Wir setzen die Erläuterung der Sure Saffat mit den Versen 12 bis 21 fort.  Die  Verse 12 bis 15 dieser Sure 37 lauten:

(37:12 – 21)

      

بَلْ عَجِبْتَ وَيَسْخَرُونَ                                

„Aber nein! Du wunderst dich (über ihr Leugnen), während sie (über dich)  spotten.“ (37: 12)

 

وَإِذَا ذُكِّرُوا لَا يَذْكُرُونَ

„Und wenn sie ermahnt werden, gedenken sie nicht.“ (37: 13)

 

وَإِذَا رَأَوْا آيَةً يَسْتَسْخِرُونَ

„Und wenn sie ein (Wunder-)Zeichen sehen, spotten sie darüber (und regen auch die anderen zum Spott an).“ (37: 14)

 

وَقَالُوا إِنْ هَـٰذَا إِلَّا سِحْرٌ مُّبِينٌ

„Und sie sagen: „Das ist nur deutliche Zauberei.“ (37: 15)

                                      

Die Ungläubigen leugnen das Jenseits. Dies ging aus dem Vers 11 der Sure Saffat hervor. Im Anschluss an diesen Vers weist Gott nun den Propheten darauf hin, dass sie nicht nur das Jenseits leugnen sondern sich sogar darüber lustig machen und den Propheten deshalb verspotten.  Der Prophet, der doch vom Jenseits absolut überzeugt ist, soll sich nicht darüber wundern, dass diese Leute etwas verspotten,  über das sie nicht im Bilde sind.   Es wäre natürlich gut, wenn sie schweigen und nur sagen würden: Wir wissen nicht ob es den Jüngsten Tag und das Jenseits gibt.  Wenn sie aber auf diese Weise mit Spott reagieren, hat es mit ihrem Starrsinn zu tun. Denn immer wenn es um diese wichtige Angelegenheit geht und sie gemahnt werden, wollen sie nicht darauf achten. Selbst wenn sie ein Wunder vor Augen haben, wollen sie sich nicht zur Lehre Gottes bekennen, sondern sie animieren die anderen sogar zur Verspottung des Propheten und zu diesem Zweck behaupten sie, dass diese Wunder Zauberei seien. Aber es besteht eindeutig ein Unterschied zwischen Zauberei und Wundern.  Ein Zauberer muss jahrelang seine Zaubertricks einüben. Aber der Prophet  Gottes vollbringt, wenn immer Gott es will, ein Wunder und braucht dafür nicht zu üben oder nicht unterrichtet  zu werden.

                          

Wir können uns merken:

Erstens:  Wenn jemand innerlich nicht bereit ist, Recht und Wahrheit zu akzeptieren, dann wirken selbst die Worte der besten Menschen nicht auf ihn.

Zweitens:  Die  Gegner von Recht und Wahrheit bedienen sich unter anderem der Verspottung. Aber die Freunde von Recht und Wahrheit dürfen nicht aus Angst vor Spott die Arena verlassen.

Drittens: In Wahrheit gestehen die Götzendiener, wenn sie den Koran mit seinem Wundercharakter eine Zauberei nennen,  

 ein, dass er etwas Außergewöhnliches ist.

                                    

In den Versen 16 bis 18 der Sure 37, Sure Saffat, heißt es weiter:

              

  أَإِذَا مِتْنَا وَكُنَّا تُرَابًا وَعِظَامًا أَإِنَّا لَمَبْعُوثُونَ                                        

„Wenn wir gestorben und zu Erde und (morsche) Knochen geworden sind, sollen wir denn dann wirklich (wieder)  auferweckt werden?“  (37: 16)

 

أَوَآبَاؤُنَا الْأَوَّلُونَ

„Und auch unsere Vorväter?“ (37: 17)

 

قُلْ نَعَمْ وَأَنتُمْ دَاخِرُونَ

„Sag: Ja, und ihr werdet (alle auferweckt werden und) euch demütig verhalten.“ (37: 18)

                                

Die obigen Verse enthalten die Fortsetzung des Gespräches der Jenseitsleugner mit dem Propheten Gottes.

