Dec 01, 2018 05:36 CET
  • Lotsen zum göttlichen Hafen (15)

In den beiden vorhergehenden Teilen haben wir bereits aus dem Leben der geehrten Tochter des Propheten, Fatima Zahra (F) berichtet. Wir setzen das Thema fort.

Gott schenkte Fatima und Ali (Friede sei beiden) vier Kinder.  Mitte Ramadan im dritten Jahr nach der Hidschra kam Hasan auf die Welt und im Schaaban im vierten Jahr nach der Hidschra Husain, ihr zweiter Sohn. Ihre erste Tochter Zainab wurde im fünften Jahr nach der Hidschra geboren und ihre zweite Tochter Umm-e Kulthum im sechsten.  Fatima übernahm somit auch die sensible Aufgabe der Kindererziehung. Es sollten Kinder sein, die die Familie der Reinheit schmücken und wie Zahra und Ali Sinnbild aller moralischen Werte werden. Die Augen aller waren ja auf diese Familie gerichtet  und ihr ganzes Verhalten musste die anderen anregen und vorzüglich sein.  Fatima Zahra (F) welche in der Familie der Offenbarung und im Hause des Propheten aufgewachsen war, bewältigte würdig diese verantwortungsvolle Aufgabe. Sie erzog Kinder, die in den schicksalhaften Zeiten der Islamischen Geschichte  den Islam und das Wohl der muslimischen Nation bestens beschützt haben und die bedeutendste Rolle für Imamat und Rechtleitung der Gesellschaft übernahmen.

                  

 

 

Zu den einmaligen Besonderheiten der Familie Fatimas gehört die Reinheit, die Gott ihnen verleihen wollte. Ibn Abbas sagt: „Einmal, als Ali, Fatima, Hasan und Husain beim Propheten waren, sprach dieser:  `O Gott: Du weißt, dass sie meine Ahl-e Bait – meine Familie  - sind und die würdigsten von allen. Liebe die, welche sie lieben, und sei denen feind, die ihnen feind sind. Hilf denen, die ihnen helfen. Mache sie rein von allem Hässlichen und bewahre  sie vor allen Sünden und bestätige sie durch Ruh-ul Quds (Gabriel)`“. Und es wurde die besondere Gnade Gottes der Familie von Fatima zu teil und so stellten sie ihr ganzes Leben in den Dienst Gottes und alles in ihrem Leben, ihr Rufen und ihr Schweigen, ihre Friedfertigkeit und ihr Kampf, ihr Aufstehen und ihr Ruhen und alle ihre Standpunkte im privaten Leben und in der Gesellschaft gingen stets aus einer allein auf Gott ausgerichteten Motivation hervor. Sie gingen nur den Weg, der Gott zufriedenstellt. Daher hat der Prophet (S) zu seiner Tochter Fatima (F) gesagt: „Gott hat auf die Welt geachtet und mich über alle Menschen gestellt. Dann hat er deinen Gemahl, Ali, über die anderen gestellt und dann dich über die Frauen der Welt und schließlich Hasan und Husein über die Paradiesjugend.“

                             

Hadhrate Zahra, die Reinste (F) war ein Strahl göttlichen Lichtes. Als ihr edler Enkelsohn Imam Baqir (F)  gefragt wurde warum Fatima den Namen Zahra  - die Erleuchtete - erhielt, sagte er:   „Weil Gott sie aus dem Licht  Seiner Erhabenheit erschuf. Durch ihr Licht  wurden Himmel und Erde in Helligkeit getaucht. So sehr, dass sich die Engel, beeindruckt von diesem Licht, vor Gott niederwarfen und sprachen: „O Gott, was ist das für ein Licht?“ Gott antwortete: „Es ist eine Flamme, die Ich aus dem Licht Meiner Erhabenheit schuf und in den Himmeln anbrachte. Ich werde sie aus den Lenden des besten Propheten  hervorgehen lassen und aus ihrem Licht die reinen, rechtleitenden Imame,  damit diese die Menschen zu Mir führen. Sie werden die Nachfolger Meines Gesandten sein“.

    

 

 

Eine besonders wichtige Aufgabe für ein Ehepaar und insbesondere für die Mutter, ist die Hervorrufung einer religiösen und spirituellen Atmosphäre in der Familie. Das heißt über die körperliche Nahrung  hinaus ist auch an  die gesunde seelische Nahrung und die seelischen Bedürfnisse der Kinder zu denken. Eine bedeutende Rolle spielt hierbei das Gott-Dienen der Eltern.  Zahra, die Reinste (F) sah, wie der Prophet (S) und Ali (F) nach Mitternacht das Gebet, erfüllt mit großer Gottesliebe und Gotterkenntnis, verrichteten und daher legte auch sie großen Wert auf dieses Gott-Dienen. Über diese Eigenschaft seiner geliebten Tochter sagte der Prophet Gottes (S): „Der Glaube an Gott ist Zahra (F) so tief ins Herz eingedrungen, dass sie sich für das Gott-Dienen, von allem losgelöst hat.“  Der Prophet des Islams (S) wusste, wie sehr Zahra (F) Gott liebt und er hat gesagt: „Meine Tochter Fatima ist die beste Frau der Welt. Sie ist ein Stück von mir, die Frucht meines Herzens und mein Geist und meine Seele. Sie ist eine Paradiesfrau in einem menschlichen Körper. Wenn sie in der Gebetsnische steht, dann erstrahlt für die Engel im Himmel ihr Licht. Gott sagt zu ihnen: `Seht Meinen Diener, wie er vor mir zum Gebet steht und seine Gliedmaßen angesichts meiner Größe beben und wie er tief in das Gebet versunken ist. Seid Zeuge, dass ich die wahren Anhänger Fatimas (F) vor der Strafe der Hölle sicher sein lasse.“

