An einer Stelle in der diesjährigen Hadschbotschaft Ajatollah Khameneis heißt es: Der Hadsch vermag einem gläubigen Diener, der Gott ergeben und besinnlich ist,  auf höhere spirituelle Stufen zu verhelfen  und ihn in einen besseren, erleuchteten Menschen zu verwandeln. Außerdem kann er ihn zu einem Menschen mit Weitblick und Mut, der tatkräftig ist und sich für die Religion einsetzt, werden lassen.

Im November 1979 - 9 Monate nach dem Sieg der Islamischen Revolution Iran hat Ajatollah Chomeini , der verstorbene Vater dieser Revolution und Gründer der Islamischen Republik Iran zum ersten Mal eine Botschaft an die Pilger zum Hause Gottes in Mekka herausgegeben und in dieser Botschaft den Sinn des Hadsches und seine Rolle für das  Erwachen in der Islamischen Welt beschrieben. Seitdem  hat er und nach ihm Ajatollah Khamenei, heutiges Revolutionsoberhaupt, jedes Jahr zur Hadschzeit erneut eine solche  erhellende und bewusstseinsbildende  Botschaft an die Mekkapilger und in Wahrheit an alle Muslime gerichtet.  Auch dieses Jahr wurde die Botschaft  des Revolutionsoberhauptes für die Hadschpilger verlesen und zwar in der Arafat-Wüste, nahe bei Mekka,    im Rahmen der Kundgebung  zur Distanzierung von den Götzendienern .Die diesjährige Hadschbotschaft enthielt wieder wichtige Punkte. 

 

 

In seiner  Hadschbotschaft verwies Ajatollah Khamenei auf die beiden wichtigen Seiten des Hadsches,nämlich seine spirituelle und seine politische Seite und beschrieb die jetzige Lage in der Islamischen Welt. Zu Beginn  sagte er:

"Ich danke Gott, dem Allmächtigen, dass er auch dieses Jahr einer großen Flut von Gläubigen aus aller Welt das Glück beschert hat, den Hadsch zu vollziehen, so dass sie aus dieser köstlichen Quelle des Überflusses schöpfen können und einige Tage und Nächte, deren kostbaren und gesegneten Stunden wie ein Wundermittel die beunruhigten Herzen und Seelen läutern und schön werden lassen können, in der Nähe eines großartigen  Hauses Gottes  und an den Treffpunkten der Anbetung Gottes, der Ergebenheit gegenüber Ihm, des Seiner-Gedenkens und der Annäherung an Ihn sein dürfen."

In Ansprachen und Botschaften zu verschiedenen Anlässen hat Revolutionsoberhaupt Ajatolah Khamenei immer wieder betont, dass der Hadsch eine einmalige Gelegenheit für die Pilger ist, bei der sie die Rituale, die Gott festgelegt hat, nutzen können, um seelisch und spirituell weiter zu kommen. Die Hadschrituale beinhalten einen tiefen Sinn und dienen dazu, dass der Mensch Gott näher kommt. Zu diesen Ritualen gehören  die Umkreisung der Kaaba, das tiefsinnige Auf- und Ablaufen  zwischen den Bergen Safa und Marweh, der Aufenthalt in der Arafat-Wüste, in Maschaar und in Mena und die symbolische Steinigung Satans in Form des Rami Dschamarat und weitere.

 

Revolutionsoberhaupt Ajatollah Khamenei verwies darauf, dass der Hadsch ein Gottesdienst ist, der einen tiefen Sinn enthält und dass die Kaaba in Mekka voller Segen ist und ein deutlicher Beweis Gottes. In der heutigen Islamischen Welt versuchen einige bedauerlicherweise den Hadsch auf eine rein individuelle gottesdienstliche Handlung herabzuwerten. Aber  der Geist des Hadsches und seiner Rituale  betreffen nicht nur individuelle Aspekte sondern auch gesellschaftliche.  Ajatollah Khamenei sagte daher in seiner Hadschbotschaft:

"Der Hadsch vermag einem gläubigen Diener, der Gott ergeben und besinnlich ist,  auf höhere spirituelle Stufen zu verhelfen  und ihn in einen besseren, erleuchteten Menschen zu verwandeln. Außerdem kann er ihn zu einem Menschen mit Weitblick und Mut, der tatkräftig ist und sich für die Religion einsetzt, werden lassen."

