Husain (F) ist Gefährte des Korans und deshalb hat Gott ihm Eigenschaften des Korans verliehen.

Der Koran ist ein Buch, das die Menschen veredelt und sie  auf den Weg zum wahren Glück und der Vollkommenheit führt. Und Husain (F) ist nicht nur ein Schüler der Schule des Korans sondern auch sein Gefährte und Teilhaber an der Hinterlassenschaft des Propheten, denn der Prophet hat im berühmten Thaqalayn-Hadith gesagt: 

 إنّی تارکٌ فیکم الثّقلین کتاب الله و عترتی لن یفترقا حتّی یردا علیّ الحوض ما إن تمسّکتم بهما لن تضّلوا و لن تزّلوا؛

Wahrlich! Ich hinterlasse euch, meinem Volke,  zwei Gewichtige [thaqalayn]. Das Eine ist das Buch Allahs, das Andere ist meine Ahl-ul-Bait. Diese beiden werden sich nie voneinander trennen, bis sie am Paradiesbrunnen zu mir kommen. Solange ihr bei diesen beiden Halt sucht, werdet ihr nicht irregehen und nicht ins Schwanken geraten. 

Am Thaqalayn-Hadith ist zu erkennen, dass das Buch Gottes und die Ahl-e Bait - die Familie des Propheten (Gottes Segen sei auf ihm und Friede seinem Hause) ein gemeinsames Ziel verfolgen. Beide sind Wegweiser zur Wahrheit und zum inneren Wachstum. Sie sind auch beide rein von jeglicher Abweichung.

Im Vers 28 der Sure 39  (Zumar) lesen wir, dass es im Koran  keine Abweichung vom rechten Weg gibt und es heißt: 

 قرآناً عربیاً غیر ذی عوجٍ لعلهم یتّقون

"(in diesem) arabischen Koran, an dem nichts Krummes ist, auf dass sie gottesfürchtig werden mögen."  Und auch über Husain (Friede sei mit ihm) wird in einem Hadith berichtet, dass er keinen Augenblick lang dem Falschen und dem Unrecht zugeneigt gewesen ist: Das Hadith lautetلم تمل من حق الی باطل

            

Genauso wie der Koran die Menschen zum Islam führt und ihnen  den Weg zur Rechtleitung und Heilung öffnet, ist auch Husain (F) Wegführer zu Glauben und   Gottesfürchtigkeit.  Als er  in Richtung Karbala zieht, denkt er an nichts anderes als an die Rechtleitung der Menschen, aber  keinen Augenblick an Weltliches. Husain (F)  ruft allerorts die Menschen auf,  sich einem würdigen Leben zuzuwenden. Sein ganzes Leben und insbesondere  sein heldenhafter Kampf gegen die umayyadischen Unterdrücker und sein Märtyrertod aus Liebe zu Gott, sind Maßstab  für die Unterscheidung des Rechtes vom Unrecht.   Und der Koran ist das ewige Wunder und der klare Beweis Gottes. In der Sure 6 (Anam) steht im Vers 157:

جائکم بینة من ربکم

"Aber nun ist ein klarer Beweis von eurem Herrn zu euch gekommen."

Auch Husain (F) ist ein klarer ewiger Beweis Gottes, der nie vergessen werden oder verblassen wird. Daher sprechen wir im Gebet zu seinem Pilgerbesuch: "Ich bekenne, dass du ein klarer Beweis von Deinem Herrn bist."

 

Der Heilige Koran spricht an mehreren Stellen über Vorbilder und in der Sure 33 (Azhab) heißt es im Vers 21: 

قَدْ کانَ لَکمْ فی رَسُولِ اللَّهِ أُسْوَةٌ حَسَنَةٌ لِمَنْ کانَ یرْجُوا اللَّهَ وَ الْیوْمَ الْآخِرَ وَ ذَکرَ اللَّهَ کثیراً :

"Ihr habt ja im Gesandten Allahs ein schönes Vorbild, (und zwar) für einen jeden, der auf Allah und den Jüngsten Tag hofft und Allahs viel gedenkt."

