• Lotsen zum göttlichen Hafen  (1)

In dieser neuen Sendung werden wir eine kleine Enzyklopädie über die Lotsen des Islams zum göttlichen Hafen, von Prophet Mohammad (S) bis Imam Mahdi (F) vorlegen. Wir heißen alle willkommen, die sich für dieses Thema interessieren.

Die Arabische Halbinsel war in Verdorbenheit und Ignoranz versunken und in Mekka warfen sich die Götzendiener vor Statuen aus Gestein nieder. Doch da trat nach und nach die Sonne des Islams hinter den düsteren Wolken der Unwissenheit hervor und breitete allmählich behutsam ihr wegweisendes Licht über der Stadt aus. Zuerst hatten die arroganten arabischen Herrscher nichts von diesem Licht gemerkt doch dann fühlten sie sich davon geblendet, aber dieses Licht erfüllte die Herzen der Unterdrückten mit Hoffnung und Freude.  Je wärmer den Gläubigen dank der Sonne des Islams ums Herz wurde, desto mehr ging es dem Hochmut der Vornehmen und ihrer künstlichen Macht  an die Substanz.  Zu Beginn gab es nur den einen Herold, der rief:

قولوا لا اله الاالله تفلحوا

„Sagt Es gibt nur einen Gott, damit ihr Rettung findet“ -

doch dieser Ruf fand danach so viel Widerhall allerorts und schlug auf eine Weise Wurzeln, dass die Götzendiener nichts dagegen ausrichten konnten, so sehr sie sich auch jahrelang  anstrengten.   Die Sonne des Islams stand schließlich vollends am Himmel und erhellte eine Welt mit ihren Strahlen. 

                 

Sagt: Es gibt nur den Einen Gott, damit ihr Rettung findet

 

Um die Größe dieser Wandlung und die Bedeutung des Islams und der Anführer der göttlichen Rechtleitung für eine  schöne Gestaltung der menschlichen Welt zu veranschaulichen, müssen wir als erstes die politischen und sozialen Zustände vor ihrem Erscheinen beschreiben. 

                  

Die Arabische Halbinsel mit einer Fläche von 3 Millionen Quadratkilometern grenzt an drei Seiten an Wasser - im Westen liegt das Rote Meer, im Süden der Golf von Aden und der Indische Ozean und im Osten der Persische Golf und der Golf von Oman.  Das Leben in diesem Gebiet war früher sehr beschwerlich. Es herrschten schwierige wirtschaftliche, soziale und kulturelle Bedingungen. Das Leben der Araber spielte sich im engen Rahmen einer Stammesordnung ab. Nicht nur bei den Beduinen sondern auch in den Städten wurde die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Stamm streng behütet.  Als Stamm galt eine größere Gemeinschaft, deren Mitglieder  unter einem gemeinsamen Namen, nämlich dem Namen ihres Stammesvaters vereint und bekannt waren.  Das Leben in der  Wüste und das Nomadendasein war hart und mit Gefahren verbunden und deshalb hielten die Beduinen in jeder Familie zusammen und so vergrößerte sich jeder Kreis von Blutsverwandten allmählich   zu  einem Stammesverband.  Der Zusammenhalt in der Sippe schützte sie vor Feinden und verlieh dieser die Macht, andere Sippen anzugreifen. Die Abstammung war also für die Araber  von großem Wert und je größer ihr Stamm war, desto stolzer waren sie auf ihn, weil er mehr Macht besaß. 

                       

ein arabischer Nomade

 

Es gab keine Zentralregierung. Selbst nicht in großen Städten wie Mekka und Yathrib (späteres Medina). Das heißt es herrschte kein König oder Emir über die verschiedenen Stämme  und es gab keine staatlichen Einrichtungen wie zum Beispiel ein Gefängnis.  Jeder Volksstamm bildete eine unabhängige politische Einheit und wurde von dem Oberhaupt oder von mehreren Stammesoberhäuptern verwaltet.

