• Alle sind eingeladen (6 - Imam Chomeini im Ramadan)

In diesem Beitrag möchten wir über die Bedeutung des gesegneten Monats Ramadan  aus der Sicht Imam Chomeinis (Gott habe ihn selig) und davon sprechen wie er sein Leben in diesem  Monat gestaltete.

Der gesegnete Monat Ramadan ist der Monat, in dem Gott Gäste empfängt. Es ist der Frühling des Korans und der Monat der Seelenläuterung.  In diesem Monat sollen die Diener Gottes fasten und mit ihren Bittgebeten und mit der Bitte um Vergebung nahe an Gott herantreten. Gott nennt Ramadan im Heiligen Koran den Monat der Rechtleitung für die Menschen. Die ersten zehn Tage sind voller Barmherzigkeit und die mittleren zehn Tage voller Segnungen und Vergebung und die letzte Dekade ist die Zeit für die Rettung vor dem Inferno der Hölle.  Für diesen Monat und das Fasten im Ramadan werden zahlreiche Belohnungen genannt. Diese werden mit Gewissheit denen zuteil die den Monat Ramadan richtig verstanden haben und seine Lehren in Wort und Tat anwenden.  Imam Chomeini (Gott habe ihn selig)  bezeichnet Ramadan als einen Monat, in dem denjenigen, die ihn richtig nutzen, großer Segen beschert wird.

Imam Chomeini (Begründer der IRI)

 

Der Vater der Islamischen Republik Iran ist der Überzeugung, dass der Mensch schon vor Beginn des Ramadans an sich arbeiten und innerlich und äußerlich einen Wandel erfahren muss.  Der Mensch soll begangene Sünden bereuen und sich auf das Gespräch mit Gott vorbereiten. Imam Chomeini  empfiehlt den Fastenden anlässlich des herannahenden Monats Ramadan: „Verbessert euch und wendet euch Gott dem Erhabenen zu. Lasst  von unschönem Verhalten ab. Bittet um Verzeihung. Solltet ihr - Gott verhüte, eine Sünde begehen - so bereut sie vor Beginn des  gesegneten Monats Ramadan und gewöhnt die Zunge an die vertraulichen Gespräche mit Gott, dem Allmächtigen."

 

Eine Voraussetzung für die charakterliche Besserung der Diener Gottes und der Fastenden sah der Imam darin, dass sie darauf achten, nicht hinter dem Rücken anderer über deren Fehler zu sprechen oder etwa jemanden zu verleumden. Er war davon überzeugt, dass es von der  Beherrschung des Körpers abhängt ob das Fasten des Menschen von Gott akzeptiert wird, der Fastende die Barmherzigkeit Gottes erfährt und das Fasten ein fester Schutzschild gegenüber  den Einflüsterungen Satans wird. Er betonte, dass der Fastenden ein Bündnis mit Gott schließen muss und einen schicksalhaften Entscheidung treffen muss und sagt:  „ Schließt mit Gott ein Bündnis, dass ihr im gesegneten Monat Ramadan euch davon enthält, hinter dem Rücken anderer nachteilig über sie zu sprechen, jemanden zu verleumden oder jemanden herabzusetzen. Ordnet die Zunge, das Auge, die Hand das Ohr und die anderen Bestandteile des Körpers eurem Willen unter. Achtet auf eure Taten und Worte. Vielleicht könnt ihr durch solch ein solches würdiges Handeln die Aufmerksamkeit Gottes des Heiligen und Höchsterhabenen gewinnen und wird Er euch Gnade erweisen und ihr werdet nach Ablauf des Fastenmonats, wenn die Satane wieder aus ihren Ketten befreit werden, gesundet und geläutert sein  und nicht mehr auf ihre List hereinfallen."

Ramadan mit den Worten Imam Chomeinis

 

Im Monat Ramadan pflegte Imam  Chomeini  die Nacht mit Gott-Dienen  und in Andacht zu verbringen. Für ihn war das Gott-Dienen ein Mittel zur Gottesliebe und er sagte im Reich der Gottesliebe solle man nicht im Gott-Dienen ein Mittel für die Einkehr ins Paradies sehen. Einer aus dem nahen Umkreis des Imams erzählt: „In diesem Monat hat der Imam  auf besondere und angemessene Weise Veränderungen in seinem Leben hervorgerufen und den ganzen Monat mit der Verlesung des Heiligen Korans und Bittgebeten und mit für den Monat Ramadan empfohlenen  Handlungen, die keine Pflicht sind, verbracht."

Eine der gottesdienstlichen Handlungen speziell im Monat Ramadan ist die Verlesung des Heiligen Korans einhergehend mit einer geistigen Vertiefung in seinen Inhalt und einhergehend mit seiner Auslegung.  Da der Heilige Koran im gesegneten Monat Ramadan herabgesandt wurde und es großen Segen bringt, ihn in diesem Monat zu verlesen,  wird der Monat Ramadan in den islamischen Überlieferungen der Frühling des Korans genannt.  Imam Chomeini legte großen Wert auf die Koranrezitation im Ramadan und er las bei jeder auch noch so kleinsten Gelegenheit im Buch Gottes. Oftmals war er auch noch in den letzten Momenten vor dem Fastenbrechen in den Koran vertieft. Nach dem besonderen Gebet nach Mitternacht widmete er sich bis zum Aufruf zum Morgengebet der Koranrezitation. Einer der Begleiter des Imams in Nadschaf (Irak), wohin der Imam vom Schah verbannt worden war, sagt:  „Imam Chomeini (Gott habe ihn selig) hat im Monat Ramadan täglich zehn Kapitel des Korans gelesen. Er hat innerhalb von drei Tagen einmal den ganzen Koran  rezitiert. Außerdem hat er jedes Jahr einige Tage vor Beginn des gesegneten Monas Ramadans dazu angewiesen, dass der gesamte Koran mehrmals zugunsten von einigen Personen verlesen werden soll.

