• Strahlende Sonne über dem Weg zum Glück (33 - Islamische Barmherzigkeit)

Der bewaffnete Kampf unterscheidet sich im Islam hinsichtlich Form und Ziel von den üblichen Kriegen. Während die imperialistischen Mächte in der Geschichte  Kriege geschürt haben um vorzuherrschen und ihr Reich auszudehnen,   wurden mit dem bewaffneten Kampf auf dem Wege Gottes, des Dschihad, andere Absichten verfolgt.

Ziel des Dschihades ist die Befreiung der Menschen aus der Fessel der Unwissenheit, der Götzenanbetung und des Aberglaubens.  Durch den Dschihad wird Unrecht und Ungerechtigkeit bekämpft und soll schließlich eine weltumfassende Ordnung errichtet werden, die auf der sozialen und göttlichen Gerechtigkeit beruht.  Zu den Zielen des Dschihads gehört es, die aufrührerischen rebellischen Mächte zu entmachten, damit die Unterdrückten und rechtschaffenen Diener Gottes, die Verwaltung der Angelegenheiten der Menschen in die Hand nehmen.  Bei Betrachtung der Art wie der Prophet die Gesellschaft verwaltete, werden wir keine Spur von Herrschaftsbestrebungen, wie sie bei den Herrschsüchtigen auf der Welt vorhanden ist, sehen.  Dieser Edle hielt sich von allem täuschenden Glanz der Welt fern. Er machte die Moschee zu seinem Zentrum für Regierung, Gerichtswesen und Planung. 

Die exzellenten  Führungsqualitäten des Propheten und sein hohes Denken werden besonders  im Zusammenhang mit der Einnahme Mekkas, dieser letzten Hochburg  der Feinde durch die Muslime deutlich.  In diesem Abschnitt der Islamischen Geschichte beweist der Prophet seine gute Planung und friedenssuchende weise Politik.  Dieser Gottesmann hat die Eroberung von Mekka so geplant, dass die Muslime ohne Blutvergießen ihren größten Sieg erzielen konnten.   Um richtig den Großmut des Propheten nach Eroberung von Mekka nachzuvollziehen,  ist es notwendig,  einen Blick auf die Verschwörungen und Gewalttaten der machtgierigen Anführer der Qureisch zu werfen.

Die Götzenanbeter haben sofort nach der Aussendung des Propheten und nachdem einige sich zum Islam bekannt hatten, mit ihren feindseligen Schritten gegen die Muslime begonnen. Sie haben die Anhänger des Propheten Gottes schwer gefoltert und gequält. Sie haben eine mehrjährige Blockade über sie verhängt.  Die Götzendiener von Mekka ließen die Muslime nicht in Ruhe. Schließlich  wanderten  die Muslime nach Medina aus. Die Qureisch, die ihre Position und Privilegien durch die Muslime gefährdet sahen,  entfachten daraufhin zahlreiche Kriege gegen den Propheten und die Muslime.

                              

Wie Sie beim letzten Mal erfuhren, hat  der Prophet schließlich im sechsten Jahr nach der Auswanderung nach Medina  den Friedensvertrag von Hudaibiya  mit den Anführern der Qureisch unterzeichnet. Dieses Abkommen hätte eine Zeitlang für die Einstellung der feindlichen Auseinandersetzungen sorgen können, aber die Götzendiener der Qureisch taten sich mit einem anderen Stamm zusammen und griffen den Clan der Chuzaa, welcher mit dem Propheten ein Bündnis geschlossen hatte, an.. Durch diesen Vertragsbruch seitens  der Götzendiener  bot sich dem Propheten eine Gelegenheit an,  mit  diesen  zu konfrontieren.  Ohne dass der Feind etwas von dem Vorhaben des Propheten erfuhr, machte er sich mit einem Heer bestehend aus 10 Tausend Kämpfern auf den Weg nach Mekka. Der Prophet tat alles um den Feldzug vor den Qureisch zu verheimlichen, damit er in einem Überraschungsangriff die Stadt Mekka ohne Blutvergießen erobern kann.   Die Muslimen waren schließlich am Abend  in der Nähe von Mekka angekommen. Die  Spione der Qureisch überbrachten Abu Sufiyan, dem verbissenen Feind des Propheten die Nachricht. 

Zu dem Zeitpunkt, hatte Abu Sufiyan 20 Jahre lang den Muslimen die größten Schläge versetzt und nun war er sehr besorgt darüber, welches Schicksal ihn erwartet.  Durch Vermittlung  des Prophetenonkels Abbas gelang ihm ein Treffen mit dem Propheten.  Nach diesem Gespräch ergab er sich.  Daraufhin bewies der Prophet seine Großzügigkeit, denn er erklärte:  „Abu Sufiyan kann den Menschen versichern, dass jeder, der in der Heiligen Moschee (in Mekka) Schutz  sucht oder die Waffen niederlegt und seine Neutralität erklärt oder die Tür zu seinem Hause schließt oder im Hause von Abu Sufiyan Schutz sucht, vor einem Angriff der islamischen Armee sicher sein wird.“

                                