In Wahrheit hat es der Islamischen Weltgemeinde erheblich geschadet, dass der soziale und politische Hadsch-Aspekt vernachlässigt worden ist. Wegen dieses Versäumnisses konnte die Islamische Weltgemeinde nicht in den Genuss der großartigen diesbezüglichen Wirkung des Hadsches kommen.

Ajatollah Khamenei hat in seiner diesjährigen Hadsch-Botschaft auch darauf hingewiesen , dass die heutige Gesellschaft beide Aspekte des Hadsches , den individuellen und den politischen benötigt. Hinsichtlich der Gefahren für die Spiritualität verwies er auf den Propagandanangriff und  Psychokrieg des Westens  , den er mit modernen Mitteln, wie Internet, Fernsehsendern,Computerspielen usw. führt, um den Glauben der Muslime durch die Verbreitung von Zügellosigkeit und Gottlosigkeit zu zerstören.  Im Zusammenhang mit den politischen und militärischen  Umtrieben gegen die Muslime, machte das Revolutionsoberhaupt auf die Strategien der Hegemoniemacht aufmerksam, die Zwietracht sät und Konflikte und Krieg unter den Muslimen schürt,welche die Islamischen Länder in eine Hölle der Unsicherheit und der Auseinandersetzung verwandelt. Ajatollah Khamenei sagte weiter:

"Der Hadsch kann heilende Medizin für beide große Leiden der Islamischen Weltgemeinde sein. Er kann sowohl die Herzen von der trüben Patina befreien und sie mit dem Licht der Gottesfürchtigkeit und der Erkenntnis erleuchten, als auch die Augen für die bitteren Wahrheiten in der Islamischen Welt öffnen und den Willen stärken für deren Bekämpfung, sowie  die Schritte festigen und Hände und Geist auf Taten vorbereiten."  

Mit anderen Worten: Die Läuterung , welche die Hadschpilger bei den Hadsch-Zeremonien erfahren , schützt sie vor der üblen Propagandaoffensive des Westens und außerdem  werden die Pilger durch diesen Gottesdienst  gegenüber den Sabotagen der Feinde des Islams wachsam und auf eine Abwehr vorbereitet. 

 

 

Im Vers 29 dr Sure 48 (Fath) heißt es: 

"Moḥammad ist Gottes Gesandter. Und diejenigen, die mit ihm sind, sind den Ungläubigen gegenüber hart, zueinander aber barmherzig..." In Fortsetzung seiner Hadsch-Botschaft hat Revolutionsoberhaupt Ajatollah Khamenei  über die beiden Hauptgründe und die jetzige unangemessene Lage der Islamischen Gemeinde wie folgt gesprochen und auf das Gebot in diesem Vers hingewiesen:

"Die Islamische Welt leidet heute unter schwerer Störung der Sicherheit. Weder besteht Sicherheit für die Moral und Spiritualität noch in der Politik und dies ist der wichtigste Grund für unsere Unachtsamkeit und für den erbarmungslosen Angriff der Feinde. Gegenüber dem Angriff des gottlosen Feindes haben wir nicht richtig unsere religiöse und rationale Verpflichtung erfüllt. Wir haben sowohl die  Strenge gegenüber den feindlichen Nichtgläubigen als auch die Barmherzigkeit unter uns vergessen.   Infolgedessen stiftet der zionistische Feind im geografischen Herzen der Islamischen Welt Unheil, während wir, unter Vernachlässigung der absoluten Pflicht zur Rettung Palästinas, uns mit  Inlandskriegen in Syrien und Irak, Jemen, Libyen und Bahrain und der  Konfrontation mit Terrorismus in Afghanistan und Pakistan und an weiteren Orten  auseinandersetzen."

Die Realität in der Islamischen Welt bestätigt diese Aussagen des  Revolutionsoberhauptes. Einige muslimische Länder haben begonnen sich mit Feinden des Islams wie die US-Administration zu befreunden und zusammenzuschließen. Sie feinden andere muslimische Völker an, anstatt nach der Brüderlichkeit mit ihnen zu streben. Die  bitteren Ereignissen in Syrien,Irak,Jemen, Libyen,und Afghanistan erfolgen durch die Einmischung dieser Regime mit islamischem Anstrich.

