• In Gesellschaft der Salihin

Wenn Menschen einen freundschaftlichen Kontakt miteinander pflegen, beeinflussen sie sich gegenseitig stark.  Ist ein Freund rechtschaffen, dann ruft er in uns den Wunsch hervor, auch wie er das Ideal eines vollkommenen Menschen anzustreben. Ein solcher Freund unterstützt uns auf dem Weg zum Seelenheil.  Umgekehrt gilt, dass ein Mensch, der mit schlechten Leuten Freundschaft schließt,   sich selber damit ins Unglück stürzt.

Wenn der Wind über einen schlammigen verschmutzten Sumpf weht, bringt er den Geruch von Fäulnis mit sich.  Aber wenn er aus einem Rosengarten kommt, verbreitet er Duft.  Ähnlich ist es mit den Freundschaften.  Sowohl die guten Menschen wirken auf uns als auch die schlechten.  Die Gesellschaft der guten Menschen verhilft dem Mensch zum Guten und die Gesellschaft der Schlechten verdirbt seine Moral, sein Denken und seinen Charakter.

Einmal fragten die Jünger Jesus ihn: „Mit wem sollen wir befreundet sein?“ Und Jesus (Friede sei mit ihm) antwortete:  „Mit jemandem, der euch an Gott erinnert, wenn ihr ihn trefft, dessen Worte euer Wissen vermehren und dessen Taten euch anregen, einen Proviant für das Jenseits anzulegen.“

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Der Charakter des Menschen entwickelt sich in vier Umgebungen: in der Familie, während Schule und Studium, im Beruf und in Gesellschaft seiner Freunde. Es ist für den Menschen angenehm unter Freunden zu sein. Sein ganzes Leben über möchte er gerne Freunde besitzen. Im Kreise seiner Freunde fühlt er sich wohl und verbringt ein paar heitere Stunden. Jedoch ist zu beachten, dass  die Anschauungen und die Moral und Art der Freunde sich auf den Menschen auswirken und deshalb die Wahl der Freunde so ausschlaggebend ist. 

 

Wenn Menschen einen freundschaftlichen Kontakt miteinander verkehren, beeinflussen sie sich gegenseitig stark.  Ist ein Freund rechtschaffen, dann ruft er in uns den Wunsch hervor, das Ideal eines vollkommenen Menschen anzustreben und unterstützt uns auf dem Weg zum Seelenheil.  Umgekehrt gilt, dass ein Mensch, der freundschaftliche Beziehungen zu schlechten Menschen hat, sich selber ins Unglück stürzt.  Angesichts dieser guten bzw. negativen Wirkung von Freundschaften, haben die großen Leitbilder der Religion ausdrücklich ihre Anhänger gemahnt, den engeren Kontakt mit schlechten Menschen zu meiden, während sie umgekehrt zur Freundschaft mit bestimmten anderen Menschen angespornt haben. 

 

Alle Propheten und Leitbilder der Religion raten zur sorgfältigen Auswahl von Freunden und empfehlen den Menschen einen Kreis von würdigen Freunden, die gläubig und anständig sind. Rechtschaffene Freunde lassen die Atmosphäre im Freundeskreis heil bleiben. Der Mensch lernt durch sie und eignet sich ein gutes Verhalten und Denken an.

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Der Koran hat das Thema Freundschaft von verschiedenen Seiten aus betrachtet.  Jeder sucht sich gemäß Koran Freunde aus, die zu seiner eigenen Art passen und denen das gefällt was ihm selber gefällt. Von daher heißt es auch in den Überlieferung dass der Mensch an seinen Freunden zu erkennen ist.

Der Prophet sagt: „Der Mensch gehört zu der Lehre, zu der sein enger Freund gehört.  So hat jeder von euch die Pflicht darauf zu achten, mit wem er Freundschaft pflegt.“

 

Im Vers 69 der Sure 4 (Nisa) verheißt Gott:

„Wer Allah und dem Gesandten gehorcht, wird mit denjenigen von den Propheten, den Wahrheitsliebenden, den Märtyrern und den Rechtschaffenen zusammen sein, denen Allah Gunst erwiesen hat. Welch gute Gefährten jene sind!“

 

An diesem Vers im Koran sehen wir, dass die besten Freunde die Propheten, Rechtschaffenen  und Wahrheitsliebenden sind.  Die schlechtesten Freunde sind demgegenüber Leute, die Satan folgen. Dazu gehören zum Beispiel  die Abgeirrten,  Gottesleugner, Streitsüchtige und unanständige und schlechte Menschen.

 

In der islamischen Überlieferung steht über die Freundschaft mit verschiedenen Gruppen und ihre Folgen geschrieben. Zum Beispiel heißt es über die Freundschaft mit den Reichen: „Wer mit den Reichen verkehrt,  in dem lässt Gott der Höchsterhabene die Liebe  zum Weltlichen und das Verlangen nach dem Weltlichen  wachsen.“

 Da die Reichen ständig an die Anhäufung von Besitz und den Gewinn von Vermögen denken, ist die Steigerung des Reichtums  und seine Behütung ihr wichtigstes Thema und Dreh- und Angelpunkt ihrer Taten.  In der Tat  gerät der Mensch im Verkehr mit reichen Leuten beim Anblick ihres Komforts, ihrer Luxusautos und Luxushäuser  in Versuchung selber nach einem solchen Wohlstand zu streben und gibt sich nicht mehr mit dem zufrieden, was er besitzt. Seine Genügsamkeit geht zurück. Außerdem kann es gut sein, dass der Gedanke an Gott und das Jenseits für ihn an den Rand gerät und dass er geizig wird, und nur noch ungern einem Bedürftigen zu helfen bereit ist.

