Wir begrüßen Sie zu einem weiteren Teil unserer Reihe „In Richtung Licht“. Erneut schlagen wir den Koran bei der Sure 37, Sure Saffat, auf, von der wir bislang 61 Verse besprochen haben. Heute geht es um die sieben nächsten Verse. In den Versen 62 und 63 dieser Sure steht:

(37: 62- 68)

 

 أَذَٰلِكَ خَيْرٌ نُّزُلًا أَمْ شَجَرَةُ الزَّقُّومِ

„Ist dies (das Paradies) als gastliche Aufnahme besser oder der Zaqqūm-Baum?“ (37: 62)

 

 إِنَّا جَعَلْنَاهَا فِتْنَةً لِّلظَّالِمِينَ

„Den haben Wir zu einer (Versuchung und) Strafe für die Ungerechten gemacht.“ (37: 63)

 

Während  wir vorher über das schöne Leben der Paradiesbewohner erfuhren, beginnen  die obigen Verse mit der Frage, ob dieses Wohlleben  und die Bewirtung der Paradiesbewohner besser ist oder das, was die Hölleninsassen essen und trinken müssen. Die Antwort erübrigt sich, denn es liegt auf der Hand, dass sich Paradies und Hölle nicht miteinander vergleichen lassen.  Im Inferno gibt es absolut nichts Angenehmes und es ist eine peinvolle Bleibe, während das Paradies aus lauter Freuden und Komfort besteht.  Diese Verse sollen also wachrütteln.  Jeder sollte im Auge behalten, was ihn erwartet, wenn er sündigt, um an kurzlebige irdische  Genüsse zu gelangen. Jeder soll sich vergegenwärtigen wie schön ein ewiges Leben im Paradies und wie peinvoll die ewige Bestrafung in der Verdammnis sein wird.

 

Wir  können uns also merken:

Erstens: Wenn wir im Leben Handlungsalternativen miteinander vergleichen, sollten wir nicht nur die kurzfristigen Folgen im Diesseits sehen sondern auch an das  langfristige ,  sprich ewige Ergebnis, nämlich die jenseitige Bestrafung oder Belohnung denken.

Zweitens: Das Kriterium für den Ausgang in der Hölle ist „Zulm“ – Zulm ist das Unrecht, das wir anderen und uns selber angetan haben und das Unrecht gegenüber der Religion Gottes und den Gottesfreunden. 

                                               

Die nächsten Verse, Verse 64 bis 66  der Sure Safat, Sure 37 lauten wie folgt:                                  

 

إِنَّهَا شَجَرَةٌ تَخْرُجُ فِي أَصْلِ الْجَحِيمِ

„Er ist ein Baum, der im Grund des Höllenbrandes hervorkommt,“ (37: 64)

 

طَلْعُهَا كَأَنَّهُ رُءُوسُ الشَّيَاطِينِ

„seine Blüten  sind wie Köpfe von Satanen (so hässlich).“ (37: 65)

 

فَإِنَّهُمْ لَآكِلُونَ مِنْهَا فَمَالِئُونَ مِنْهَا الْبُطُونَ

„Sie werden wahrlich davon essen und werden (sich) so davon die Bäuche füllen. (37: 66)

                                                          

Die obigen Verse beschreiben den Zaqqum-Baum näher. Einer ähnlichen Beschreibung begegnen wir auch in der Sure 44, Duchan, wo es heißt: „Gewiss, der Zaqqum-Baum ist die Speise des Sünders; wie siedendes Öl kocht er in den Bäuchen, wie das heiße Wasser kocht.“

Diesen beiden Koranstellen ist zu entnehmen, dass Zaqqum ein Baum ist,  der im Feuer der Hölle wächst und von dessen Früchte sich die Hölleninsassen ernähren müssen.  Es ist klar, dass eine Pflanze, die im Feuer wächst,  andere Früchte hervorbringt als Pflanzen, die mit Wasser gedeihen.  Die Früchte des Höllenbaumes sind glühend heiß und es bereitet große Pein sich davon ernähren zu müssen. Der Zaqqum-Baum hat einen üblen Geruch und der Koran vergleicht seine abscheulichen Früchte mit den Köpfen von Teufeln. Schon immer haben die Menschen sich die Köpfe von Teufeln sehr abstoßend vorgestellt,  während sie eine wunderschöne Vorstellung von den Engeln hatten. Allerdings haben sie weder Engel noch Dämone je zu Gesicht bekommen. 

 

Wir können wie folgt anmerken:

Erstens: Die Ordnung im Jenseits ist von der diesseitigen Daseinsordnung verschieden. Zum Beispiel ist es in der jenseitigen Ordnung möglich, dass mitten in der heißen Hölle ein Baum wächst.

Zweitens: Leute, die im Diesseits den Verlockungen von Satan gefolgt sind, müssen sich im Jenseits mit den Früchten von Pflanzen abfinden, die einen scheusslichen, abstoßenden Anblick bieten und so aussehen, als wären Satansköpfe aus der Erde gesprossen.

 

Bei der Betrachtung der nächsten beiden Verse, Verse 67 und 68 der Sure Saffat, erfahren wir Folgendes:

                     

 ثُمَّ إِنَّ لَهُمْ عَلَيْهَا لَشَوْبًا مِّنْ حَمِيمٍ

„Hierauf (nach dieser Nahrung) erhalten sie fürwahr eine Mischung von heißem Wasser.“ (37: 67)

 

ثُمَّ إِنَّ مَرْجِعَهُمْ لَإِلَى الْجَحِيمِ

„Hierauf kehren sie fürwahr zum Höllenbrand zurück.“ (37: 68)

                                       

Natürlich werden die Hölleninsassen sehr durstig, nachdem sie die ekeligen, glühendheißen Früchte des Zaqqum-Baumes gegessen haben. Gemäß dem Vers 67 der Sure Saffat, werden sie nach Herunterwürgen der Zaqqum-Früche  ihren Durst löschen wollen. Doch sie erhalten nur heißes und schmutziges Wasser zum Trinken und dieses macht sie nur noch durstiger.

Dann verheißt Gott im Vers 68, dass sie danach wieder in den Höllenbrand zurückkehren. Die Hölleninsassen werden also auf diese Weise vor dem Betreten der Hölle bedient. Wenn schon die Bedienung vor dem Eintritt in die Hölle derartig schlimm ist, wie wird dann erst der Empfang in der Hölle selber aussehen?!

                       

Folgende drei Merkpunkte möchten wir hinzufügen:

Erstens: Die Hölleninsassen erhalten zu Trinken und zu Essen genauso wie die Paradiesbewohner gespeist werden. Aber ihre Speisen und ihr Trunk sind  keineswegs angenehm, sondern schmecken abscheulich und sehen ekelhaft aus. 

Zweitens:  Wer im Diesseits seinen Bauch mit verbotenen Dingen füllt und die Gebote Gottes missachtet, der muss im Jenseits seinen Magen mit Dingen füllen, die ihm Pein bereiten.

Drittens:  Die Stationen im Jenseits sind unterschiedlich. Die Hölleninsassen betreten ihre eigentliche Bleibe – nämlich den Höllenbrand, nachdem sie vorher verschiedene Phasen durchgemacht haben.

Jul 21, 2018 11:49 CET
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