Der Kampf und Dschihad auf dem Wege Gottes ist in allen Religionen und Denkschulen zulässig, und edel, wenn es sich um Verteidigung handelt.


 Deshalb werden die Soldaten, die für die Verteidigung der Heimat und Menschlichkeit ihr Leben opfern, geachtet und als Nationalhelden betrachtet. Die Verteidigung zur Wahrung der Religion und Anschauung ist ebenso wie die Selbstverteidigung und Verteidigung der Familie und des Vaterlandes ein Vorgehen, welches von der Natur des Menschen anerkannt wird. Kein Mensch duldet den Übergriff eines Feindes und eine Ungerechtigkeit, sondern verteidigt diese hohen Ziele wenn es sein muss mit der Waffe. Ein solcher Verteidigungskrieg ist im Islam sogar eine Pflicht. Die höchste Stufe eines Kampfes ist der Dschihad auf dem Wege Gottes, d.h. der Kampf der Muslime für die Sache Gottes zum Schutz ihrer Überzeugung und ihres Ideals und unter Einsatz von Leben und Besitz zur Erreichung der Zufriedenheit Gottes. . Der Dschihad ist das Mühen auf diesem Weg und eine seiner Formen ist der Verteidigungskampf. Dieser Kampf stellt nicht nur eine Pflicht und ein Gott-Dienen dar, sondern wird auch von den großen Vorbildern der Religion unbedingt empfohlen. Imam Ali (a) hat laut Nahdsch-ul Balagha den Dschihad als eine der Pforten zum Paradies bezeichnet, welche für die besonderen Diener Gottes offensteht. Wird nun aber seitens des Islams die Pflicht zum Dschihad auch den gläubigen Frauen auferlegt?

                                       

Laut den Koranversen hängt der Wert des Mühens auf dem Wege Gottes (Dschihad) nicht vom Geschlecht ab. Nach islamischen Recht ist der Dschihad zur Verteidigung von Heimat und Bevölkerung auch für die Frauen eine Pflicht. Wenn jedoch der Kampf anderen Zwecken dient, besteht keine Pflicht zur Teilnahme für sie.

Im Islam ist das Mühen um Gottes Sache (Dschihad) nicht auf den bewaffneten Kampf beschränkt. Berühmt ist der Ausspruch des Propheten des Islams (Segen sei auf ihm und Friede den Edlen aus seinem Hause) bei der Rückkehr des islamischen Heeres von der Front, als er sagte: „Ein Lob denen, die den kleinen Dschihad und Kampf durchgeführt haben, aber ihnen obliegt weiter der große Dschihad.“

Da fragten ihn die anderen: „O Prophet Gottes! Was ist der große Dschihad?“ Der Erhabene Prophet sagte: „Der Dschihad mit dem „Nafs“ - dem Selbst.“

In einem anderen Prophetenwort heißt es: „ Zur Frau gehört ein Dschihad bei dem kein Blut fließt und das ist der Hadsch und die kleine Mekkareise (Umrah). Von Imam Ali (a) wird überliefert, dass es der Dschihad der Frau ist eine gute Gemahlin zu sein und gegenüber den Problemen geduldig zu bleiben, welche ihr durch die Heirat aufgebürdet werden. Diese Aussagen über den Dschihad der Frau haben damit zu tun, dass die vorrangigste Angelegenheit für die Frauen, die Familie ist.

Einmal – so heißt es in der Geschichte des Islams - sprach Asma Bint-e Yazid Ansari in Vertretung der Frauen beim Propheten vor. Sie sagte: „ O Gesandter Gottes … Gott hat euch zur Rechtleitung der Männer und Frauen ausgeschickt und wir gehören zu den Gläubigen des Herrn der Welten. Aber aller Segen und Lohn des Dschihads und des Einsatzes des Lebens auf dem Wege Gottes, welche den Männern zur Pflicht gemacht wurden, kommt ihnen zu und wenn sie auf dem Wege des Glaubens an Gott getötet werden, dann gelten sie als Schahid (Märtyrer). Werden wir Frauen, deren Männer auf den Schauplätzen des Kampfes zubringen und die wir uns um die Familie und die Kinder kümmern, an ihrem Lohn für den Dschihad mitbeteiligt?“