 

Der Monat ist wegen der spirituellen himmlischen Nahrung die in ihm bereitgestellt wurde und wird „Monat des göttlichen Gastmahls“ genannt worden.  In diesem Monat geschah nämlich die Herabsendung des Korans und in der Nacht des Schicksals, die zu diesem Monat gehört,  werden jährlich die Engel und Gabriel herabgesandt und wird das Schicksal festgelegt. Imam Chomeini betonte, dass Gott alle zu Seinem  Gastmahl einlädt. Er hat gesagt: „Der  Gästeempfang Gottes in der stofflichen Welt besteht darin, dass wir durch diesen Empfang veranlasst werden uns von allen weltlichen Gelüsten zu enthalten.“

Der Imam sagte auch, wenn jemand diesen Empfang nicht versteht, hat es direkt mit seinem Handeln zu tun. Das  Unrecht und Unterdrückung und Kriege die  den Menschen aufgebürdet werden geht darauf zurück, dass die Menschen sich nicht verbessert und nicht an dem göttlichen Gastmahl im Monat Ramadan teilgenommen haben. Er sagt:  „Ihr alle seid zu dem Gästeempfang Allahs eingeladen, ihr alle seid Gäste Gottes! Es ist eine Einladung zur Abstinenz.  Wenn in einem Menschen etwas von seinen Gelüsten verblieben ist, dann hat er an diesen Empfang nicht teilgenommen, oder er hat teilgenommen, aber er hat ihn nicht wirklich genutzt.  All diese Tumulte die ihr auf der Welt seht, haben damit zu tun, dass die Menschen dieses Gästemahl nicht genutzt haben und nicht auf die Einladung Gottes eingegangen sind. Seid bestrebt, diese Einladung zu erwidern.“

 

Der Imam ist außerdem der Überzeugung, dass ein aufrichtig Fastender weder ein Unrecht begeht noch akzeptiert, dass ihm ein Unrecht zugefügt wird.  Hierzu hat er gesagt:  „Wenn die Muslime gemeinsam zu dem Gastmahl Gottes in diesem gesegneten Monat Ramadan gekommen wären, und sich geläutert hätten, dann hätten sie sich unmöglich dem Unrecht unterworfen. Denn beides rührt vom Mangel an Läuterung her: sowohl wenn jemand ein Unrecht akzeptiert als auch wenn ein Unterdrücker Unrecht begeht. Wenn wir dies begriffen hätten, dann wären wir niemals passiv geworden und hätten uns in die Unterdrückung gefügt noch hätte einer von uns ein Unrecht begangen. Alles liegt daran, dass wir nicht rein geworden sind.“

                               

Ramadan genießt auch deshalb einen Vorzug, weil die Nacht des Schicksals – Lailat-ul Qadr – zu diesem Monat gehört.    Laut Koran ist die Nacht des Schicksals besser als tausend Monate und in dieser Nacht steigen die Engel mit Erlaubnis ihres Herrn auf die Erde nieder  und legen das Schicksal der Menschengeschöpfe für ein Jahr fest.  Das Wort Qadr bedeutet Bestimmung und Schicksal.  In  der Qadr-Nacht legt Gott das Schicksal des darauffolgenden Jahres fest und bestimmt im Voraus über Dinge wie Leben und Tod, Unterhalt, Glück und Unglück. Imam Chomeini  betont: „Wir sollten danach streben, die Nacht des Schicksals mit ihrem Segen mitzuerleben, denn in dieser Nacht wurde der Koran herabgesandt. In dieser Nacht wurde das ganze Glück der Menschheit herabgesandt und daher ist die Lailat-ul Qadr die beste aller Nächte.“

 

Imam Chomeini sagt auch: „Wenn jemand am Ende des Fastenmonats sich nicht hinsichtlich seines Verhaltens und seiner gottesdienstlichen Werke verbessert hat und seine Art genauso geblieben ist wie sie vor dem Fastenmonat war, dann ist daran zu sehen, dass er nicht wirklich so gefastet hat, wie Gott es von ihm erwartet. Imam Chomeini  ist der Meinung, dass erst diejenigen, die aufrichtig gefastet haben,   nach Abschluss des Monats Ramadan feiern können.

 

Er sagt: „Denkt daran, dass ihr feiern könnt, wenn ihr gesund von diesem  Gästeempfang zurückkehrt. Das Fest gehört jemanden, der bei diesem Empfang Einlass gefunden hat und diesen Empfang genutzt hat. Genauso wie er die körperlichen Gelüste beiseitegelassen hat, muss er auch den inneren Gelüste, welche das höchste Hindernis für den Menschen bilden, vorbeugen.  Der gesegnete Fastenmonat kann dem Menschen in vielen Dingen Erfolg bescheren. Der gesegnete Monat kann den Menschen so formen, dass er bis zum darauffolgenden gesegneten Monat auf sich achtet und nicht von dem abweicht, was Gottes Zufriedenheit bedeutet.“

 

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Mai 31, 2018 20:39 CET
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