Die Heerscharen des Islams betraten die Stadt aus vier Richtungen.  Die Einwohner zogen sich in ihre Häuser zurück und  eine große Anzahl suchte in der Heiligen Moschee bei der Kaaba Schutz. Einer der Befehlshaber der Muslime  rief: „Heute ist der Tag der Rache, heute ist (der Übergriff auf )euer Eigentum und euer Leben für uns erlaubt“ Seine Soldaten wiederholten den Ruf und die  Götzendiener bekamen es mit der Angst zu tun. Doch der Prophet befahl den Muslimen: „Ruft anstelle dessen: Heute ist der Tag der Barmherzigkeit und Liebe!“

                                        

Schließlich war der Prophet mit seinen treuen Helfern bei der Kaaba, dem Hause Gottes  angelangt. Die Götzendienern dachten besorgt daran dass sie keine Untat gegenüber dem Propheten und den Muslimen gescheut hatten. Sie dachten wie wird der Prophet mit uns verfahren? Der Prophet Gottes (S),  dieses großartiges universale  Beispiel für einen barmherzigen  Menschen, aber sagte: „Was sagt und denkt ihr über mich?“  Die verängstigten Einwohner von Mekka antworteten wie aus einem Munde: „Wir sagen nur Gutes über dich und sprechen von deiner Nachsicht und wir denken nur Gutes von dir. Du bist ein liebevoller, großmütiger Bruder …“

Da beendete der Prophet ihr Besorgnisse und erklärte:  „Ich sage zu euch den gleichen Satz, den mein Bruder (Prophet) Yusuf zu seinen (ungerechten) Brüdern sagte, nämlich (:

 „Keine Schelte soll heute über euch kommen. Allah vergibt euch eure Sünden, Er ist ja der Barmherzigste der Barmherzigen.  …

„Ihr ward keine guten Landsleute,  habt meine Prophetschaft geleugnet und mich aus meiner Heimat vertrieben  und am entferntesten Ort, an den ich ausgewandert bin, Krieg gegen mich geführt. Dennoch vergebe ich euch in einem Dekret der allgemeinen Vergebung und verkündige: Ihr seid alle frei.“

                                   

Die Gewinner eines Krieges werden normalerweise nach dem Sieg vom Stolz übermannt , aber der Prophet Gottes, der kein anderes Ziel vor Augen hatte als die Verbreitung des Glaubens an den  Einen Gott, verkündete  an der Kaaba nach Vernichtung der Götzenbilder  mit lauter Stimme:

„Es gibt keinen Gott außer dem Einen Gott. Er ist Einer (und hat keine Teilhaber).  Seine Verheißung ist in Erfüllung gegangen und er hat Seinen Dienern geholfen und alle Gruppen alleine vernichtet und auseinander getrieben.“

-Angesichts des gütigen und großartigen Verhaltens des Propheten bekannten sich  die befreiten Menschen von Mekka scharenweise zum Islam.  Was sich nach Einnahme von  Mekka durch die Muslime dort ereignete, zeigt deutlich, dass der Islam die Lehre der Liebe, Barmherzigkeit und Freiheit ist und niemandem mit Waffengewalt seine Anschauungen aufzwingt.

                          

Es genügt schon ein  kurzer Blick auf das Arbeitszeugnis von Ländern, die behaupten die Freiheit und Menschenrechte zu verteidigen, um zu erkennen, dass sie bei zahlreichen Kriegen unzählige  Menschen ihrer Kriegssucht und ihren Interessen geopfert haben.  Im Ersten und Zweiten Weltkrieg sind Millionen von Menschen ums Leben gekommen und nach dem Zweiten Weltkrieg füllten die  USA laufend mit Krieg, und Zerstörung ihre schwarze Akte, wobei Millionen von Menschen in verschiedenen Ländern ihr Leben verloren.  Auch zurzeit hat dieser Staat zusammen mit anderen westlichen Staaten und in Kooperation mit einigen reaktionären arabischen Regimes in Westasien das Feuer von Krieg und  Terrorismus  entfacht.  Die Zahl der Toten während der Kriege zu Lebzeiten des Propheten , die insgesamt kaum mehr als 1000 beträgt, fallen   im Vergleich zu der Zahl der Millionen von Menschen, die  während der Kriege in den vergangenen hundert Jahren, von Ländern die sich brüsten,  die Menschenrechte zu verteidigen, getötet wurden, überhaupt nicht ins Gewicht. Jeder gerechte Mensch wird daher einsehen, dass der Islam keine Religion des Krieges ist.

Die westlichen Regierungen aber wollen den Islam verunglimpfen und seinen zunehmenden Einfluss auf der Welt eindämmen, und daher werfen sie dieser Religion vor, Krieg und Blutvergießen zu verursachen.  Sie haben im Zusammenhang mit ihrer Politik der Angstmache vor dem Islam, die abwegigen, mörderischen Takfiri-Gruppen, wie die Daisch (IS), hervorgerufen und unterstützt.  Den westlichen Regimes und ihrem Propagandapparat geht es darum, diese brutalen Gruppen auszunutzen um den Islam als gewaltsam und unlogisch darzustellen.  Aber der Islam ist von Grund auf  eine Religion der Vernunft und Logik und verbreitet den Geist der Nachsicht, Toleranz und Milde.  So wie der Prophet, der mit den Worten des Korans eine Barmherzigkeit für alle Menschen ist.

 

Jun 19, 2018 02:56 CET
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