Der Prophet (s) antwortete: „Das ist eine sehr gute Frage! Teile den Frauen von meiner Seite aus mit, dass die Erfüllung der Aufgaben im Hause und der Erziehung der Kinder und das Streben nach dem Wohlgefallen ihres Mannes für die Frauen der Dschihad auf dem Wege Gottes ist.“

Die muslimischen Frauen haben immer bewiesen, dass sie bei einem Angriff der Feinde an der Seite ihrer Männer Heimat und Glauben verteidigen. Ein großes Vorbild ist Fatimah Zahra (gegrüßet sei sie (s). Sie gab ihrem Vater, dem Propheten des Islams, und ihrem Gemahl, Imam Ali, Trost und stärkte sie im Kampf gegen die Gottesfeinde und Gottesleugner und half ihnen bei der Vorbereitung auf diesen Kampf. Auch war es die geehrte Zeynab-e Kobra (gegrüßet sei sie) – Enkelin des Propheten, die die Botschaft ihres Bruders Imam Husain nach dem Kampf von Aschura an die Menschen weitergab und sie wachrüttelte.

                                           

In unserer heutigen Zeit beobachten wir hier und dort ein eigenartiges Phänomen in der Islamischen Welt, das Heirats-Dschihad genannt wird. Dieser Begriff wurde zum ersten Mal im Jahre 2013 während des Krieges in Syrien im virtuellen Raum und in den Sozialnetzen verbreitet. Für diesen angeblichen Dschihad werden Frauen und Mädchen aufgefordert, die sexuellen Bedürfnisse derjenigen, die gegen die syrische Regierung kämpfen, zu stillen. Sie werden im Internet eingeladen, über die Türkei nach Syrien zu kommen und ihnen wird für eine stundenweise Zeitehe mit den Rebellen das Paradies verheißen.

Die takfiristischen Gruppen, die Andersdenkende aus dem Islam exkommunizieren und ihre Tötung als erlaubt betrachten , davon insbesondere die IS-Terroristen – der so genannte Islamische Staat – rücken den Islam ins schlechte Licht, erzeugen Angst vor ihm und schüren Zwietracht unter den Muslimen.. Sie missbrauchen weitgehend Frauen und Mädchen, um neue Terroristen zu gewinnen und die alten Kräfte zu behalten.

Das Institut für den strategischen Dialog (Institute for Strategic Dialogue) welches dem Extremismus den Kampf angesagt hat, berichtet, dass die Frauen, die sich dem IS anschließen, erst in ein besonderes Lager geschickt werden. Dort werden sie von anderen Frauen sozusagen bewertet und eingestuft, und dann schnell verheiratet. Die wahhabitischen Muftis haben durch ein Gutachten (Fitwa) erklärt, die beste Form der Teilnahme von Frauen an den Kämpfen in Syrien sei der Heirats (Nikah-) Dschihad.

Diese Fitwa, das dem radikalen Mufti Mohammad Al Arifi zugeschrieben wird, verspricht den 14- bis 16-jährigen Mädchen oder geschiedenen Frauen, dass sie mit dem Paradies belohnt würden, falls sie zur Stillung der sexuellen Bedürfnisse der Terroristen nach Syrien kommen.

Wegen diesem Fitwa, das in Wahrheit gegen den Islam und die Moral verstößt, hat sich eine große Zahl von Mädchen und jungen Witwen oder geschiedenen Frauen auf den Weg nach Syrien gemacht. Einige Frauen haben sich sogar im Verlangen auf eine Einkehr ins Paradies scheiden lassen , um an diesem angeblichen Dschihad teilzunehmen. Wegen dieser üblen und islamwidrigen Propaganda ist es auf diesem unzulässigen Weg zu zahlreichen Schwangerschaften und Geburten und Verbreitung von Geschlechtskrankheiten gekommen. Viele der Frauen, die der zweifelhaften Propaganda auf den Leim gingen, haben später versucht, sich aus der Hand der IS-Rebellen zu befreien, nachdem sie deren Vandalismus begegnet sind. Nach Aussagen von Lotfi Bin Jeddou, Innenminister von Tunesien, haben Mädchen aus Tunesien, die dem üblen Aufruf unter dem so genannten Deckmantel „Nikah-Dschihad“ - folgten, mit einer großen Zahl von Rebellen sexuellen Kontakt gehabt und sind schwanger in ihr Land zurückgekommen.

