Ajatollah Khamenei, das Oberhaupt der Islamischen Republik Iran, bezeichnet den Hadsch als die Manifestation der Einheit und Macht der islamischen Weltgemeinde, mit der sie den Feinden trotzt. Er sieht im Hadsch ein einmaliges spirituelles und zugleich soziales Potential und eine Gelegenheit zur Bekanntgabe des Standpunktes der Islamischen Weltgemeinde.

Der Hadsch gehört zu den großen Pflichten gegenüber Gott und wird im Koran und in der Überlieferung ausdrücklich hervorgehoben. Allerdings erfordert die Durchführung dieses großartigen tiefsinnigen Rituals Sicherheit für die Hadschpilger, damit diese optimal Nutzen daraus ziehen. Der Hadsch vor zwei Jahren, 2015, hat traurige Erinnerungen bei allen Muslimen auf der Welt hinterlassen, denn in der Heiligen Moschee begrub ein umstürzender riesiger Baukran zahlreiche Pilger unter sich. Noch schrecklicher war der Tod von mehreren tausend Hadschpilgern in Mena. 464 der Opfer waren iranische Pilger. Deshalb forderte die Islamische Republik Iran voriges Jahr, 2016, dass die saudischen Herrscher die notwendigen Garantien für den Schutz der iranischen Pilger geben. Aber Riad weigerte sich, diese Pflicht eines jeden Gastgebers zu erfüllen und daher mussten die Iraner letztes Jahr auf den Hadsch  verzichten.  Doch hat es den Anschein, dass das Regime von Saudi Arabien dieses Jahr 2017 seine Verpflichtungen akzeptiert hat. Daher hat Iran diesmal wieder seine Pilger nach Mekka gebracht. 

Ajatollah Khamenei empfängt die Betreuer der Hadschkarawanen 

 

 

Kurz vor dem Abflug der iranischen Pilgern nach Mekka suchten die Betreuer  und Verantwortlichen der Pilgerkarawanen Revolutionsoberhaupt Ajatollah Khamenei auf. Sie erstatteten Bericht über ihre Vorbereitungen und lauschten seinen  nützlichen Weisungen.  Bei diesem Treffen verwies das Revolutionsoberhaupt auf den Vers 125 der Sure 2 (Baqara), , nämlich 

وَ اِذ جَعَلنَا البَیتَ مَثابَةً لِلنّاسِ‌ وَ اَمنًا؛

"Und als Wir das Haus (Gottes)  zu einem Ort der Einkehr für die Menschen und zu einer Stätte der Sicherheit machten ..."

Gestützt auf diesen Satz im Koran fuhr Ajatollah Khamenei  fort: "Sicherheit ist sehr wichtig! Die Sicherheit der Hadschpilger gehört zu den sehr bedeutenden Angelegenheiten.  Wir haben nicht die bitteren Ereignisse während des Hadsches 1394 (2015) vergessen. Sie riefen einen Schmerz im Herzen der Islamischen Weltgemeinde und in den Herzen von uns Iranern hervor, der nicht vergessen werden kann."  

 

Ajatollah Khamenei betonte, dass außer Sicherheit  auch die Ehre und  das Wohl und die Erleichterungen für die Hadschpilger gewährleistet werden müssen, damit sie frei von jeder Sorge sich den Hadschritualen widmen können. Er forderte auch die anderen Muslimregierungen auf,  solche Bedingungen für ihre Hadschpilger zu fordern.   

die Tragödie von Mena 2015

In allen Ländern sind Gastgeberländer verpflichtet für die Sicherheit und das Wohl von Reisenden zu sorgen, die dieses Land betreten. Die saudischen Herrscher sind Gastgeber der Pilger zum Hause Gottes und verpflichtet, eine sichere und ruhige Atmosphäre für die Hadschpilger zu schaffen. Dieses  Regime hat bereits  mehrmals bewiesen, dass es dieser Pflicht nicht richtig nachkommt. Dennoch hofft Iran, dass es nicht mehr zu ähnlichen Tragödien kommt wie in der Vergangenheit.

Das Oberhaupt der Islamischen Revolution sagte hinsichtlich der Entscheidung der Islamischen Republik Iran zur erneuten Entsendung von Hadschpilgern: " Erfreulicherweise haben sich die Verantwortlichen der Regierungsgewalten im Obersten Rat für Nationale Sicherheit zusammen getan,  gemeinsame Überlegungen angestellt und alle Seiten der Angelegenheit überprüft und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass der Hadsch stattfinden sollte. Ich hoffe dass der diesjährige Hadsch - so Gott will - auf beste Weise verlaufen wird."