Es fällt auf, dass diese Leute wieder keinen Beweis  für ihre Ansicht vorlegen, dass es keine Auferstehung von den Toten geben soll, sondern lediglich ihre Verwunderung und Ungläubigkeit äußern. Sie fragen den Propheten ungläubig: Wie können die Toten, deren Körper verwest ist und die zu Staub geworden sind, am Jüngsten Tag wieder ins Leben zurückkehren?  Vor allen Dingen: Wie kann das bei unseren Ahnen der Fall sein, die vor  Jahrhunderten verstorben sind und von denen nichts mehr erhalten geblieben ist? Wenn wir ihr Grab öffnen, finden wir nur Erde darin.  

Natürlich sind dies Fragen, die für jeden auftauchen. Aber die Gläubigen sind von der Allmacht Gottes überzeugt und wissen, dass Gott die Toten wieder aus Erde erschaffen kann.  Sie glauben an die Mitteilung der Propheten und das was in den Himmelsbüchern über den Jüngsten Tag und die Wiederbelebung der Toten steht.  Aber jemandem,  der nicht an Gott und seine Gesandten glaubt, fällt es schwer dies zu akzeptieren. Er vermag dies nicht.  

 

Wir lernen aus dieser Koranstelle:

Erstens: Die Jenseitsleugner besitzen  keine soliden Gegenargumente. Statt nach logischen Argumenten zu suchen, halten sie stur an ihrem Unglauben fest.

Zweitens:  Fragen und Zweifeln sollte man, selbst wenn sie aufgrund schlechter Absichten gestellt werden,  offen und unter Vorlage von klaren Gründen erwidern.

Drittens: Starrköpfigkeit gegenüber Recht und Wahrheit führt zur Schmach im Jenseits.

                                                       

Es folgen noch die Verse 19 bis  21 der Sure Saffat:

 

فَإِنَّمَا هِيَ زَجْرَةٌ وَاحِدَةٌ فَإِذَا هُمْ يَنظُرُونَ

 „Es wird wahrlich nur ein einziger erschreckender Schrei sein, da schauen sie sogleich hin.“ (37: 19)

 

وَقَالُوا يَا وَيْلَنَا هَـٰذَا يَوْمُ الدِّينِ

„Und sie werden sagen: „O wehe uns! Das ist der Tag des Gerichts!“ (37: 20)

 

هَـٰذَا يَوْمُ الْفَصْلِ الَّذِي كُنتُم بِهِ تُكَذِّبُونَ

„Das ist der Tag der Trennung (von der Wahrheit und dem Falschen), den ihr für Lüge zu erklären pflegtet.“ (37: 21)

                                                           

Diese Verse weisen darauf hin, dass Gott ohne weiteres die Toten wieder zum Leben erwecken kann. Keiner soll jedoch denken, dass die  Milliarden von Menschen, die im Laufe der Geschichte verstorben sind, einer nach dem anderen oder gruppenweise zum Leben erweckt würden.  Vielmehr werden sie sich im Gefolge eines himmlischen Schreis, der den Willen des Allmächtigen symbolisiert,  auf einen Schlag aus der Erde erheben und erstaunt um sich schauen. Es ist nur natürlich, dass die Ungläubigen in dem Augenblick, wo sie alle Menschen gleichzeitig von den Toten auf diese Weise auferstehen sehen,  bekennen werden:  Dies ist genau das, was wir immer geleugnet haben. Wehe uns! Was sollen wir jetzt tun? Wie wird man mit uns verfahren?

Und die Engel Gottes werden angesichts dieses Bekenntnisses verkünden, dass der Tag der Trennung zwischen Wahrheit und Lüge angebrochen ist. Es ist der Tag, an dem die Gläubigen und Rechtschaffenen  von den Ungläubigen, Leugnern und denen,  die nicht rechtschaffen gelebt haben,  getrennt werden; der Tag an dem Gott über die Menschen richtet.

 

Wir sehen:

Erstens: Die Auferstehung von den Toten tritt plötzlich ein. Es ist kein zeitaufwendiger Prozess.

Zweitens:  Die Götzendiener sind an diesem Tag völlig ratlos und böse überrascht. Sie sehen ein schlimmes Ende auf sich zukommen.

Drittens: Der Jüngste Tag ist der Tag der verspäteten Reue und  des großen Bedauerns. Wir sollten im Leben den richtigen Weg wählen, so dass wir nicht erst am Jüngsten Tag  unsere Versäumnisse und schlechten Taten bereuen, denn dann wird es nichts mehr nützen.  

Tags

Jun 06, 2018 11:44 CET
Kommentar