Der Prophet  Gottes hat reiche Leute, die das Geld vergöttern, als Menschen mit toten Herzen bezeichnet. Er hat seine Anhänger gemahnt: „Hütet euch vor der Gesellschaft der Toten.“ Da fragten ihn die anderen: „O Gesandter Gottes: Wer sind die Toten?“ Er antwortete:

„Jeder Reiche, den sein Reichtum trunken gemacht hat.“

 

Während der Mensch von der islamischen Lehre vor der Gesellschaft der Reichen gewarnt wird, wird ihm die Gesellschaft der Armen empfohlen. Dies  wird damit begründet, dass der Mensch durch den Umgang mit fleißigen wenn auch armen Menschen zufriedener und dankbarer mit dem, was Gott ihm zukommen ließ, wird  und dass er von ihrer Genügsamkeit lernen kann.

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Der Islam empfiehlt auch die Gesellschaft mit den Gelehrten, den ullama. Es heißt: Wer mit den Gelehrten verkehrt wird an ihrem Wissen teilhaben. Imam Ali (Friede sei ihm) sagt: „Geselle dich zu den Gelehrten, damit dein Wissen wächst, dein Verhalten gut und deine Seele geläutert wird.“

Zu den besten Freundschaften gehört zudem der Verkehr und die Freundschaft mit den Enthaltsamen – den Zahidin -  und Gottesfürchtigen. Die Wirkung einer solchen Freundschaft besteht darin, dass das Verlangen des Menschen nach dem Jenseitigen Glück wächst. 

 

Die Enthaltsamen sind mit dem  Mindesten, was sie brauchen, zufrieden und sie hängen ihr Herz nicht an das Weltliche. Auch jemand der sich finanziell gut steht, kann diesen Zustand, der „Zuhd“ genannt wird, erreichen,  und sich von der Liebe zum Reichtum fernhalten.  Jemand der die Eigenschaft Zuhd besitzt – ein Zahid – ist nicht unbedingt jemand, der mittellos ist, sondern  es ist jemand der viel an das Jenseits denkt und gottesdienstliche Handlungen vornimmt und danach strebt, Gottes Wohlgefallen zu finden.  Wenn jemand solche Freunde hat, dann wird auch seine eigene Gottesehrfurcht und Gottesfürchtigkeit wachsen und er wird die weite Flur  der Gott-Dienstbarkeit betreten.

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Besonders empfehlenswert  ist die Freundschaft mit den Salihin.  Die Salihin sind die auserwählten Diener Gottes, welche dank ihrer hohen Eigenschaften und weil sie rechtschaffen (salih) handeln, eine solche Bezeichnung verdienen.  Der Koran hat einige besondere Eigenschaften, welche die Salihin auszeichnen, genannt.  Gemäß seiner Verse zeichnen sich die  Salihin besonders dadurch aus, dass sie  gläubig sind und das richtige tun.  Im Vers 170 der Sure Araf, Sure 7, heißt es über ein weiteres charakteristisches Merkmal der Salihin:

„Und diejenigen, die an der Schrift festhalten und das Gebet verrichten – gewiss! Wir lassen den Lohn der Rechtschaffenen  nicht verlorengehen.“

  Die Salihin sind also diejenigen, die fest an das Himmelsbuch Koran glauben und das Gebot zum täglichen Gebet einhalten. Die  Salihin sind Gott ergeben.

Aus dem Vers 114 der Sure 3 – Sure Ale Imran – erfahren wir noch mehr über die Salihin, denn es heißt dort:

„Sie glauben an Allah und den Jüngsten Tag und gebieten das Rechte und verbieten das Verwerfliche und beeilen sich mit den guten Dingen. Jene gehören zu den Rechtschaffenen.“

Hier nennt Gott mehrere Eigenschaften der Salihin – der Rechtschaffenen-. Eine davon besteht darin, dass sie sich beeilen gute Werke zu tun. Bei dem Dienst am Nächsten eilen sie den anderen voraus.

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Die Salihin  sind den anderen auch im Glauben und moralisch voraus und jemand, der mit ihnen verkehrt wird ihnen nacheifern. Im Koran steht in der Sure 26 im Vers 83 ein Gebet, dass Abraham gesprochen hat, nämlich:

: "رَبِّ هَبْ لِی حُکْماً وَ أَلْحِقْنِی بِالصَّالِحِینَ:

Rabbi habli hukmaw walhiqni bissalihin

Mein Herr, schenke mir Wissen und Weisheit  und nimm mich unter die Rechtschaffenen auf.

 

 

 

Jul 16, 2018 13:41 Europe/Berlin
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