Die meisten Araber waren Muschrik. In der Terminologe des Korans bedeutet „Muschrik „ Götzenanbeter.  Die Araber waren lange vorher Anhänger der monotheistischen Religion Prophet Ibrahims (Abrahams) gewesen.  Sie hatten anfangs  nach Abraham, seinem Sohn Ismail und seiner Gemahlin Hadschar deren Religion des Hanif-Seins gepflegt, wobei  Hanif  jemand ist, der die Wahrheit des Monotheismus verinnerlicht hat. Doch mit der Zeit verblasste ihr Glaube an den Einen Gott und sie beteten stattdessen falsche Götter an, wozu einige Anführer sie verleiteten. Einige arabische Historiker  schreiben, dass die Mehrheit der Araber Hanifen waren, bis Amr ibn Luhay auftauchte. Ibn Luhay brachte von Syrien her einen Götzen  namens Hubal nach Mekka und rief das Volk auf, diesen anzubeten. Dies war der Beginn der Verbreitung der Götzenanbetung auf der Arabischen Halbinsel. Aber auch die herrschende Unwissenheit war ein Grund, denn die Menschen besaßen keine Erkenntnis  über den Ein-Gott-Glauben. Zum Beispiel nahm jeder, der Mekka verließ, einen Stein von der Heiligen Moschee in dieser Stadt mit und betete ihn als Talisman auf seiner Reise an. Nachdem mehrere Generationen diesen Aberglauben gepflegt hatten, war die Religion des Hanif-Seins in Vergessenheit geraten  und die Araber waren allgemein Götzenanbeter geworden.  Viele von ihnen sahen zwar in Allah immer noch den einzigen Schöpfer der Welt und des Menschen aber sie hatten einen naiven oberflächlichen Gottglauben und sie stellten Götzen an seine Seite, als Teilhaber an Seiner Macht. Diese Götzen waren zunächst nur gering in der Zahl doch wurden es immer mehr bis es schließlich, bevor der Prophet ausgesandt wurde,  mehr als 360 Götzen, entsprechend der Tageszahl eines Jahres in der Kaaba in Mekka gab,  Die berühmtesten  Götzen in Mekka  waren die  Göttinnen Lat, Manat und Uzza. Die Araber betrachteten sie als "Töchter Gottes",  Die ignoranten Wüstenbewohner glaubten dass Gott ihnen Gnade erweisen werde, wenn sie diese Göttinnen anbeten. 

                           

einige Götzen aus der Zeit der Unwissenheit auf der Arabischen Halbinsel

 

                   So etwas wie ein Bildungssystem gab es auf der Arabischen Insel überhaupt nicht. Die Menschen waren Analphabeten und konnten nicht schreiben.  Es gab weder schriftliche Literatur noch Wissen oder wissenschaftliche Entfaltung.  Für die arabischen Volksstämme  waren es zwei Dinge, die über das soziale Verhalten und die kollektiven Regeln bestimmten, und das waren Macht und Tradition.  Was zählte war die Körperkraft und der Mann war Herr über seine Frau und seine Kinder und konnte nach Belieben über sie entscheiden.

Die Unwissenheit überschattete das ganze Leben der Araber. Liebe zu luxuriösem Leben und zu materiellen Werten, Raubzüge, Hartherzigkeit, falscher Stammesstolz und die Götzenanbetung prägten diese Zeit der Ignoranz. Es herrschte eine völlig falsche Werte- und Moralordnung. Das unsägliche Unrecht, das einige arabische Stämme ihren Töchtern antaten, liefert ein vielsagendes Beispiel für die hässlichen Sitten die bei den Beduinen und auch in den Städten üblich waren.

Gott beschreibt im Heiligen Koran was passierte wenn ein Araber erfuhr, dass seine Frau eine Tochter zur Welt gebracht hatte. Es heißt im Vers 58 der Sure Nahl (Sure 16) , und im Vers 17 der Sure Zuchruf (Sure 43), dass sich sein  Gesicht verfinsterte und er sich gewaltig aufregte und nicht wusste, ob er dieses Kind trotz aller Schmach behalten oder es besser unter der Erde verscharren soll (siehe Vers 59 der Sure Nahl). Viele dieser Männer haben ihr Kind bei lebendigem Leibe vergraben, weil  sie es unerträglich fanden,  dass es ein Mädchen war.

