Die Pilgerreise zu Arbain ist Aufschrei der Unterdrückten auf der Welt und nun sind wieder zahllose Menschen aus allen Richtungen herbei gekommen, um sich dem großen Pilgerstrom von Nadschaf nach Karbala - zum Freund und Helfer - anzuschließen.

Die Pilgerreise zu Arbain ist der laute Ruf aller Unterdrückten . Von Nadschaf nach Karbala hat sich ein Pilgerzug in Bewegung gesetzt -  wie ein großer breiter Strom. Die Pilger kommen aus allen Richtungen, um dem Helfer der Unterdrückten an seiner Grabstätte aufzusuchen.  Auf schönste Weise werden Aufrichtigkeit und Liebe,  Heldenmut und Gnostik wieder spürbar und versetzen die Welt in Erstaunen. Erneut  ist im Reich der Wahrhaftigkeit und der Rechtschaffenheit der mutige Ruf von Zainab zum Arbain - dem 40. Tag nach dem Märtyrertod  ihres Bruders Imam Husain (Friede sei ihnen) zu hören, begleitet von dem Ruf - Labaik ya Husain - O Husain, wir sind deinem Ruf gefolgt und herbeigekommen!. 

 

Die Feinde und Bösen der Geschichte haben Husain (F) getötet, um seinen Namen auf Erden auszulöschen, aber sie konnten nicht das Licht Gottes auslöschen,sondern Husain wurde allerorts immer beliebter und die Zahl seiner begeisterten Anhänger wurde immer größer. Im Vers 8 der Sure 61 (Saff) heißt es: 

"Sie wollen gern Allahs Licht mit ihren Mündern auslöschen. Aber Allah wird Sein Licht vollenden, auch wenn es den Ungläubigen zuwider ist."

 

Die begeisterte Zusammenkunft von Frauen und Männern, die Husain lieben und aus aller Welt zur Teilnahme an dem Arbain-Fußmarsch herbeikommen, hat die Weltbevölkerung in Erstaunen versetzt und allen bewiesen, dass die Liebe zu dem Fürsten der Märtyrer nicht erlöschen kann. Die begeisterten Anhänger Imam Husains (F)  sind nicht nur Schiiten und nicht nur Muslime, sondern unter ihnen sind auch freiheitlich Denkende aus aller Welt und von anderen Bekenntnissen, die  Menschlichkeit und  menschliche Tugenden lieben. 

Die Geschichte von Karbala und das Feuer, welches Jahrhunderte lang Menschen  mit verschiedenen Bekenntnissen erfasst hat, lässt sich nicht mit wenigen Worten erfassen. Das heroische Handeln Imam Husains (F) geht über seine religiöse Bedeutung hinaus, denn ein Schritt, der nur im Rahmen religiöser Werte zu erklären  ist, muss , um sich in eine allgemeine Lehre zu verwandeln, erst einige Filter passieren um für diejenigen, die diese Werte nicht kennen, verständlich zu werden.  Aber der Aufstand von Aschura und das Heldenepos Imam Husains und seiner Helfer in Kerbela  ist so nahe mit der Menschlichkeit  verknüpft und entspringt in einer Weise der Vereinigung von Freiheitsliebe und Gottergebenheit der Helfer des Fürsten der Märtyrer (F), dass sich sein Feuer auch ohne jeglichen Kommentar unter den Menschen verbreitet.  Dieses Aufbegehren ist so großartig, dass es keine Grenzen mehr kennt  und nicht mehr gebunden ist an eine Sprache oder Volkszugehörigkeit.  Ein Blick auf den größten Fußmarsch der Welt zum 40. Trauertag für Imam Husain  kann ein solches Feuer in einem Menschen an einem weit entfernten Ort der Erde entfachen,  dass er in das Zweistromland eilt um mehr über das Geheimnis all dieser Größe zu erfahren. 