 

Trump in Saudi Arabien 

 

Angesichts dieser Situation hofft Ajatollah Khamenei auf den Zusammenschluss der muslimischen Länder und bezeichnet dies als die Lösung für die Beseitigung der jetzigen Probleme in der Islamischen Welt und das Streben nach diesem Ziel als Aufgabe der Anführer der muslimischen Länder und der politischen und religiösen und kulturellen Elite der Islamischen Welt. Über deren Verantwortung heißt es in seiner Hadsch-Botschaft: 

"Sie haben die Pflicht, Einheit herzustellen und alle vor Auseinandersetzungen wegen Zugehörigkeit zu einer Ethnie oder einer religiösen Rechtsschule zu warnen. Außerdem tragen sie Verantwortung für die Aufklärung der Völker über die Methoden der Feinde und über den Betrug der arroganten Mächte und des Zionismus.  Zudem haben sie die Pflicht, alle auszurüsten für den Kampf gegen den Feind auf den verschiedenen Schauplätzen des Krieges mit nicht-militärischen und militärischen Waffen. Sie haben die Pflicht, schnellstens die katastrophalen Vorfälle zwischen den muslimischen Ländern zu stoppen, deren bittere Beispiele wie die Ereignisse in Jemen überall auf der Welt Bekümmernis und Protest auslösen.  Ihre Aufgabe ist es zudem, unterdrückte muslimische Minderheiten zu verteidigen, wie die Unterdrückten in Myanmar sowie an anderen Orten,  und vor allen Dingen, was am wichtigsten ist, haben sie die Pflicht,  Palästina zu verteidigen und bedingungslos ein Volk zu unterstützen, das nun schon fast  siebzig Jahre  lang um sein besetztes Land kämpft."

Ajatollah Khamenei,  Oberhaupt der Islamischen Revolution, hat fast alle wichtigen Probleme der Islamischen Welt an dieser Stelle seiner diesjährigen Hadschbotschaft angeführt und besonders die Unterstützung für das palästinensische  Volk , welche ein ewiger Leitspruch der Islamischen Republik Iran ist, hervorgehoben.  Eine der bedauerlichen Folgen der blutigen Ereignisse in Westasien, besteht nämlich darin, dass die Palästinafrage von einigen arabischen Staaten vergessen worden ist. Einige von diesen haben sogar begonnen mit dem zionistischen Regime, welches Palästina besetzt hat,und seine Bevölkerung tötet, einsperrt und vertreibt, Freundschaft zu schließen. 

 

Die Palästinenser kämpfen um elementare Menschenrechte

Ajatollah Khamenei betont in seiner Botschaft an die Hadschpilger, dass die muslimischen Völker bei ihren Staaten die Erfüllung dieser Pflichten einfordern sollen und fordert die elitären Kräfte auf, festen Willens und aufrichtig sich für die Verwirklichung dieses Zieles einzusetzen.  Dann sagte er über die Belohnung für die Erfüllung dieser wichtigen Pflichten: "Solche Schritte  sind unbestrittene Beispiele für die Unterstützung der Religion Gottes, welche gemäß göttlicher Verheißung vom Beistand Gottes begleitet sein wird." Damit verwies er auf den Vers 7 in der Sure Mohammad (s) (Sure 47 wo es heißt: 

"O die ihr glaubt, wenn ihr Allah(s Sache) helft, hilft Er euch und festigt eure Füße."

Zweifelsohne  ist die Bemühung um Vereinigung der Islamischen Gemeinde und ihrer Rettung vor dem Übel der Feinde des Islams ein Werk, welches Gottes Wohlgefallen findet , eine Unterstützung für die Religion Gottes und wird Gottes Hilfe hervorrufen. 

Natürlich hat Ajatollah Khamenei auch der Märtyrer der Katastrophe, die sich beim Hadsch 2015 in Mena ereignete und bei der mehrere tausend Pilger hilflos ihr Leben verloren,nicht  vergessen. Daher sagte er zum Schluss seiner Botschaft: 

"Ich würdige  die Märtyrer von Mena und der Heiligen Moschee und bete zu Gott, dem Gnädigen und Großmütigen um Erhöhung ihrer Stufen.  

 

 

 

 

Sep 05, 2017 04:24 Europe/Berlin
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