Wir haben die ersten 6 Verse der  Sure Saffat, Sure 37, besprochen und wenden uns nun den Versen 7 bis 11 dieser Sure zu:

(37: 7- 11)

                  

  وَحِفْظًا مِّن كُلِّ شَيْطَانٍ مَّارِدٍ                

„Und wir haben (ihn) vor jedem rebellischen Satan geschützt.“ (37: 7)

 

لَّا يَسَّمَّعُونَ إِلَى الْمَلَإِ الْأَعْلَىٰ وَيُقْذَفُونَ مِن كُلِّ جَانِبٍ

„So können sie (den Geheimnissen) des höchsten Reiches  nicht zuhören, und sie werden von allen Seiten beworfen,“ (37: 8)

 

دُحُورًا ۖ وَلَهُمْ عَذَابٌ وَاصِبٌ

„damit sie weggetrieben werden – und für sie wird es immerwährende Strafe geben –,“ (37: 9)

 

 إِلَّا مَنْ خَطِفَ الْخَطْفَةَ فَأَتْبَعَهُ شِهَابٌ ثَاقِبٌ

„außer jemandem, der rasch etwas aufschnappt und den dann ein durchbohrend heller Leuchtkörper verfolgt.“ (37: 10)

 

Wie Sie aus dem Vers 6 dieser Sure vom letzten Mal wissen,  hat Gott die Sterne zu einer Zierde des Himmels für die Erdbewohner gemacht. In den obigen Versen spricht Gott daraufhin von Dingen in den Himmeln,  die für uns im Verborgenen liegen.  Er spricht von den Satanen, die in das Hoheitsgebiet der Engel in den Himmeln eindringen wollen, damit sie sie belauschen und um sie dann bei der Durchführung ihrer Aufträge zu stören.  

Hierzu bedarf es der Erklärung, dass die Engel in den hohen Gefilden  über die Bewohner der Erde im Bilde sind und darüber sprechen. Die  Satane versuchen also etwas von den  Geheimnissen in der Welt des Verborgenen zu erfahren. Doch immer wenn sie sich dieser für sie verbotenen Zone nähern, werden sie abgewehrt.

Diese Verse in der Sure Saffat sollen wohl der Menschheit die frohe Botschaft überbringen, dass Gott die  Rebellen aus den Reihen der Dschinn nicht in die Nähe des Versammlungsortes der Engel,  welche die Anweisungen  Gottes besprechen und durchführen sollen, lässt. Er  verhindert, dass diese Satane die Engel belauschen und ihrem Vorhaben in die Quere kommen.

In den obigen Versen der Sure 37, Sure Saffat heißt es weiter, dass im Falle, dass einige Satane die Hürden überwinden und doch in die Nähe des Sitzes der Engel gelangen und Geheimnisse aufschnappen, diese verjagt und vernichtet werden. Ähnliches erfahren wir auch aus den Versen 17 und 18 der Sure Hidschr (Sure 15)  und aus dem Vers 5 der Sure Mulk (Sure 67).                                 

Es wird unter den Gelehrten darüber diskutiert,  ob der Koran an dieser Stelle auf Geschehnisse hinweist, die buchstäblich wie beschrieben verlaufen, oder ob es sich vielmehr um Gleichnisse handelt. Wir finden ähnliche Fälle an anderen Stellen im Koran und allgemein sind die Korankommentatoren der Ansicht, dass der Inhalt dieser Verse nicht buchstäblich zu verstehen ist und es nicht um Dinge geht, die  der Mensch beobachten könnte. Aus ihrer Sicht handelt es sich um die Verbildlichung von Abstraktem wie es auch bei anderen Wörtern wie „Luh“ – die Tafel (Gottes),  „Qalam“  – der Stift (Gottes) – und Kursi (der Thron) Gottes der Fall ist.  Solche Begriffe decken sich  auch nicht mit ihrer buchstäblichen Bedeutung als Bezeichnung für stoffliche Dinge, sondern sind Sinnbilder. Dazu kommt dass Gott an einer anderen Stelle, nämlich in dem  Vers 43  der Sure Ankabut (Sure  29) erklärt:

„Diese Gleichnisse prägen Wir für die Menschen. Aber nur diejenigen verstehen sie, die Wissen besitzen.“ 

 

Folgende Punkte können wir uns an dieser Stelle im Koran einprägen:

Erstens: In den hohen Himmelsgefilden hüten die Engel Geheimnisse,  welche die Satane gerne durch Belauschen herausfinden würden,  doch Gott lässt sie nicht an diese Geheimnisse heran.

