Der sie das erste Mal hat entstehen lassen. Und Er weiß über jede Schöpfung Bescheid,“ (36: 79)

                                          

Aus den Chroniken erfahren wir, dass einer der Götzendiener von Mekka mit einem morschen Knochen in der Hand zum Propheten des Islam kam und sagte: „Wer wird diesen morschen Knochen, den ich in der Hand zerdrücken kann und der Teil der Erde wird,  wieder lebendig machen?“ Diese Frage taucht für denjenigen auf, der die Macht Gottes für begrenzt hält. Er denkt, dass eine Wiederbelebung der Toten nicht möglich sei, weil der Mensch dies nicht im Diesseits erlebt und deshalb behauptet er, dass es auch im Jenseits nicht möglich sein wird.

Aber die darauffolgenden Vers 78 und 79 enthalten eine Antwort auf die  Jenseitsleugner, denn es wird ihnen erwidert: Wie könnt ihr die Macht Gottes für begrenzt halten, wo doch jeder von euch aus einem sehr winzigen Samentropfen, der sich mit einer Eizelle vermischt hat,   erschaffen worden ist? Kann denn Gott, der euch anfangs auf diese Weise ins Leben rief,  dies nicht noch einmal tun?  

Denkt ihr etwa, dass Gott nicht weiß, wo die einzelnen Glieder und Teilchen eines Körpers verstreut sind, und dass Er nicht durch deren erneuten Entwicklung den Menschen wieder ins Leben rufen könne? Der Mensch, der von Gott erschaffen wurde, konnte mit seinem begrenzten Wissen und Können aus menschlichen und tierischen Stammzellen im Labor Zellgewebe züchten. Soll etwa Gott, der Erschaffer der Menschen,  nicht fähig sein, ein Teilchen des Körpers eines Menschen so zu entwickeln, dass er wieder lebt?  Heute bestätigt die menschliche Wissenschaft, dass im DNA eines jeden  Menschen alle seine genetischen Besonderheiten enthalten sind und dieses DNA nicht verloren geht. Äußerlich nicht mehr erkennbare  Leichen werden nach Ablauf von vielen Jahren, die seit dem Tod des betreffenden Menschen vergangen sind, auf das DNA ihrer Zellen untersucht und man kann durch den  Vergleich mit den Zellen von Verwandten die Identität des Toten feststellen.

 

Wir können uns einprägen:

Erstens: Wenn der Mensch Gott und seine Lehren und Gebote ablehnt, zeugt dies davon, dass er seine Erschaffung durch Gott aus einem winzigen Samentropfen vergessen hat.

Zweitens: Die Jenseitsleugner zweifeln in Wahrheit an dem Wissen und der Macht Gottes, den Menschen erneut zu erschaffen. Sie können aber kein einleuchtendes Argument dafür vorlegen, dass die Auferstehung nach den Toten nicht  möglich sei.

Drittens: Bei der Debatte über die Wiedererweckung von den Toten und das Jenseits sind zwei Dinge besonders zu beachten: Zum einen die Allmacht Gottes, erneut die Menschen zu erschaffen, und zum anderen das unbegrenzte Wissen Gottes über das Handeln und Verhalten der Menschen.

Viertens: Wenn jemand Fragen stellt, um etwas zu erfahren und zu verstehen, so ist das begrüßenswert. Die religiösen Sachkundigen müssen geeignet die Fragen über die Religion und hinsichtlich von Zweifeln beantworten. Wenn jedoch jemand aus Eigensinn Fragen stellt, geht es ihm nicht darum die Wahrheit zu verstehen, sondern er will sich lustig machen.

 

Es folgt der Vers 80 der Sure Ya-Sin:

                 

  الَّذِي جَعَلَ لَكُم مِّنَ الشَّجَرِ الْأَخْضَرِ نَارًا فَإِذَا أَنتُم مِّنْهُ تُوقِدُونَ                       

 „(Er,) Der euch aus grünen Bäumen Feuer gemacht hat, so dass ihr sogleich (immer wenn ihr möchtet)  damit (ein Feuer) anzünden könnt.“ (36: 80)

 

Im Anschluss an die Verse über die Schöpfungsmacht Gottes führt der Koran in dem Vers 80 der Sure 36 ein interessantes Beispiel dafür aus der Natur an, nämlich: Gemäß den Gesetzen, die Gott für die Natur aufgestellt hat, entspringen sogar den frischen Zweigen von Bäumen bei starker Reibung  Funken,  mit denen der Mensch ein Feuer anfachen kann. Früher kannten die Menschen ja keine Streichhölzer und sie haben sich mit dem Funken, den sie beim Aufeinanderschlagen von Steinen oder dem Aneinanderreiben von Zweigen  hervorriefen, ein Feuer anzünden können. 

In dem Vers 80 wird darauf hingewiesen, dass nicht nur aus trockenen sondern auch aus grünen Zweigen Funken entstehen können. 

Wenn es zum Beispiel bei  einem Sturm zu einer heftigen Reibung zwischen den Zweigen eines grünen Baumes kommt, können die dabei erzeugten Funken sogar diesen Baum in  Brand setzen.     Der Vers 80 enthält also einen Fingerzeig darauf, dass sich Wasser und Feuer – obwohl sie sich ansonsten  nicht miteinander vertragen -  dennoch  vereinen können. Denn einer grüner Baum, der nur leben kann, wenn er Wasser erhält, wird beim Hervorrufen von Funken durch starke Reibung , zur Quelle von Feuer, und Feuer ist  genau das Gegenstück zu Wasser. Natürlich kann mit den verdörrten Zweigen desselben Baumes ebenso ein Funken erzeugt werden und ein Feuer entfacht werden.

                         

Wir möchten noch folgende Anmerkungen hinzufügen:

Erstens: Die Kenntnis über die Natur und die Gesetze, die in ihr herrschen, stärkt den Glauben in Gott und Seine Allmacht.

Zweitens: Wenn die Sonne auf die Zweige und Blätter der Bäume herabstrahlt, geht ihre Energie nicht verloren, sondern wird gespeichert. Beim Verbrennen von Holz wird in Wahrheit die Energie, die  jahrelang in den Bäumen, von denen es stammt,  gespeichert worden ist, in Form des Feuers frei und kehrt ins Dasein zurück. Dieser Prozess lässt sich als Wiederbelebung oder eine Art Auferstehung der Energie im Diesseits betrachten.

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Mai 17, 2018 08:50 CET
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