                     

Sure Nahl (Sure 16) Vers  59

 

Ajatollah Khamenei beschreibt die Dschahiliyya – die Zeit der Ignoranz unter der Menschheit in der vorislamischen Zeit wie folgt: „Einerseits herrschten Zügellosigkeit und Triebhaftigkeit, sexuelle Gelüste usw. und auf der anderen Seite waren diese triebhaften Menschen hinsichtlich Hartherzigkeit, Zerstörung und Blutvergießen so weit gekommen wie man es sich nur vorstellen kann, das heißt sie brachten ihre eigenen Kinder um.“ 

In den Gebieten, die die Arabische Halbinsel umgaben, und zu denen damals das Persische und Oströmische Reich gehörten herrschten keine guten Bedingungen. Diese beiden mächtigen Imperien, welche über einen großen Teil der damaligen zivilisierten Welt bestimmten, führten seit langem Krieg miteinander um ihr Reich auszudehnen.  Die zahlreichen Schlachten der sassanidischen Großkönige im Iran  mit den Römern hatten mit der Machtübernahme  von Anuschirwan (Chosrau I. – 531 bis 579 ) begonnen,  dauerten bis zur Zeit des Chosrau Parviz (Chosrau II. – 590-628)  insgesamt 24 Jahre lang an und brachten beiden Imperien schwere Verluste und Schäden ein. Nicht nur diese Last sondern auch der hässliche Umgang  des Adels und hohen Befehlshaber mit den Soldaten, die in der Regel aus der Arbeiter und Bauernschicht kamen, zehrte an der Macht der beiden Reiche.

Der iranische Wissenschaftler Said Nafisi beschreibt in seinem Buch über die Sozialgeschichte Irans die Lage Irans in der Zeit, als auf der Arabischen Halbinsel  der Islam erschien wie folgt:

„Was am meisten eine Spaltung  unter den Iranern hervorgerufen hatte, waren die strengen Klassenprivilegien, welche die Sassaniden im Iran einführten. Es hatten sie schon in den vorhergehenden Kulturen gegeben,  aber unter den Sassaniden waren sie noch härter geworden. Als erstes besaßen  sieben adelige Familien und nach ihnen fünf weitere Schichten  Privilegien, von denen die Allgemeinheit vollkommen ausgeschlossen war.  Das Recht auf Besitz gehörte fast ausschließlich den sieben Familien.

 

Ein anderer großer Nachbar der Arabischen Halbinsel war das mächtige Oströmische Reich. Im 6.Jahrhundert herrschte dort Justinian. … Justinian war  ein brutaler und machtgieriger König, was für die üble Lage  seiner Untertanen spricht. Die Bevölkerung im Byzantinischen Reich, die sich zum größten Teil zum Christentum bekannte hat unter Justinian , der behauptet, Gott habe ihn zum König bestimmt, schwere Zeiten erlebt.“

 

                


Persisches Reich (quergestreiftes Gebiet)und oströmisches Reich (schwarz umrandetes Gebiet) zu Beginn des Islams:

 


 

Eine solche traurige und hässliche Realität herrschte, als der Islam erschien, um die Menschheit zu mahnen und ein Heiliger mit einer göttlichen Botschaft ausgesandt wurde und die Welt veränderte. Dieser Gottesmann rief zum Glauben an den Einen Gott auf und ließ das Licht der Hoffnung und des Lebens wieder in den Herzen aufleuchten.  Er hieß Mohammad . Gott hat ihn (im Vers 46 der Sure 33(Sure Ahzab) ) „siradschan muniran“   eine lichtspendende Leuchte genannt. 

 

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Aug 29, 2018 19:15 CET
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