Der Hidschab ist ein viel diskutiertes Thema, insbesondere der Islamische Hidschab, der je nach Gesellschaft auf unterschiedliche Reaktionen stößt.

Der Islamische Hidschab hat viele Vorzüge, aber man ist je nach Gesellschaft unterschiedlich zu ihm eingestellt.  Die Iraner  haben  schon immer bestimmte Bekleidungsregeln beachtet, die zu ihrer Kultur passten. Die Wahl einer geeigneten Bekleidung ist Teil der Kultur jeden Volkes und spiegelt die gesellschaftlichen und kulturellen Werte ihrer Gesellschaft wieder. 

 

Nachdem sie zum Islam übergetreten sind, haben die Frauen im Iran die Islamischen Bekleidungssitten akzeptiert. Sie haben in der Geschichte ihren Hidschab gegenüber  Angriffen verteidigt,  und manchmal mit dem Leben dafür bezahlt.  Denn sie sind überzeugt, dass der Hidschab die muslimische Frau schützt und zu ihrer Identität gehört. Gemäß Koran und der Überlieferung entspricht die Pflicht der Bedeckung des Körpers der Vernunft und gilt gemäß Gelehrtenkonsens als  feste Regel. Der Hidschab ist laut Koran religiöse Pflicht. Über die Wahrung der Sittsamkeit und der  Schutzsphäre der Frau existieren mehr als zehn Koranverse. Im Vers 59 der Sure 33 heißt es: 

"O Prophet, sag deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen etwas von ihrem Überwurf (ihren langen Kopftüchern) über sich herunterziehen. Das ist eher geeignet, dass sie erkannt und so nicht belästigt werden."

 

Einige sehen in der islamischen Bekleidung einen Zwang und ein Handicap für die Weiterentwicklung der Frauen. Jedoch wird der Hidschab heute von vielen als etwas anerkannt,  das der Natur des Menschen entspricht und direkt mit dem seelischen Wohl aller im Zusammenhang steht.  Der Hidschab für die Frau ist ein Gesetz, welches sich der Fitra - der Gott gegebenen Natur des Menschen - anpasst und  wenn dieses Gesetz außer Acht gelassen wird geht die wahre Identität der Frau verloren. Es gibt Soziologen die den Hidschab und die Bedeckung des weiblichen Körpers  als ein natürliches Erfordernis der menschlichen Gesellschaft betrachten.  Der französische Philosoph Montesquieu   schreibt:  "Die Gesetze der Natur fordern, dass die Frau zurückhaltend bleibt"  Der Mann ist nämlich verwegen und ungestüm erschaffen worden, während die Frau eine größere  Selbstbeherrschung besitzt. Die angemessene Bekleidung der Frau schafft hierbei den nötigen Ausgleich. Unter allen Völkern herrscht die Überzeugung, dass eine Frau anständig sein sollte.

                     

 

Die Art der Frauen sich zu bekleiden hat mit der Psychologie zu tun. Wer den Unterschied zwischen der Bekleidung von Männern und Frauen damit deutet, dass die Männer nach Überlegenheit streben und die Frauen durch den Hidschab rechtlich benachteiligt würden, übergeht die Tatsache,  dass  die Frau in einer anderen Phase als der Mann   psychisch erwachsen wird und die geeignete Bekleidung der Frau mit diesem Unterschied zu tun hat.

Einige machen sich nur deshalb äußerlich in übertriebenem Maße zurecht, weil sie nicht das Gute ihrer inneren Stärken verspüren und es ihnen an Selbstbewusstsein mangelt, während Frauen und Männer  mit größerer Selbstüberzeugung oder einer höheren gesellschaftlichen Stellung mit einem schlichten und unaufdringlichen Aussehen in Erscheinung treten. Es ist zu beachten, dass gemäß dem Islam die Frau in Ehe und Familie Aufmerksamkeit erhalten muss. Sie soll sich für ihren Ehemann schön machen und braucht auch vor den meisten anderen Mitgliedern der Familie nicht ihre Schönheit zu verbergen. Im Vers 55 der Sure 33 steht: "Es besteht für sie keine Sünde weder hinsichtlich ihrer Väter, noch ihrer Söhne, noch ihrer Brüder, der Söhne ihrer Brüder, noch der Söhne ihrer Schwestern, noch den muslimischen Frauen und den Dienerinnen, (wenn sie den Hidschab nicht tragen)..."

 

Außerhalb der Familie  lässt die muslimische Frau jedoch   ihre Weiblichkeit in den Hintergrund treten und sie zeigt sich als Mensch.  Der Hidschab, den der Islam für die Frauen bestimmt hat,  erlaubt es ihnen ihre Würde als Mensch in der Gesellschaft zu wahren.  Wenn der Islam nicht gewollt hätte dass die Frau in die Öffentlichkeit geht, wären keine Regeln für ihren Hidschab notwendig gewesen. Der Hidschab ist also ein Mittel für die Frau in gesunder Form am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben.