Zweitens: Das Belauschen anderer  ist ein diabolisches Tun und wird in der Kultur des Korans missbilligt.

Drittens:  Man muss gegen Leute vorgehen, die aufgrund egoistischer Interessen versuchen, die Menschen auszuspionieren, und deren Privatgeheimnisse preisgeben wollen.

 

Es folgt der Vers 11 der Sure Saffat, Sure 37:

                                      

فَاسْتَفْتِهِمْ أَهُمْ أَشَدُّ خَلْقًا أَم مَّنْ خَلَقْنَا ۚ إِنَّا خَلَقْنَاهُم مِّن طِينٍ لَّازِبٍ

 „Frage sie doch um ihre Meinung: Ist es etwa schwerer, sie zu erschaffen als wen Wir (sonst in den Himmeln und auf Erde) erschaffen haben? Wir haben sie ja aus haftendem Lehm erschaffen.“ (37: 11)

 

Wir sagten schon beim letzten Mal, dass der Schwerpunkt in der Sure Saffat insbesondere bei Fragen der Glaubenslehre liegt, wie Fragen über  Ursprung und Jenseits. Im Vers 11 dieser Sure, der Sure 37, wird der Prophet aufgefordert, die Jenseitsleugner zu fragen: Wie kommt es, dass ihr daran zweifelt und leugnet, dass Gott die Macht hat den Menschen erneut zu erschaffen? Ist etwa die erneute Hervorbringung der Menschen am Jüngsten Tag schwieriger als die  Erschaffung des gewaltigen Weltraums?  Die Menschen sind aus Wasser und Erde hervorgegangen, ob nun der erste Mensch, den Gott direkt aus diesen Stoffen erschaffen hat oder die anderen Menschen, welche von Wasser und dem leben, was die Erde hervorbringt. Alle Menschen kehren außerdem wieder in den Kreislauf der Erde zurück und ihr Körper verwest.                                

Inzwischen ist es wissenschaftlich bewiesen, dass die körperlichen Eigenschaften jedes Menschen in den Teilchen, aus denen er besteht, verbrieft sind und dass der DNA-Fingerabdruck eines jeden Menschen sich von dem DNA  anderer Menschen unterscheiden lässt, und eine solche Unterscheidung sogar bei Zwillingen möglich ist, wie man vor einigen Jahren festgestellt hat. Folglich wird es   also genügen, wenn  ein winziges  Teilchen von einem Menschen übrigbleibt und Gott am Jüngsten Tag dieses Teilchen in der Erde zum Gedeihen bringt, um diesen Menschen in seiner früheren Gestalt neu zu erschaffen.  

In der weltlichen Daseinsordnung  wächst eine von einer männlichen Keimzelle befruchtete Eizelle im Uterus der Mutter zu einem vollständigen Kind heran, das nach neun Monaten auf die Welt kommt.  Am Jüngsten Tag wird ähnlich wie bei den Pflanzen, das unscheinbare Teilchen eines Menschen in dem Uterus Erde heranwachsen und es wird der vollständige Mensch aus dem Herzen der Erde hervorgehen. Ist dies wirklich, wie einige meinen, ein Ding der Unmöglichkeit?

                            

Wir können uns merken:

Erstens: Ein Weg, das schlummernde Gemüt der Jenseitsleugner zu wecken, besteht darin, ihnen geeignete Fragen zu stellen. In einem Lehr- und Erziehungssystem wird ja auch in vielen Fälle statt direkter Lehre die Frage- und Vergleichsmethode eingesetzt.

Zweitens: Wenn einige  an der verheißenen Zukunft des Menschen und seiner Wiederbelebung nach dem Tod zweifeln oder dies leugnen, so liegt es teilweise daran, dass sie vergessen haben oder sich nicht darüber im Klaren sind, wie der Mensch erschaffen worden ist.

Jun 03, 2018 10:19 CET
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