Wir setzen unsere Erklärung zu der Sure 37, Sure Saffat, bei dem Vers 50 fort. In diesem und den darauffolgenden 3 Versen  heißt es:

(37: 50 – 61)

 

 

فَأَقْبَلَ بَعْضُهُمْ عَلَىٰ بَعْضٍ يَتَسَاءَلُونَ

 „Sie wenden sich einander zu und fragen sich gegenseitig.“ (37: 50)

 

قَالَ قَائِلٌ مِّنْهُمْ إِنِّي كَانَ لِي قَرِينٌ

„Einer von ihnen sagt: `Gewiss, ich hatte (auf der Welt) einen Gesellen,`“ (37: 51)

 

يَقُولُ أَإِنَّكَ لَمِنَ الْمُصَدِّقِينَ

„der da sagte: ‚Gehörst du wirklich zu denjenigen, die es (das Jenseits) für wahr halten?`“ (37: 52)

 

 أَإِذَا مِتْنَا وَكُنَّا تُرَابًا وَعِظَامًا أَإِنَّا لَمَدِينُونَ

„`Wenn wir gestorben und zu Erde und Knochen geworden sind, sollen wir denn dann wirklich (wieder lebendig und) vor Gericht gestellt werden?`“ (37: 53)

                                           

Wir haben beim letzten Mal erfahren, dass die Paradiesbewohner  in angenehmer Gesellschaft gemütlich zusammensitzen. An der obigen Stelle wird ein Gespräch zwischen den Paradiesbewohnern wiedergegeben, um uns vergessliche Menschen auf Erden wachzurütteln und damit wir wissen, dass es durchaus möglich ist, dass Freunde, die im Leben miteinander verkehrten, im Jenseits voneinander getrennt werden und der eine ins Paradies einkehrt während der andere in die Verdammnis geschickt wird.  

Laut obiger Stelle in der Sure 37 befragen sich die Paradiesbewohner gegenseitig über ihr ehemaliges Leben im Diesseits und sie sprechen über ihre Erinnerungen. Einer von ihnen erinnert sich an einen Freund, der das Jenseits geleugnet hat und es für unmöglich hielt, dass die Menschen nach ihrem irdischen Tod wieder ins Leben zurückgerufen werden können. Er hatte immer seinem gläubigen Freund die Frage gestellt: „Glaubst du wirklich an so etwas?  Bist du wirklich davon überzeugt, dass wir im Jenseits für unsere Taten bestraft oder belohnt werden?“

                        

Wir können dieser Stelle im Koran entnehmen:

Erstens: Es macht nichts, wenn ein gläubiger Mensch mit Menschen, die schwach im Glauben oder ungläubig sind, verkehrt, solange er dadurch nicht selber in seiner Überzeugung geschwächt wird. Dies gilt insbesondere dann, wenn er sie auf diese Weise für die Religion gewinnen und auf den Weg Gottes einladen oder wenn er zumindest auf ihre Zweifelsfragen antworten kann.

Zweitens: Wer das Jenseits leugnet, kann sich als Beweis für seine Ansicht weder auf eine Erfahrung noch auf ein logisches Argument stützen. Solche Leute reagieren nur mit Verwunderung und mit Zweifeln.

Drittens: Im Jenseits kann sich der Mensch an sein Leben auf der Welt erinnern.

 

Wir setzen unsere Erläuterungen mit den Versen 54 bis 57 der Sure Saffat fort. Und zwar steht an dieser Stelle im Koran Folgendes:

 

قَالَ هَلْ أَنتُم مُّطَّلِعُونَ

 „Er sagt (daraufhin zu seinen Freunden im Paradies): `Wollt ihr denn hinschauen (wie es meinem Gesellen ergeht)?`“ (37: 54)

 

فَاطَّلَعَ فَرَآهُ فِي سَوَاءِ الْجَحِيمِ

„Er schaut selbst hin und sieht ihn mitten im Höllenbrand.“ (37: 55)

 

قَالَ تَاللَّـهِ إِن كِدتَّ لَتُرْدِينِ

„Er sagt: `Bei Allah, beinahe hättest du mich fürwahr ins Verderben gestürzt.`“ (37: 56)

 

وَلَوْلَا نِعْمَةُ رَبِّي لَكُنتُ مِنَ الْمُحْضَرِينَ

„`Und ohne die Gnade meines Herrn würde (auch) ich nun wahrlich zu den (der Hölle) Vorgeführten gehören.`“ (37: 57)

                               

Dieser Paradiesbewohner sagt zu seinen Freunden im Eden, dass jener Geselle auf Erden, der ihn wegen seiner Überzeugung vom Jenseits ständig kritisiert hat, nun in der Hölle ausharren muss. Die anderen können sogar seinen Platz in der Hölle sehen, wenn sie wollen. Dann gibt er zu, dass er wegen der Freundschaft mit diesem Hölleninsassen sich selber der Gefahr der Abweichung und Sünde  ausgesetzt hat und womöglich nun auch in der Hölle sein würde, wenn nicht Gottes Gnade gewesen wäre. Gott hat ihm Gnade erwiesen,  weil er fest im Glauben war und rechtschaffen gehandelt hat und so konnte er vor der Verdammnis Rettung finden. 