 

Die Islamische Republik Iran  betont den Hadsch  wegen der  großen Wirkung, die die Erfüllung dieser Pflicht auf den Einzelnen und die Gesellschaft hat. Ajatollah Khamenei sagte vor den Betreuern der Hadschkarawanen darüber: "Hadsch ist eine sehr wichtige religiöse Pflicht. Vielleicht ist keine andere der islamische Pflichten von solcher Wichtigkeit.  Erstens beinhaltet diese große Pflicht ein großes spirituelles Kapital. Wer  die spirituelle Verbindung zu Hadhrat Haqq (Gott) und Spiritualität und Vergeistigung sucht, der kann überall bei dieser großen Pflicht , zahlreiche Möglichkeiten und erstaunliche Potentielle entdecken .. wenn wir es zu schätzen wissen und wenn wir Spiritualität anstreben, so ist das diesbezügliche Potential des Hadsches größer als bei allen anderen Pflichten. "

Für die Erlangung dieser Vergeistigung  empfiehlt das Revolutionsoberhaupt die Teilnahme an den Gemeinschaftsgebeten in der Heiligen Moschee in Mekka und der An Nabi-Moschee in Medina, das Verlesen des Korans, die Beachtung der gottesdienstlichen Werke am Arafat -Tag und alle weiteren Gottesdienste. Er riet davon ab, in Mekka kostbare Zeit für lange Bazaarbesuche zu verschwenden und unterstrich: Der Hadschpilger muss beim Hadsch vor allen Dingen daran denken, sich zu läutern,  Herz und den Geist zu reinigen. Er muss daran denken,  dass er  - so Gott will - große spirituelle Resultate erzielt. Dann wird - mit Gottes Beistand, auch die Wirkung des Hadsches auf sozialer Ebene eintreten."

Was nun sind die Resultate des Hadsches auf sozialer Ebene, auf die Ajatollah Khamenei hinweist?  Ajatollah Khamenei sagt: "Der Islam hebt die Spiritualität hervor, aber islamische Spiritualität bedeutet nicht Absonderung und Asketentum und sich von den anderen isolieren.  Diese religiöse Pflicht (der Hadsch), welche das größte Potential für Spiritualität aufweist, weist auch das größte Potential für die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben auf."  In diesem Zusammenhang nannte das Revolutionsoberhaupt den Hadsch die Manifestation der Präsenz, Einheit und Macht der Islamischen Weltgemeinde, mit der sie den Feinden trotzt.   Er sieht im Hadsch ein einmaliges spirituelles und zugleich soziales Potential und eine Gelegenheit zur Bekanntgabe des Standpunktes  der Islamischen Weltgemeinde. Deshalb  ist er davon überzeugt, dass  bei der riesigen Versammlung zum Hadsch die Hunderttausenden von Muslimen einander über die Lage in ihren Ländern berichten können. Er sagt: Die muslimischen Völker lernen einander beim Hadsch kennen und werden miteinander vertraut ... sie kommen einander näher, Skepsis wird beseitigt, Feindschaften verblassen und vergehen , die Herzen kommen einander näher die Hände stützen einander Die Länder und die Völker können einander helfen. Dazu gehört zum  Hadsch."

Die Muslime auf der Welt sind zur Zeit, trotzdem sie so zahlreiche Gemeinsamkeiten besitzen, mit Spaltungsversuchen konfrontiert.  Aber der Hadsch ist gemäß Ajatollah Khamenei eine gute Gelegenheit um Einheit zu demonstrieren  und Meinungsverschiedenheiten beizulegen. Er sagt: "Auf die Einheit der Islamischen Weltgemeinde (beim Hadsch) ist ebenso sehr zu achten. Heute wird viel Geld, werden Milliarden, darin investiert,  zwischen den islamischen Rechtsschulen Streit zu schüren und Feindschaft hervorzurufen. Keiner darf zu dieser Zwietrachtstiftung beitragen. Jeder der dazu beiträgt,  ist an solchen Umtrieben mitbeteiligt und ihn treffen die Folgen, die Gott für diese große Sünde vorgesehen hat." 