Gott hat den Propheten (Gottes Segen sei auf ihm und Frieden seinem Hause) als Vorbild bestimmt, denn  seine Eigenschaften können allen Menschen ein Vorbild sein, insbesondere den Muslimen: Seine hohe Gesinnung,seine Standhaftigkeit, seine Klugheit und seine aufrichtige Liebe  zu Gott und seine Selbstbeherrschung gegenüber Unglück und seine Nicht-Kapitulation gegenüber Schwierigkeiten.  Husain (F) ist wie sein Großvater, der Prophet, von Beginn seiner revolutionären Bewegung an, mit seinen Worten und Taten ein Vorbild , welches bis zur Auferstehung am Jüngsten Tag  für alle  Freiheitsliebenden und freiheitlich Denkenden der Welt besteht.  Er hat auf dem Weg nach Karbala selber wie folgt gesagt: "Meine Bewegung ist auch Vorbild für euch ."

Als Husain (F)  dem verdorbenen Yazid nicht die Treue schwor und sein korruptes System in Frage stellte und die husainische Denkweise als unvereinbar mit einem Treueschwur an die yazidische Kultur erklärte, hat er allen damit ein exzellentes Beispiel vorgelegt.  Denn die Denkweise des Yazids gibt es in jeder Epoche der Geschichte  und freiheitlich denkende Menschen dürfen sich nie solchen Unterdrückern beugen und eine solche Schmach akzeptieren. 

                        

Gott ist mächtig und unbesiegbar und der Koran als das Buch und die Botschaft Gottes ebenso. Im Vers 41 der Sure  41  (Fussilat) spricht Gott über den Koran 

ان الذین کفروا بالذکر لمّا جاءهم و انه لکتب عزیز

 

Gewiß, diejenigen, die die Ermahnung verleugnen, nachdem sie zu ihnen gekommen ist\.(Wie unwissend sind sie!, denn). Es ist fürwahr ein erhabenes unbesiegbares Buch,

Das arabische Wort "Aziz" in dieser Sure bedeutet unbezwingbar.

Imam Husain (F) gibt nicht auf und kämpft. Alle haben ihn rufen hören: "Bei Gott! Ich werde weder euch in Schmach die Hand reichen noch wie ein Sklave flüchten."  Am  Aschura-Tag  sagte er zu Ibn Ziyad, dem Anführer der feindlichen Horden, als dieser ihn aufforderte sich zu ergeben: "هیهات منا الذلة

"Schande und Schmach liegen uns fern."

Schande und Schmach liegen uns fern

 

Der bekannte sunnitische Gelehrte Ibn Abi Al Hadid bezeichnet Imam Husain Ibn Ali (F) als den Anführer jener in aller Welt, die keine Unterdrückung akzeptieren und als einen Anführer der   allen auf der Welt  die Bereitschaft zur Verteidigung der Ehre lehrt und ihnen lehrt, dem Tod durch die Säbel den Vorzug gegenüber Schmach und Erniedrigung zu geben. Al Hadid sagt: Imam Husain und seine Helfer waren niemals bereit eine Schmach auf sich zu nehmen."

Ein arabischer Dichter sagt darüber:  

قد غیّرَ الطَّعنُ مِنهُم کُلَّ جارِحَةٍ  /  اِلّا المکارم فی امنٍ مِنَ الغَیْر 

Die Hiebe der Lanzen und Säbel haben ihre Körper entstellt, aber die Größe ihrer Seele und ihre Erhabenheit haben sich niemals geändert.

 

Der heilige Koran hat oftmals über das Gebot, das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verwehren, gesprochen. In der Sure 9 (Tauba), heißt es im  Vers 71: "Die gläubigen Männer und Frauen sind einer des anderen Beschützer. Sie gebieten das Rechte und verbieten das Verwerfliche, verrichten das Gebet und entrichten die Abgabe und gehorchen Allah und Seinem Gesandten." 