Seyyed Mehdi Al Modaresi , ein Theologieprofessor beschreibt in der US-online-Zeitung  Huffington Post  seine Eindrücke von dieser Pilgerreise indem er sagt:  Der Arbaintag ist voller Gedränge und Lärm und zugleich voller Friedfertigkeit. Eine Welle von Männern, Frauen und Kindern, die fast alle schwarz gekleidet sind, füllt eurer Blickfeld völlig aus. Die Menschenmenge ist so groß, dass der Verkehr meilenweit aus den Fugen gerät. Deshalb zieht ein Teil der Pilger es vor, die Strecke von 425 Meilen (fast 700 km)  zwischen Basra und Karbala zu Fuß zurückzulegen.  Dabei müssen sie länger als  zwei Wochen in der Hitze des Tages und der Knochenkälte der Nacht  zu Fuß unterwegs sein. ...: Arbain verdient mehrere Eintragungen  in das Guinness-Buch der Rekorde: die größte jährliche Versammlung,  die größte Zahl von Menschen, die unentgeltlich gespeist werden, die größte Gruppe von Freiwilligen, die sich in den Dienst eines Ereignisses stellen, obwohl ihr Leben ständig in Gefahr  ist."

Arbain: größter jährlicher Fußmarsch und Treff 

 

Durch   Husain-Arabain kehrt der Mensch in Wahrheit zu seinem unversehrten menschlichen Seelengrund, der Fitra - und seiner edlen Moral - zurück.  Durch den tapferen Aufstand Imam Husains treten alle guten Eigenschaften des Menschen plastisch in den Vordergrund .  Wer hat je erlebt, dass ein dürstendes Heer den Feinden zu Trinken gibt und seine Pferde betreut?  Imam Husain lässt das feindliche Heer des Umar Ibn Saad  Wasser holen, während dieses mehrere Tage lang  ihm und seinen Helfern und seiner Familie im Zeltlager den Zugang zum Wasser versperrt hat. In der Vornacht zum Endkampf  löscht Imam Husain   alle Lichter aus und bietet seinen Helfern an, ihn zu verlassen, weil  es dem Feind nur darum geht, ihn zu töten. Der Imam erinnerte damit an die Entscheidungsfreiheit des Menschen. Ist es da nicht natürlich dass so viele  seine große Opferbereitschaft und seinen Kampfgeist bewundern und nicht mehr vergessen können? Obwohl der Kampf Imam Husains, dessen auf der Arbain-Pilgerreise gedacht wird,  nur die Anliegen der Schiiten betraf,  beteiligen sich auch Sunniten und Christen, Yeziden, Zarathustrier und Sabäer an dieser Reise und der Bewirtung der Pilger.  Somit wird die riesige Zusammenkunft zu Husain-Arbain zu einem besonderen Ereignis und es kann nur bedeuten,  dass diese Menschen,unabhängig von ihrer Religions- und Volkszugehörigkeit,  in Husain ein weltweites unbegrenztes Wahrzeichen für Freiheit und Menschlichkeit sehen. 

 

Die Teilnahme an den Bräuchen zum Husain-Arbain ist zu einem Faktor der Vereinigung und Einmütigkeit und gegenseitiger Unterstützung geworden. Zu Arbain treffen viele Menschen und Gruppen aus unterschiedlichen Gebieten und unterschiedlichen Ethnien und mit unterschiedlichen Einstellungen zusammen und ihre Herzen kommen einander näher. Diese gemeinsame  Treffen der verschiedenen Gruppen in Form eines jährlichen Brauches kann die Islamische Identität  wiederbeleben. Es spielt eine wichtige Rolle um den künstlichen Identitäten aufgrund von Zugehörigkeit zu einer bestimmten Ethnie oder Nation entgegenzuwirken.  Revolutionsoberhaupt Ajatollah Khamenei hat hierzu gesagt:  "Beim Husain-Arbain befinden sich Millionen Menschen nebeneinander. Schon diese große Versammlung von Muslimen an der übrigens nicht nur Schiiten sondern auch Sunniten teilnehmen, hat auf der Welt Widerhall gefunden und Erstaunen und Bewunderung ausgelöst und wurde als größte Versammlung auf der Welt eingestuft und zwar von wem? Von denen die islamische Dinge ablehnen!  Seht welche gewaltige Bewegung sich ereignet hat. Selbst wenn es nur die Körper sind die sich zu einer Versammlung zusammenschließen, findet es ein solches Echo. Seht was auf der Welt passiert, wenn wir zusammen sind - die islamischen Länder und die muslimischen Nationen - die Sunniten und Schiiten und ihre verschiedenen Rechtsschulen... wenn ihre Herzen miteinander  im Einklang stehen und sie kein Misstrauen gegenüber einander hegen und sich nicht gegenseitig  schmähen  -  Welche Größe und Ansehen der Islam dadurch erhält! Einheit! Einheit!" 