                         

In der echten  Islamischen Kultur Mohammads (S), in der Fatima Zahra (F) aufgewachsen ist, nimmt die Beziehung zum Schöpfer allen Seins einen besonderen Platz ein. Sie erreicht jedoch erst ihren  Höhepunkt, wenn die Beachtung der Geschöpfe Gottes nicht versäumt wird. Möglicherweise nennt der Koran gerade deshalb  das Ritualgebet und die Zakat-Abgabe  oder das Ritualgebet und das Spenden in einem Atemzug.  Hadhrat-e Fatima führte ein sehr einfaches Leben und musste manchmal große finanzielle Not ertragen, aber nie hat sie die Bedürftigen und Hungerleidenden vergessen und ist ihnen stets zur Hilfe geeilt.

Dschabir Abdullah Ansari berichtet: „Einmal kam ein alter, schwächlicher Mann in verschlissener Kleidung nach dem Nachmittagsgebet in die Moschee. Der Prophet Gottes (S) fragte ihn nach seinem Befinden. Da sagte er: `Ich bin hungrig. Sättige mich! Ich bin bedürftig: Spende mir etwas und ich brauche  auch eine geeignete Bekleidung.`  Der Prophet (F) sagte zu Bilal: `Bring ihn zum Haus meiner Tochter Fatima (F), damit er erhält, was er braucht.`

  Hadhrat-e Fatima übergab  dem alten Mann eine Halskette, die ihre Cousine ihr geschenkt hatte, und sagte: `Verkauf sie und besorge dir das was du brauchst.` Umar, der davon erfuhr, kaufte dem alten Mann sofort die Halskette zu einem angemessenen Preis ab und so konnte dieser alle seine Bedürfnisse stillen.  Der alte Mann ging erneut zum Propheten Gottes. Prophet Mohammad fragte ihn:  `Konntest du alles besorgen was du brauchst?`  Da antwortete er: `Ja! Dank des Segens einer Spende von Fatima! Ich bitte Gott, dass er Fatima etwas schenkt, was kein Auge je gesehen und kein Ohr je gehört hat.“  Da sagte der Prophet zu seinen Helfern: `Gott hat schon in dieser Welt Fatima ein solches Geschenk beschert, denn er hat ihr einen Vater wie mich und einen Gemahl wie  Ali (F) und Söhne wie Hasan und Husain geschenkt.`“

 

 

Fatima (F),  ihr Gemahl und ihre Kinder haben nicht nur unter normalen Umständen sondern auch in den härtesten Zeiten die anderen über sich selbst gestellt und auf eigene Bedürfnisse verzichtet. Ibn Abbas berichtet: „Hasan und Husain (F) waren krank geworden. Der Prophet kam sie mit einigen seiner Getreuen besuchen und sagte zu Ali (F): `O Abu-l Hasan – gelobe Gott etwas für die Genesung deiner Kinder.` Ali (F) und Fatima - laut einigen Überlieferungen auch Hasan und Husain -  gelobten, dass sie fasten werden. Es dauerte nicht lange und die beiden waren wieder gesund. Fatima bereitete ein wenig Gerstenbrot für das Fastenbrechen am Abend vor.  Als es Zeit zum Fastenbrechen war, klopfte ein Bettler bei ihnen an und sagte: `Friede sei euch – ihr Familie des Propheten (S)! Ich bin hungrig. Gebt mir etwas zu essen!` Da gaben sie alle dem Bedürftigen den Vorzug. Sie reichten dem Bettler  ihr Stück Brot und brachen ihr Fasten nur mit Wasser. Sie fasteten gemäß ihrem Gelöbnis einen zweiten Tag und als sie das Gerstenbrot, welches sie  für das Fastenessen vorbereitet hatten, verspeisen wollten,  hörten sie ein Waisenkind anklopfen und um Hilfe bitten. Auch dieses Mal übten sie Selbstverzicht und gaben ihm ihr Essen und brachen auch diesmal ihr Fasten mit  Wasser. Am dritten Tag – als sie beim Sonnenuntergang die Fastenspeise essen wollten, klopfte ein Kriegsgefangener an ihre Pforte und bat um Hilfe. Sie verschenkten, obwohl sie alle sehr hungrig waren, ihr Gerstenbrot  und stellten sein Bedürfnis über das eigene, obwohl sie drei Tage hintereinander nichts gegessen hatten.  Da erschien dem Propheten der Offenbarungsengel Dschibril und brachte ihm die Sure Insan (Sure 76)  bzw. gemäß einer Überlieferung die Verse 1 bis 8 dieser Sure. Der Engel Gabriel  sagte: „Gott gratuliert zu einer solchen Familie.“

 Die Verse 7 bis 8 dieser Sure handeln von ihrem Vorbild:

 

„Sie erfüllen das Gelübde und fürchten einen Tag, dessen Übel sich wie im Flug ausbreitet,“

„Sie geben ihr Essen (das sie selbst gern gegessen und das sie gebraucht hätten) einem Bedürftigen, einem Waisenkind und einem Kriegsgefangenen und sie sagen dabei:“

 „`Wir geben euch Gott zuliebe zu essen und wollen von euch kein Entgelt und keinen Dank.`“

 

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