Feb 12, 2019 12:35 CET
  • Internationale Feuchtgebiete im Iran (16 - der Urmia-See)

Urmia –See: Wahrscheinlich haben sie den Namen dieses iranischen Feuchtgebietes schon einmal gehört.

 

  

Feuchtgebiet Urmia-See

 

 

Der Urmia-See – in der Landessprache „Daryatschyeh Ormiyeh“ genannt -  ist der größte Binnensee Irans. Dieses Feuchtgebiet gehört zu den miteinander benachbarten iranischen Provinzen West- und Ost-Aserbaidschan und liegt im Nordwesten Irans. 1973 wurde der Urmia-See mit einer Fläche von mehr als 460 tausend Hektarn in die Liste der iranischen Nationalparks aufgenommen. Angesichts des seltenen ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Wertes des Urmia-Sees wurde er zwei Jahre später, im Jahre 1975 von der Ramsar-Konvention als eines der bedeutendensten Ökosysteme und Feuchtgebiete der Welt registriert.  Einige Zeit danach hat auch die UNESCO den Urmia-See als ein Biosphärenreservat der Erde im Iran vorgestellt.  Der Nationalpark des Urmia-Sees ist wegen der verschiedenen Arten von Tieren und der Vegetation auf seinen Inseln, der Herstellung von einem klimatischen Ausgleich in der Region, dem Fremdverkehr und seinem Heilschlamm wichtig.

Lage des Urmia-Sees

 

 

Der Urmia-See im Norwesten Irans hat eine Länge von 140 km und seine Breite varriert von 16 bis 63 km. Anhand von Satelittenbildern wurde seine Fläche 1990 auf mehr als 5 Tausend Quadratkilometer geschätzt.  Die Wassertiefe beträgt im Durchschnitt circa 5 m.  Die tiefste Stelle im Norden des Sees erreicht 13 m. Der Wasserspiegel liegt mehr als 1200 m über dem Meeresspiegel der offenen Gewässer. Die wichtigsten Flüsse, die in dieses Becken einmünden, sind Zarrineh-Rud, Simineh-Rud,  Talcheh-Rud, Gadar-Rud, Baranduz, Shahartschai, Nazlu und Zola-Rud. Insgesamt münden 21 ständige Flüsse und 7 saisonbedingte Flüsse sowohl 39 Kanäle in den Binnensee. Dieses  Feuchtgebiet wird auch von Quellen am Boden und von atmosphärischen Niederschlägen gespeist.

 

Das Wasser des Urmia-Sees ist ausgesprochen salzig.  Nach dem Toten Meer in Westjordanien und Ostpalästina ist es der zweitgrößte Salzsee der Welt.  Im Altpersischen wurde dieser See wegen seiner Salzkristalle am Ufer „Tsche Tschast“ genannt was „glitzernd“ bedeutet.  Die Salinität  steht im umgekehrten Verhältnis zu der Tiefe des Sees. Nimmt die Tiefe zu, sinkt der Salzgehalt des Wassers. Die natürlichen Lösungen, Salz und der Schlamm des Urmia-Sees werden wegen ihrer Heilwirkung bei Rheumatismus und Hauterkrankungen angewandt.

             

Heilschlamm des Urmia-Sees

 

 

Aufgrund der hohen Salinität ist das Wasser aus dem Urmia-See nicht für die Bewässerung von Anbaufeldern geeignet . Auch vertragen viele Wassertiere diesen hohen Salzgehalt nicht. Dennoch gibt es Leben im  Urmia-See, nämlich    Phytoplankton, Bakterien und  Kieselalgen.  Dazu kommt eine große Population von Artemia Urmiana. Es handelt sich dabei um  eine einheimische Art von Salzkrebschen.  Sie liefern vornehmlich die Nahrung für Zugvögel wie Flamingos. Die Existenz dieser Salzkrebschen spielt eine wichtige Rolle für dieses Feuchtgebietes.

         

Lebendes Gold im Urmia-See: die Salzkrebschen Artemia Urmiana 

 

 

 Zu dem Feuchtgebiet Urmia-See gehören ein Wasserraum und Festland.  Der See hat 102 kleine und größere Felseninseln. Zu den bekanntesten  Inseln des Urmia-Sees gehören die Inseln Kabudan und Aschk im Süden des Sees.  Auf den  Inseln machen Zugvögel Halt – wie Flamingos, Pelikane ,  Löffler, Ibisse , Störche, Kasarkas, der Eigentliche Säbelschnäbler, Stelzen , Möwen, Graugänse sowie Stock-, Löffel-, Tafel- und Pekingenten.  Der Urmia-See ist im Winter das Quartier großer Scharen von Wasservögeln insbesondere von Enten und Watvögeln. Sie verbringen diese Jahrszeit auf den Inseln und an den südlichen Küsten des Urmia-Sees. 

        

Flamingos am Urmia-See

 

Gemäß der Liste, die  für biologische Vielfalt im Nationalpark des Urmia-Sees in den Jahren 2014 und 2016 angelegt wurde,  bietet dieser See verschiedenen Arten  von Bakterien,   Archaea und Mikropilzen, Muscheln, und wie gesagt Vögeln , aber auch Repitilien, Amphibien und Säugetieren wie dem iranischen Gelben Hirsch  einen Lebensraum.

Der Urmia-See wurde von  der WWF- World Wildlife Stiftung -  und dem IUCN – der Weltnaturschutzunion -  in ihre Klassifikationen aufgenommen.  Es wurden über 100 verschiedene Pflanzenarten in diesem See registriert. Die wichtigsten Pflanzengemeinschaften sind salzverträgliche Pflanzen (Halophyten), Pflanzen, die sandigen Boden vertragen, Xerophyten, d.h. Pflanzen die extrem trockenen Standorten angepasst sind sowie Wasserpflanzen (Hydrophyten).  Im Urmia-See gedeihen große  Massen von Grünalgen. Die hohe Reproduktion dieser Algen bildet die Grundlage für die Nahrungskette im National –Park des Urmia-Sees.  

 

             

die rote Farbe rührt von Algen her

 

An den Küsten des Urmia-Sees gibt es Unterkunfts- und Versorgungsstätten für Reisende.  Ein Erlebnis, das man auf einer Reise in die Provinz Aserbaidschan nicht versäumen sollte, ist die Überquerung des großen Urmia-Sees über eine lange Brücke. Einen beeindruckenden Anblick bieten die weißen glitzernden Hügel aus Salzkristallen auf den Inseln die wie Schneehügel aussehen. Es macht auch Spaß in diesem Salzsee zu baden. Der Schwimmer kann nicht untergehen weil die Wasserdichte so hoch ist. Allerdings muss man darauf achten, dass kein Wasser in die Augen kommt, denn die hohe Salinität verursacht natürlich Augenbrennen.

 

Tags

Kommentar