 Bevor wir über den Zusammenhang zwischen Hidschab und Freiheit sprechen, sollten wir eine Empfehlung von Imam Ali (Friede sei ihm) beachten. In seinem Brief 31 im Nahdsch-ul Balaghah an seinen Sohn Imam Hasan (F) heißt es: 

"Ehre deine Seele, indem du von jeglichem Niedrigen fern bleibst, selbst wenn dich Unterwürfigkeit  deine Wünsche erreichen ließe,  denn du wirst nichts im Austausch dafür bekommen, was du von deiner Seele weggegeben hast. Sei kein Diener von anderen, denn Allah hat dich frei erschaffen"

 

Der Mensch soll also seinen Willen dem Willen Gottes unterordnen und seine Freiheit   von dem abhängig machen was Gott will und sie entsprechend einschränken.   Jemand könnte einwenden, dass der Mensch als soziales Wesen sich dem kollektiven Willen anschließt. Der Mensch beugt sich in der Tat  den gesellschaftlichen Gesetzen, welche  Grenzen für  Entscheidungen und Freiheiten festlegen und sie aufeinander abstimmt. Mit anderen Worten, die gleiche Natur, welche dem Menschen Entscheidungsfreiheit gewährt,   schränkt dieses Recht auf der gesellschaftlichen Ebene ein und macht es von bestimmten Bedingungen abhängig, mit dem Ziel,  dass die Gesellschaft heil bleibt. 

Im Islam baut die Gesetzgebung auf dem Glauben an den Einen Gott und auf der Moral auf  und dies sind die Grundlage und der Rahmen für die Festlegung von Grenzen für die Freiheit.  Der Mensch besitzt die Freiheit alle Rechte zu nutzen, die die Religion für ihn festgelegt hat.  Eines der religiösen Gesetze besteht darin, dass der Mensch  so viel Wissen anhäufen kann wie er will. Die Islamische Staatsordnung ist sogar verpflichtet, die Möglichkeiten zur Nutzung dieses Rechtes für  jeden herzustellen.  Aber das gleiche Religionsgesetz  hat auch Schranken auferlegt. Diese sind in Wahrheit jedoch nicht als Einschränkungen aufzufassen, sondern als ein Mittel um die Gesellschaft vor  Durcheinander und  Zügellosigkeit zu bewahren. Ein Beispiel für solche Bestimmungen sind die Regeln für die Bekleidung, die gemäß Islam für Männer und Frauen gelten  und ein gesundes Gesellschaftsleben gewährleisten sollen. 

       

Auch in den Industriestaaten der Welt gibt es solche Einschränkungen.  Wenn zum Beispiel ein Mann  unbekleidet  oder im Schlafanzug in der Öffentlichkeit erscheint, verstößt es gegen die guten Sitten. Unter Umständen wird er sogar von der Polizei verhaftet, was jedoch aus  soziologischer Sicht nicht als Verstoß gegen die menschliche Freiheit und Würde, als Unrecht oder irrational gilt.    Die Bekleidung der Frau in der Form, die der Islam festlegt, verhilft ihr zu größerem Ansehen und schützt sie vor Belästigungen. 

 

Durch  Entfaltung ihrer geistigen Macht und Rationalität  und  Steigerung ihres Wissens sowie durch Erfüllung ihres erzieherischen Auftrages und angemessenen Teilnahme an den gesellschaftlichen Angelegenheiten kann die Frau ihr Recht auf Freiheit geltend machen.  Der Islamische Hidschab, der zur Wahrung der weiblichen Unantastbarkeit und der Entfaltung der Gottesfürchtigkeit der Frau dient und ihr helfen soll, ihre moralischen Tugenden zu wahren und sich von Schlechtem fernzuhalten, schränkt also nicht die Freiheit der Frauen ein. Vielmehr erleichtert er sogar ihren nützlichen Einsatz im Erziehungswesen und bei gesellschaftlichen Tätigkeiten. 

Wir sehen es an den iranischen Frauen. Dank der Islamischen Revolution steht sie sich heute viel besser. Dies ist an ihrer besseren Gesundheitslage und Lebenserwartung, ihrer akademischen Ausbildung und der Mitbeteiligung am Gesellschaftsleben zu erkennen . Die Fortschritte, welche die Hidschab tragenden Frauen im Iran inzwischen erzielt  haben, werden von internationalen Medien bestätigt. Zum Beispiel beträgt der  Anteil der Studentinnen an Universitäten inzwischen  60 Prozent und dieser zunehmende Trend ist auch bei den höheren Studiengängen zu verzeichnen.  Die Zahl der praktischen Ärztinnen hat sich um 31 Prozent erhöht, die der Fachärztinnen um 40 Prozent und die der Frauenärztinnen um 99 Prozent. 

 In circa 20 Prozent der Ämter für Gesetzgebung und Politik und Exekutivverwaltung  sind Frauen beschäftigt  und  817 Frauen  arbeiten landesweit mit den Organen der Exekutive  als Beraterinnen in Frauenfragen zusammen.  

Also handelt es sich nur um Propaganda, wenn im Westen behauptet wird, dass die Frauen im Iran ihren Hidschab ablegen müssten um an mehr Freiheit zu gelangen. 

 

Tags

Mar 05, 2018 10:38 Europe/Berlin
Kommentar