Im Anschluss an die Besprechung der Sure Ya Sin wenden wir uns nun der Sure Saffat zu. Diese Sure 37  wurde dem Propheten in Mekka geoffenbart. Wie in den anderen mekkanischen Suren liegt auch in dieser Sure die Betonung auf Fragen der Überzeugung und nicht auf den Anweisungen und Geboten der Religion. In dieser Sure geht es um den Kampf der Vorgänger des Propheten des Islams gegen Unglauben und Götzentum, insbesondere um die Zerstörung der falschen Götter durch den Propheten Ibrahim (Abraham).

Wir beginnen auch die Sure Saffat mit den einleitenden Worten:

(37: 1- 6)

 

bismillahir rahman-ir rahim –

Im Namen Gottes des Allerbarmers, des Gütigen

 

 

Daraufhin folgen die Verse 1 bis 5 dieser Sure:

                

وَالصَّافَّاتِ صَفًّا               

„Bei denen, die sich in gerade (feste) Reihen stellen,“ (37: 1)

 

فَالزَّاجِرَاتِ زَجْرًا

„und bei denen,  die ernsthaft (die anderen von der Einmischung in die Offenbarung) abhalten (37: 2)

 

فَالتَّالِيَاتِ ذِكْرًا

„und bei denen, die ermahnende Verse vortragen,“ (37: 3)

 

إِنَّ إِلَـٰهَكُمْ لَوَاحِدٌ

 „Euer Gott ist wahrlich ein Einziger,“ (37: 4)

 

رَّبُّ السَّمَاوَاتِ وَالْأَرْضِ وَمَا بَيْنَهُمَا وَرَبُّ الْمَشَارِقِ

„der Herr der Himmel und der Erde und dessen, was dazwischen ist, und der Herr der Osten.“ (37: 5)

                                  

Diese Sure beginnt mit mehreren Schwüren. Natürlich braucht Gott nicht zu schwören. Die Gläubigen akzeptieren sein Wort auch ohne Schwur. Diese Schwüre Gottes sollen vielmehr die Bedeutung des Inhaltes der nachfolgenden Verse hervorheben und sie sollen die Menschen aufhorchen lassen.  

Gott schwört zu Beginn dieser Sure bei einer Schar von Engeln, die an der Überbringung der himmlischen Offenbarungen an Seine Propheten beteiligt sind und die Menschen und Satane an jeglicher Beeinflussung der göttlichen Offenbarung und ihrer Manipulierung hindern, damit die Propheten diese vollständig und richtig erhalten und den Menschen verkünden.

 

Diese Engelsscharen bilden so feste und geordnete  Reihen, dass Gott bei ihnen schwört. Wir Menschen können die Engel nicht sehen und sie uns daher auch nicht in geordneten Reihen vorstellen.  Aber wenn es heißt, dass sie Reihen bilden, so spricht es von ihrer Disziplin und Bereitschaft auf höchster Stufe, ähnlich wie wenn eine Armee geordnete Reihen bildet und auf die Durchführung der Befehle ihrer Kommandeure vorbereitet ist.

Ähnlich bilden also die Engel geordnete Reihen und sind auf die Durchführung der göttlichen Befehle vorbereitet. Sie räumen jedes Hindernis aus dem Weg, um die Anweisung Gottes durchzuführen.

                            

Nachdem Gott auf diese Weise geschworen hat, heißt es weiter in der Sure Saffat, dass der Herr der Himmel und der Erde und aller Dinge und Lebewesen der Eine Einzige Gott ist und Er keinen Teilhaber hat. Weder die Engel, noch die Dschinne noch irgendwelche andere Wesen im Himmel und auf der Erde  sind an der Schöpfung und der Entwicklung der Daseinswelt mitbeteiligt.  Gott ist nicht nur Schöpfer, sondern  alle Angelegenheiten des Daseins und aller Dinge und Wesen und der Ordnung in ihr liegen in Seiner Allmächtigen Hand.

                                                                             

Im Vers 5 der Sure heißt es, dass Gott der Herr der Osten ist.  Das Wort Osten kommt also in der Mehrzahl vor. Dies ist ein Hinweis darauf, dass der Punkt, an dem die Sonne aufgeht, sich im Laufe der Zeit von einem Tag auf den anderen verschiebt. Diese tägliche Verschiebung des Ostens gehorcht einem sehr präzisen, genau kalkulierten Vorgang. Es geschieht aufgrund der Planung Gottes. Er hat für die Erde eine bestimmte Laufbahn um die Sonne vorgesehen und infolgedessen ereignet sich  der Sonnenaufgang und Untergang an verschiedenen Punkten am Horizont und es gibt daher nicht nur einen Osten und nur einen Westen, sondern mehrere Osten und Westen.

 

                            

Wir sehen:

Erstens: Ordnung ist ein Wert, den die Religion Gottes begrüßt. Ordnung verhilft zur Vereinigung und Erstarkung der Kräfte und zur Beschleunigung einer Angelegenheit.

Zweitens: Auf dem Weg zu einem Ziel gibt es immer Hindernisse und man muss sich anstrengen, sie zu beseitigen, und darf nicht das Ziel aufgeben.

Drittens: Gott ist sowohl der Schöpfer der Welt, als dass er auch ihre Angelegenheiten regelt.

Viertens: Das gesamte Dasein ist der Lenkung und Verwaltung des Einen Gottes unterworfen. Das beste Zeichen für die Einheit Gottes ist die Harmonie zwischen Himmel und Erde und zwischen den Geschöpfen der Welt.

                                    

Es folgt der Vers 6 der Sure Saffat, Sure 37:

 

إِنَّا زَيَّنَّا السَّمَاءَ الدُّنْيَا بِزِينَةٍ الْكَوَاكِبِ                                     

„Wir haben den untersten Himmel mit einem Schmuck geziert: mit den Sternen“ (37: 6)

 

Nachdem der Koran die Einheit des Schöpfers von Himmel und Erde unterstrichen hat,  weist der Vers 6 darauf hin, dass Gott den Himmel über uns, welches der nächste Himmel zu uns ist, mit Sternen geschmückt hat.

 

 Es ist eine Tatsache, dass die Menschen in den großen dicht bevölkerten Städten mit ihren nächtlichen Straßenbeleuchtungen und der Leuchtreklame  nicht mehr auf die Sterne und ihr Licht achten. Aber auf dem Dorf und in der freien Natur werden wir in der Nacht auf den Sternenhimmel aufmerksam. Der sternenübersäte Himmel bietet einen beeindruckenden Anblick und ist prächtig.  

Gott nennt die Sterne in diesem Vers einen Schmuck, der den Himmel über uns ziert.  Wie bei festlichen Lichtgirlanden blinken einige sehr fern gelegene Sterne und andere funkeln unentwegt.

                            

Wir können noch wie folgt anmerken:

 

Erstens: Der Mensch empfindet eine natürliche Zuneigung zum Schönen und der Koran bestätigt, dass er sich an der Schönheit der Natur erfreuen soll.

Zweitens: Die Schönheit des Sternenhimmels ist ein Zeichen für die Macht und Größe des Schöpfers der Welt.

Drittens: Die Beobachtung des Himmels und der Sterne  und die Erweiterung der Kenntnisse über das All  gehören zu den Wissenschaften, auf die  islamische Gelehrte und Denker besonderen Wert legen.

Mai 23, 2018 12:39 CET
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