Mar 05, 2019 18:50 CET
  • Internationale Feuchtgebiete im Iran (19-Miankaleh-Halbinsel und  Gorgan-Bucht) 

Wir sind wieder hoch im Norden des Landes und zwar in dem Feuchtgebiet Miankaleh, das wir ihnen heute vorstellen wollen.

 

 

 Lage der Halbinsel Miankaleh

 

Alljährlich treffen Hunderttausende Vögel aus dem kalten Sibirien auf der schönen Halbinsel Miankaleh ein, um dort den Winter zu verbringen. Das Naturschutzgebiet dieser langgestreckten Halbinsel liegt im Südosten des Kaspischen Meeres und umfasst unter anderem das Talab-e Miankaleh und die Gorgan-Bucht.  Dieses Gebiet gehört noch zur  Provinz Mazanderan.  Wer mehr über das  internationale Feuchtgebiet Miankaleh im Iran erfahren möchte, kann uns gerne durch die Sendung begleiten.

       

 

 Die Halbinsel Miankaleh besteht aus Sanddünen, Sumpf, Wasserbecken, teilweise dichtem Wald und Weideland.  Diese Halbinsel hat eine Fläche von über 68 Tausend Hektar. Über eine Strecke von mehr als 6 km wird sie von Sanddünen vom Kaspischen Meer abgetrennt.  Dieses Gebiet kann mit seiner reizvollen Flora und Fauna  Natur- und Umweltfreunden etwas bieten.  Es hat ein Wasser- und ein Festland-Ökosystem. Das Miankaleh-Feuchtgebiet gehört zur Halbinsel Miankaleh und wurde in die Liste der Ramsar-Konvention für Feuchtgebiete von internationaler Bedeutung aufgenommen.

 

                 

 Talab-e Miankaleh

 

 

Das Talab-e Miankaleh ist ein geeigneter Ort für Vogelbeobachtung. Das ganze Jahr über halten sich hier große Scharen von verschiedenen Vogelarten auf.  Das Klima ist gemäßigt und es gibt genug Nahrung.  Zu den Zugvögeln gehören   Flamingos, Kormorane ,  Schwäne, Pelikane, der  Seeadler  und Enten.  Zwei naturgeschützte, für den Nordiran typische Vogelarten, die das ganze Jahr über auf der Miankaleh- Halbinsel verbringen,   sind Chazari-Fasane  und Frankoline. Auf der Miankaleh-Halbinsel gibt es Wildschweine, Schakale, Igel, Hasen, Füchse, Wölfe, Rothirsche,  Wildkatzen.  Im Wasser des Feuchtgebietes tummeln sich unter anderem Karpfen, Meeräschen, der Kaspische Weißfisch und Zander, und es kommen auch Kaspische Robben in die Bucht.    Auf der angrenzenden länglichen Halbinsel  gibt es einheimische, halbwild lebende Pferde verschiedener Rassen, nämlich der Turkmene, das Kaspische Kleinpferd und Achal-Teke-Pferde. In der Regel sind die Pferde von Miankaleh weiß-rot gescheckt.

        

einheimische Pferde auf der Miankaleh-Halbinsel

 

 

Ein großer Teil des Festland-Ökosystems der Halbinsel Miankaleh besteht aus Weideland mit der dafür typischen Vegetation. Aber die meisten Pflanzen des Feuchtgebietes Miankaleh sind Wasser-  oder salzigem und sandigem Boden angepasste  Pflanzen.  Auch die Bäume von Miankaleh muss Salz vertragen, zum Beispiel der Wilde Granatapfelbaum, dessen Früchte säuerlich schmecken und der eine Höhe von circa 5 Metern erreicht.  Im  Feuchtgebiet Miankaleh gedeihen aber auch Brombeersträucher. Sie sind überall zu sehen.  Für die traditionelle Heilkunde sind Bäume wie die Japanische Wollmispel, Christusdorn und Silber-Pappel in diesem Gebiet interessant. Weitere Pflanzen sind Salzkräuter, Seggen und Vogelknöterich.

                            

Wilder Sauer-Granatapfel

 

  

Zur Miankaleh-Halbinsel gehört – wie bereits erwähnt - auch die Gorgan-Bucht im Süden. Die Gorgan-Bucht ist die größte Bucht des Kaspischen Meeres. Durch die Halbinsel Miankaleh wird sie vom Kaspischen Meer getrennt. Die Bucht umfasst circa 400 Quadratkilometer. Das Wasser ist flach und erreicht höchstens eine Tiefe von 4 m. Wegen der geringen Tiefe und bei zunehmender Verdunstung liegt die Salinität des Wassers in dieser Bucht zum Teil höher als im Kaspischen Meer.  In der Mündung nimmt der Salzgehalt ab, weil sich hier die Deltas von  Süßwasserflüssen wie der Qarah Su und der Goharbaran anschließen.  Fast 25 größere und kleinere Flüsse speisen, von den Nordhängen des Elborsgebirges kommend, die Gorgan-Bucht. Dennoch ist die Wassermenge, die der Bucht auf diese Weise  zufließt, in den meisten Monaten des Jahres weniger als die Wassermenge, die aus der Bucht ins Meer abfließt.  Ein Ausgleich wird durch Eindringen von Meereswasser in die Gorgan-Bucht geschaffen.  Es existiert über längere Zeit eine starke Strömung vom Kaspischen Meer in die Gorgan-Bucht, während es nur für kurze Zeit eine schwache Strömung in die umgekehrte Richtung gibt: von der Bucht ins Meer.

                 

roter Pfeil -  Gorgan Gulf - Gorgan-Bucht

 

Die  Gorgan-Bucht steht unter dem Einfluss  des Kaspischen Meeres, der Flüsse in der Umgebung und der Miankaleh-Halbinsel. Dieser Einfluss spielt eine wichtige Rolle für die Entwicklung und Vermehrung von Lebewesen im Wasser,   der Knochen- und Knorpelfische und für die Zahl der Zugvögel, die im Winter in die Gorgan-Bucht kommen. 

Die Halbinsel Miankaleh und die Gorgan-Bucht gehören  ökologisch gesehen unzutrennbar zusammen und sie wurden zusammengefasst zum Schutzgebiet erklärt. Die Gorgan-Bucht ist ein wichtiger Ort für die Kaviargewinnung. Ein beträchtlicher Anteil der iranischen Kaviarproduktion stammt aus dieser Bucht.

              

 

Die Halbinsel Miankaleh sowie  das dazugehörige Feuchtgebiet und die Bucht sind jeden Morgen Zeuge von Scharen von Vögeln. Im Morgendunst auf  der Halbinsel bieten diese Vogelscharen einen einmaligen Anblick und die vielen verschiedenen Vogelstimmen bleiben unvergesslich in Erinnerung.  Wer dieses kleine Naturparadies erleben möchte, muss, nachdem er  Sari, die Hauptstadt der Provinz Mazanderan, hinter sich gelassen und die Stadt Behschahr erreicht hat, dort   in Richtung der Industriesiedlung Behschahr abbiegen. Wenn man nach der Industriesiedlung die Ortschaft  Amir Abad durchquert hat und am Talab-e Lapu-Zakhmarz  vorbei ist, geht es noch 5 km  weiter in Richtung Osten die Küstenstraße entlang bis man in dem Feuchtgebiet der Miankaleh-Halbinsel und der Gorgan-Bucht angelangt. 

 

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