                                 

Wieder können wir uns Wissen über das Verborgene aneignen, nämlich:

Erstens: Gemäß dem Koran können die Paradiesbewohner die Hölleninsassen sehen, wenn sie das wollen und sie können mit ihnen sprechen. Die Hölleninsassen aber vermögen nicht das Paradies zu sehen und etwas über das Wohlbefinden der Paradiesbewohner erfahren.

Zweitens:  Wenn der Glaube des Menschen nicht darunter leidet, so macht es nichts, mit denen zu verkehren, die die Lehre der Religion ablehnen.  Dennoch ist eine solche Freundschaft gefährlich, und wenn Gott dem Menschen keine Gnade erweist, wird er unter ihren Einfluss geraten und wie sie im Inferno der Hölle landen.

 

 

Nun erfahren Sie, was in den Versen 58 bis 61 der Sure Saffat steht:

 

أَفَمَا نَحْنُ بِمَيِّتِينَ

 „`Werden wir tatsächlich nicht mehr sterben, (37: 58)

 

إِلَّا مَوْتَتَنَا الْأُولَىٰ وَمَا نَحْنُ بِمُعَذَّبِينَ

außer unserem ersten Tod (im Diesseits), und gehören wir tatsächlich nicht zu den Bestraften?`“ (37: 59)

 

إِنَّ هَـٰذَا لَهُوَ الْفَوْزُ الْعَظِيمُ

„`Das ist doch wahrlich der großartige Erfolg!`“ (37: 60)

 

لِمِثْلِ هَـٰذَا فَلْيَعْمَلِ الْعَامِلُونَ

„Für ein Solches (einen solchen Lohn) sollen diejenigen, die handeln, (ihre Werke) tun.“ (37: 61)

 

Wenn jemand einmal in das Paradies eingelassen wurde, weiß er, dass er nicht bestraft wird, denn wenn es eine Bestrafung für ihn gibt, so wird er vor der Einkehr ins Paradies davon betroffen sein.

Wenn er nun im Paradies über diesen großen Segen spricht, so einerseits, um der göttlichen Gnade eingedenk zu sein und Gott zu danken, und andererseits um daran zu erinnern, dass es die höchste Stufe des Glücks für einen Menschen ist, für immer im Paradies Gottes wohnen zu dürfen, wo er vor jeder Krankheit und dem Altern, welches im Leben schließlich seinen Tod verursachte, sicher ist. Man mache sich bewusst, dass das Leben auf der Welt sehr kurz ist und voller Mühen und Leiden. Unterdessen ist das Jenseits unbegrenzt und die Paradieseinwohner haben es dort immer gut.

Die obige Stelle im Paradies enthält eine Botschaft der Paradiesbewohner an diejenigen, die den weltlichen Freuden nacheilen, nämlich:  Ihr Leute, die ihr noch die Gelegenheiten des Lebens zur Verfügung und noch nicht die Welt verlassen habt. Begeht so viele gute Taten und Werke, wie ihr könnt, damit ihr einen größeren Vorrat für das Jenseits anlegt.  Besitz und Reichtum sind Dinge, die nur im Diesseits einen Wert haben und etwas nutzen, aber im Jenseits zählen nur eure rechtschaffenen Werke  und dort wird der Mensch nicht gemäß seinem Reichtum, seiner Macht und seinem Ruhm eingestuft, sondern entsprechend seiner Taten.

 

Hier noch folgende drei Anmerkungen:

 

Erstens: Im Paradies  gibt es keinen Tod und  keine Vernichtung. Aber in der Verdammnis erfahren die Hölleninsassen laufend  während der Bestrafung den Tod,  was ihnen jedoch keine Erlösung bringt, weil sie  wieder ins Leben zurückgeholt werden.

Zweitens:  Das wahre Glück hängt davon ab, dass der Mensch sich auch in einer verdorbenen Umgebung von Sünden und Abweichungen bewahrt, damit er heil an seinem Ziel angelangt.

Drittens: Die Werke des Menschen im Leben müssen dazu dienen, dass er hohe Ziele und das große ewige Glück erreicht. Anderenfalls wird der Mensch eine riesige Enttäuschung erleben

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Jul 07, 2018 03:52 CET
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