Imam Husain hat   sein Leben lang dieses Gebot beachtet. Dieses Gebot wird auf drei Ebenen vollzogen, erst durch die Empfindung im Herzen, dann verbal und schließlich durch das Handeln.  Imam Husain hat nicht nur in seinen Ansprachen über die Vergehen der herrschenden Umayyaden aufgeklärt, sondern er hat mit der Waffe gegen sie den Aufstand verübt und blieb auf diesem Wege bis zum letzten Atemzug standhaft.  Er hat seine Bewegung als die Durchführung des Gebotes, das Gute zu gebieten und das Schlechte zu verwehren, bezeichnet und in seinen Stellungnahmen hat er immer wieder an diese große Pflicht erinnert und offen gesagt, dass die Wiederbelebung dieses wichtigen Gebotes eines der Gründe für seinen Aufstand war. Dies ist deutlich einem Satz in seinem Testament zu entnehmen,  welches er seinem Bruder Mohammad Hanifa gab: 

"Ich habe mich nur in der Absicht erhoben, unter der Gemeinde meines Großvaters zu heilen und ich möchte das Gute gebieten und das Schlechte verwehren und wie mein Großvater und mein Vater Ali Ibn Abi Talib (F) vorgehen!"

Als Horr sich mit seinen Soldaten  dem Imam in die Quere stellte, sagte der Imam, nachdem er von der Untreue der Kufaner erfahren hatte:  

"Seht ihr nicht, dass nicht nach dem Recht gehandelt  und nicht das Unrecht verhindert wird? Unter diesen Bedingungen ist es Pflicht des Gläubigen, sich zu erheben und sich nach der  Begegnung mit Gott (und dem Märtyrertod) zu sehnen." 

Auf diese Weise hat er  alle Schichten der Bevölkerung  darauf aufmerksam gemacht, dass er auch ohne ihre Unterstützung sich gegen  die Unterdrückung der Umayyaden erhebt,  und bereit ist sein Leben für die Heilung der Gesellschaft zu opfern. 

Daher heißt es auch in den meisten Audienzgebeten für ihn: 

اشهدُ انَّکَ قد اَقمْتَ الصَّلوة و آتیْتَ الزکاةَ و اَمَرْتَ بِالمعروفِ و نَهَیْتَ‌ عَنِ المنکر

Ich bekenne, dass du das Gebet verrichtet, die Zakkat gezahlt und das Gute geboten und das Schlechte verwehrt hast." 

Genauso wie der Koran ewiges Wunder Gottes für die ganze Geschichte und die ganze Menschheit ist und niemals alt wird, ist Imam Husain unvergesslicher Märtyrer. Seine Ziele und sein Aufstand werden nicht nur nicht in Vergessenheit geraten, sondern von Tag zu Tag lebendiger vor Augen sein. Imam Sadiq (F) sagte, als er gefragt wurde, warum der Koran im Laufe der Zeit noch frischer wird: "Gott der Höchsterhabene hat den Koran nicht für eine bestimmte Zeit bestimmt und nicht für ein bestimmtes Volk herabgesandt, daher ist er  jeder Zeit neu und für jede Schar frisch bis zum Jüngsten Tag."  14 Jahrhunderte  nach dem großartigen Heldenkampf von Aschura  wird noch immer der vorzüglichen Eigenschaften und der Leiden Imam Husains (F) gedacht. Die Trauerfeiern werden von Jahr zu Jahr sogar noch intensiver begangen.  Und dies zeigt, dass Imam Husain (F) und das Aschura-Geschehen  wie die Verse des Korans nicht an einen Ort und an eine bestimmte Zeit gebunden sind und ihre Frische nie verlieren.  Der Prophet des Islams (S) hat gesagt: "In den Herzen der Gläubigen brennt nach dem  Märtyrertod Husains (F) eine Glut (und Liebe), die niemals abkühlt."

 

 

Sep 25, 2017 02:44 Europe/Berlin
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