Mar 13, 2019 19:30 CET
  • Internationale Feuchtgebiete im Iran (20 - Talab-e Shidvar)

Die Shidvar-Insel ist unbewohnt . Es ist auf dieser Insel im Persischen Golf unerträglich heiß. Aber Shidvar ist ein geeigneter Ort für wissenschaftliche Forschung über Vögel, Meeresschildkröten und andere Lebewesen und insbesondere über die Korallen-Ökosysteme.

 

 

Lage des internationalen Feuchtgebietes der Insel Shidvar 

 

Der Persische Golf im Süden Irans umfasst mehr als 230 Tausend Quadratkilometer und weist viele kleine und große Inseln auf. Dazu gehören zum Beispiel die iranischen  Inseln Lark, Hormoz, Qeschm,  Kisch, Lavan, Hingam, Chark, Tonb Bozorg, Tonb Kutschek und Abu Musa. Einige von diesen Inseln sind bewohnbar, andere sind unbesiedelt. Die Insel Shidvar gehört zu den unbewohnten Inseln. Bis zur nächsten iranischen Festlandküste des Persischen Golfes sind es etwa 9 km von dieser Insel aus.  Im Südosten der Insel sind Reste von Steingebäuden zu sehen. Also haben hier einmal Menschen  gelebt.  Der Küstenabschnitt und die Korallenriffe wurden im Jahre 1999 von der Ramsar-Konvention als ein Feuchtgebiet mit internationaler Bedeutung anerkannt. 

Geologisch gesehen ist die Insel Shidvar ein Ausläufer des Zagrosgebirges. Sie besteht aus Korallenkolonien und die Küste ist an den meisten Stellen felsig. Der höchste Punkt dieser Insel liegt 8 m über dem Meeresspiegel. Im Südosten der Insel häufen sich Felsentrümmer und große Steinblöcke übereinander. Ein länglicher schmaler Sandstreifen geht im  Nordosten der Insel in eine lange Landzunge über.

Die Insel Shidvar in Nachbarschaft der Insel Lavan im Persischen Golf

 

Shidvar ist eine der schönsten Koralleninseln im Persischen Golf und bietet einen der besten Lebensräume aus Korallenriffen in Asien.  Am häufigsten sind die  Hirnkoralle und Elchgeweihkoralle vertreten, die sich besonders  gut an die ökologischen Bedingungen im Persischen Golf anpassen können.  Im Persischen Golf hat man bislang 70 Korallenarten festgestellt. 45 Arten wurden in den iranischen Gewässern des Golfes gesichtet.  Die Acropora - die Elchgeweihkoralle - weist von allen Korallen im Persischen Golf die größte Vielfalt auf. An zweiter Stelle folgen bezüglich der Vielfalt die Fingerkorallen. 

 Die Ausbreitung der Korallenkolonien der Insel Shidvar ist so  groß, dass diese Insel in die Liste der wichtigsten Korallenriffe der IUCN  - der Weltnaturschutzunion - aufgenommen wurde.  Die Korallenkolonien am Rande von Shidvar gehören zu den besten Habitaten im Persischen Golf  für Perlmuscheln.

 

Einsiedlerkrebs im Talab-e Shidvar

 

 

Die Vegetation auf der Insel ist nicht sehr abwechslungsreich, aber an einigen Stellen so dicht, dass keiner sie dort betreten kann. Es wachsen hier Pflanzen, die salzigen und sandigen Boden vertragen.  Die Vegetationsdecke  besteht vor allen Dingen aus Sträuchern.  Im Nordwesten wachsen eine Reihe von Zahnbürstenbäumen (Salvadora persica). Weitere Pflanzen sind  Nussgras, Meerträubel,  Lycium shawii aus der Gattung der Bocksdorne, Sandwegerich, Königskerzen und Sonnenblumen. 

                    

Vegetation im internationalen Feuchtgebiet auf der Insel Shidvar

 

Die Insel   Shidvar  ist für die große Population  einer kleinen schwarzen Giftschlange bekannt. Diese Schlange verbirgt sich in der Regel im Sand. Shidvar erhielt wegen diesem Reptil auch den Namen „Dschazireh Maran“ (Insel der Schlangen) oder im Dialekt der Bevölkerung der Region: Maru. Auf der Insel leben außerdem Zauneidechsen, Sandrasselottern, Einsiedlerkrebse und Strandkrabben.  Bislang hat man noch keine Festland-Säugetiere auf Shidvar beobachtet. Aber in der Nähe der Insel tauchen Meeres-Säugetiere wie Dolphine und  Wale auf.

 

Schlange im Talab-e Shidvar

 

 

Shidvar wurde von Birldlife – der Internationalen Organisation für Vogelschutz -  als ein wichtiges Vogelgebiet im Mittleren Osten registriert.    Es wurden bislang 10 verschiedene Vogelarten auf Shidvar festgestellt. Fast alle Arten sind Zugvögel bis auf die Haubenlerche und  die Streifenprinie. Die Insel  ist ein ungestörter und sicherer  Lebensraum  und daher ein Paradies für Zugvögel.

Zehntausende Weißwangen-Seeschwalben (Sterna reperessa)  und viele andere Vogelarten legen hier ihre Eier ab und ziehen ihre Küken groß. Die Insel gilt als wichtigster Nistplatz im Iran für die Seeschwalben. Sie treffen Ende April, Anfang Mai auf der Insel ein und verlassen die Insel wieder mit ihrem Nachwuchs gegen Ende August. Der Flug der großen Scharen von Seeschwalben über der Insel lockt jedes Jahr, trotz des weiten Weges von der Küste bis zu dieser Insel, Naturfreunde und Hobbyfotografen an.   Shidvar dient der Eilseeschwalbe, Rüppellseeschwalbe, Brandseeschwalbe, Fluss-Seeschwalbe, Weißbart-Seeschwalbe als Nistplatz, ebenso wie dem  Küstenreiher,  dem Sokotrakormoran und weiteren Vögeln. 

 

 

 

 Von den Küstenreihern gibt es hier eine weiße und eine graue Art. Neben den vielen verschiedenen Schwalbenarten lebt hier auch der Seeadler .

Shivdar (auch Shadvar genannt)   ist einer der wichtigsten Plätze für die Eiablage der Meeresschildkröten, insbesondere für die Echte Karettschildkröte  und die Grüne Meeresschildkröte im Persischen Golf und im Golf von Oman.  Die sicheren und stillen Küsten von Shidvar sind im Frühling für Meeresschwalben und Schildkröten ein optimaler Ort für ihr Eigelege.  

 

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