Doch es gibt noch einen weiteren wichtigen Punkt  und zwar sollte die einmalige Gelegenheit zur strikten Distanzierung von den Feinden des Islams und der Muslime während des Hadsches genutzt werden. Ajatollah Khamenei sagt, die Islamische Republik Iran betone daher so sehr die Biraat - die Abscheuerklärung gegenüber den Abgöttern während des Hadsches  und verwies darauf, dass der Begründer Islamischen Republik, Imam Chomeini  verlangte, dass diese Erklärung während des Hadsches erfolgen muss damit es ein vollendeter Hadsch ist. Ajatollah Khamenei sagte: "Beim Hadsch kann die Islamische Weltgemeinde einstimmig und klar Standpunkte ergreifen, die für die Völker akzeptabel sind. Möglicherweise denken und handeln die Regierungen anders. Wir sehen ja dass viele Muslimregierungen leider einen anderen  Weg gehen, als den, den ihre Bevölkerung  fordert und geht. Aber die Völker möchten etwas anderes. Da ist der Hadsch eine Gelegenheit, wo die Völker ihren Standpunkt in verschiedenen Dingen zum Ausdruck bringen können."

Große Versammlung der  Hadschpilger in Arafat

 

 Die Islamische Revolution im Iran hat immer der Palästinafrage besondere Aufmerksamkeit gewidmet und die  Führung der Islamischen Republik Iran hat stets die Unterstützung der palästinensischen Bevölkerung vorrangig behandelt. Ajatollah Khamenei sagte vor den versammelten Hadsch-Betreuern:

Die Palästinafrage darf beim Hadsch nicht vergessen werden. Es ist eine wichtige Angelegenheit.  Dieses Problem ist in den letzten Jahrzehnten - den letzten 60, 70 Jahren - immer ein Thema gewesen. Manchmal mehr manchmal weniger. Sie ist heute einer der Fälle,die vorrangig zur Debatte stehen.  Wegen der Brutalität und der üblen Taten der Zionisten und wegen dem Verrat der Oberhäupter einiger Islamischer Länder.  Jedenfalls ist  heute  die Palästinafrage der wichtigste  Dreh- und Angelpunkt  der Probleme in der Islamischen Welt. 

 

Ajatollah Khamaenei  verurteilte die böswilligen Schritten der Zionisten, die sie gegen die Al-Aqsa-Moscheee in Bait-ul Moqaddas ergreifen,  während einige muslimische Staaten dazu schweigen. Er sagte:

"Es geht um die Ereignisse an der Al-Aqsa-Moschee und um El-Quds  Das ist keine geringfügige Sache. Die Zionisten sind dreist geworden und erlauben sich  brutal gegen die, denen die Al-Aqsa-Moschee gehört - nämlich die Muslime - vorzugehen ... Das ist  eine Frechheit.  Es ist eine dreiste Tat seitens des illegalen zionistischen Besatzerregimes.  Es ist doch klar, dass das Herz der Islamischen Weltnation höher schlägt , wenn sie an die Al-Aqsa-Moschee denkt ...  Gibt es einen besseren Ort für die islamische Weltgemeinde als das Heilige Haus (die Kaaba), Mekka und Medina und Arafat und Maschar und Mena, an dem die Völker zeigen können, was sie über Palästina und die Al-Aqsa-Moschee sagen, und was sie verlangen und wie sie denken? Wo können sie das besser als dort? Der Hadsch weist ein derartiges Potential auf!"

Ajatollah Khamenei bezeichnet den Hadsch als eine gute Gelegenheit für die Muslime, um ihre Standpunkte zu ihren Problemen kundzutun und sagt:  Der Hadsch ist die beste Gelegenheit dafür, dass die Islamische Weltgemeinde - alle ihre Mitglieder -  aus allen Ländern - ihre Standpunkte darstellen und ihre Meinung sagen. Eine solches Potential  stellt der Hadsch dar. Dies ist zu schätzen. Dies sollte man sich zum Ziel setzen.

Niederschlagung der Palästinenser vor der Al-Aqsa-Moschee (links) 

 

Die große Versammlung zum Hadsch ist ebenso eine Gelegenheit, um die Einmischungen der USA in muslimische Länder, die Bildung und militärische Ausrüstung von takfiristischen Terrorgruppen seitens dieses Staates und die amerikanische Unterstützung für das zionistische Regime  aufzudecken und  um die unschuldige Bevölkerung von Jemen und Bahrain und die anderen Unterdrückten auf  der Welt zu verteidigen. 

 

 

 

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Aug 07, 2017 09:58 Europe/Berlin
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