Besonders schlimm ist, dass die takfiristische IS-Miliz wenn ihnen die Freiwilligen für Selbstmordattentate ausgehen, Frauen, die sich für den so genannten Heiratsdschihad dieser Terrorgruppe angeschlossen haben, als Selbstmordattentäter benutzen.

Die Madrissat-ul Az zawarah, welche die IS-Terrorgruppe für ihre weiblichen Mitglieder eingerichtet hat, übernimmt in diesem Zusammenhang eine wichtige Funktion. Diese angebliche Ausbildungsstätte hat gemäß Bekanntgabe ihrer Leiter den Auftrag Mädchen anzuwerben, die Sprenggürtel und Selbstmord-Bombenanschläge einem Hochzeitskleid vorziehen.

Alleine diese Bekanntmachung genügt, um zu zeigen, dass hier normales Leben als etwas Hässliches hingestellt wird und eine Abwendung von der religiösen Tradition vorliegt. Die IS –Anführer haben sogar um ihre weiblichen Mitglieder zu den verbrecherischen Selbstmordanschlägen anzuspornen ihre Muftis um Fitwas gebeten, die verheirateten IS-Frauen erlaubt, ohne Einverständnis ihres Mannes solche Anschläge durchzuführen.

Allerdings haben sich einige Frauen, die sich für den so genannten Heiratsdschihad der Terrorgruppe angeschlossen hatten, gegen die Ausnutzung für Selbstmordattentate gewehrt. Viele von ihnen sind aus den besetzten Gebieten der IS geflohen.

                                 

Mohammad Al Arifi, hat nachdem sein skandalöses Fitwa für den Heiratsdschihad Aufsehen in den arabischen und islamischen Kreisen auslöste, seine Aussagen dementiert. Mehrmals behauptete er offiziell, niemals ein solches Gutachten herausgegeben zu haben. Er erklärte zudem dass der Heirat-Dschihad von dem ersten Umayyaden-Kalifen Moawiya Ibn Abi Sufiyyan eingeführt worden sei, wobei er sich löblich über Moawiya, dem Gegner von Imam Ali (gegrüßet sei er) äußerte. Er hat sogar gesagt: „, Im Seffin-Krieg , hat der Berater des Islams, Amr Ibn al As unserem Onkel Muawiya diesen Vorschlag gemacht. Unser Onkel, hat persönlich befohlen, dass nicht nur verheiratete Frauen sondern alle Frauen für den Dschihad nach Seffin kommen, damit sie die Soldaten des Islams unterstützen.“

Hierzu sei erwähnt, dass das Seffin-Gefecht von Moawiya gegen den in Al-Ghadir vom Propheten Mohammad (s) als Nachfolger vorgestellten Imam Ali (gegrüßet sei er) geführt wurde.

Die abwegige IS-Gruppe missbraucht in Wahrheit weitgehend , um Muslime und insbesondere frische Muslime anzuwerben, die zwei edlen islamischen Begriffe „Dschihad „ (Bemühen auf Gottes Wegen) und Schahadat (Märtyrertod.) Über die Muftis, von denen sie unterstützt werden, verspricht der so genannte Islamische Staat die Seelenrettung und propagiert, der Dschihad auf Befehl des Kalifen und der Tod für dieses Ziel würde zur Vergebung der Sünden führen. Deshalb denken viele der jungen Menschen, die sich der IS-Terrormiliz anschließen, dass ihr Tod als Märtyrertod zählt und ins Paradies führt.

Diese Lügenpropaganda führt natürlich zur verzerrten Darstellung der Gebote des Islams. Sie ist aber zum Scheitern verurteilt.

 Ein tunesisches Mädchen sagte nach ihrer Rückkehr aus dem Lager der IS: „Wir sehen nun, dass die Leute, die behauptet haben, den Dschihad auf dem Wege Gottes zu führen, sich gegenseitig bekämpfen und enthaupten. Das hat damit zu tun, dass ihre Auslegungen vom Islam in keiner Weise zutreffen. Bei Massakern in den islamischen Gebieten handelt es sich niemals um Dschihad.“


Apr 20, 2016 07:29 Europe/Berlin
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