 

In dem Fußmarsch zu Arbain findet die Liebe zu Husain Ausdruck. Es kommen 20 Millionen Menschen zusammen, aber sie fühlen sich alle verbrüdert und erleben friedlich Seite an Seite diese spirituelle Reise, während schon bei hunderttausend Zuschauern in einem Sportstadion fünftausend Polizeikräfte im Einsatz sein müssen, um etwaige Auseinandersetzungen zu verhindern.

Hasan Rahimpour Azghadi, ein Mitglied des Obersten Rates der Kulturrevolution der Islamischen Republik Iran sagt: Zwar gilt der Fußmarsch zu Arbain  als erstes als ein schiitisches Phänomen, aber es ist es ist auch abgesehen von dem religiösen Inhalt ein einmaliges Ereignis auf der Welt.  Das hat es in der Geschichte noch nicht gegeben, dass eine Menschenmenge von 25 Millionen zu Fuß viele Kilometer in Richtung Karbala  läuft und auch in unserer heutigen Welt kommt  anderswo nichts dergleichen vor. Dieses Phänomen ist zweifelsohne ein religiöses Ereignis und es gibt bei keiner anderen Lehre, ob himmlischen  oder menschlischen Ursprungs  eine solche Zusammenkunft.   Dies ist das erste Wunder Imam Huseins (a.s.)" 

 

Die britische Independent schrieb bereits vor einigen Jahren  in einem Bericht über die massive Teilnahme von Muslimen, die sich nach Karbala 62 Meilen südwestlich von Bagdad begeben, um an den großen Zeremonien am Arbain-Tag  teilzunehmen. Schon damals bezeichnete sie  den Pilgerzug als die größte Pilgermenge der Welt . Sie schrieb:  "Arbain ist der 40. Tag nach der Aschura-Schlacht  und die Muslime begehen die Gedenkfeiern für den Märtyrer Imam Husain, den Enkelsohn des Propheten Mohammad im Jahre 680 nach Christus.  Independent berichtete von 20 Millionen Menschen aus vierzig Ländern, die nah Karbala gekommen waren. Die US-Zeitschrift Business Times schrieb ebenso vom  erstaunlichen Verlangen der Muslime, am Arbain-Tag in Karbala zu sein und es hieß:

"Obwohl die Terrormiliz vor mehreren Jahren durch einen Selbstmordanschlag Dutzende von Pilgern während der Zeremonien am Arbain-Tag getötet hat, ist auch dieses Jahr wieder eine riesige Menschenmenge auf dem Weg nach Karbala!"

Millionen nehmen an den Gedenkzeremonien für Imam Husain in Karbala teil. 

 

Die Trauerzeremonien zu Arbain verwandelt Karbala in ein Potential das dazu dienen kann, weltweit mit dem Islam vertraut zu machen,     ähnlich wie die Zeremonien des Hadsches in Mekka ein solches Potential sind. Heute ist die Zusammenkunft zu Arbain keine rein schiitische Angelegenheit mehr,  sondern es nehmen Sunniten und sogar Anhänger anderer Himmelsreligionen daran teil,  aus Asien, Europa und Afrika. Pilgerreisen sind eine Gelegenheit für die Teilnehmer  Verbindung zu den Freunden Gottes anzuknüpfen und ihre Religion besser kennen zu lernen.  Die Medien der arroganten Gewaltmächte, die behaupten aufrichtig, unparteiisch und Verfechter der freien Meinungsäußerung zu sein , wagen nicht  über diese Zusammenkunft von Millionen von Menschen zum Arbain zu berichten oder bedienen sich wie immer der Zensur.  Aber ob sie wollen oder nicht : Arbain wird weltweit eine Wirkung haben und es ist nicht zu leugnen, dass der Ruf Husains durch die Welt geht und das Gedenken an ihn sich wie der Duft des Frühlings auf der Welt verbreitet. 

 

Nov 05, 2017 08:23 Europe/Berlin
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