• Tag des Märtyrertodes von Imam Hasan Mudschtaba (F)  

Die Schiiten gedenken seit langer Zeit am 7. des Monats Safar (dieses Jahr der 17. Oktober) des Märtyrertodes von Imam Hasan (F). Im Theologiezentrum der irakischen Pilgerstadt Nadschaf, welches seit 1000 Jahren besteht, ruht anlässlich der Trauerzeremonien der Unterricht.

Seit langer Zeit wird in dem tausendjährigen Theologiezentrum im irakischen Nadschaf, wo das Mausoleum von Imam Ali (F) steht, am siebten Safar der Märtyrertod von Imam Hasan (Friede sei ihm) betrauert, und nicht nur dort sondern auch unter den Schiiten in anderen Teilen Iraks und anderen Ländern. Unter den schiitischen Gelehrten besteht keinerlei Uneinigkeit über den Märtyrertod dieses Prophetenenkels, es gibt nur verschiedene Angaben über das Datum und der siebte Safar ist das bekannteste. Dieses Datum haben Persönlichkeiten wie Schams al-Din Muhammad ibn Makki, Kaf`ami, Scheich Bahai, Allama Madschlisi, Sahib Dschawahir, Scheich Kaschif al Ghata und Muhadith Qumi und weitere angegeben.

 

                                             

 

 

Im Jahre 40 nach der Hidschra, als die Nachkommen des Propheten und der Islamischen Großgemeinde den Märtyrertod von Ali (Friede sei mit ihm), dem Fürsten der Gläubigen betrauerten, wurde die Bevölkerung von Kufa erneut auf die Probe gestellt. Kufa war der Sitz des Kalifats von Imam Ali (F) gewesen. Am 21. des  Monats Ramadan, dem Tag an dem Imam Ali den Märtyrertod fand, sprach ibn Abbas zu den Gläubigen: „Ihr Leute! Der Fürst der Gläubigen hat sich auf den Weg in die andere Welt gemacht und er hat seinen Sohn für euch hinterlassen. Wenn ihr möchtet, wird sein Sohn sich euch zuwenden.“ Die Menschen weinten und baten darum, dass Imam Hasan Mudschtaba (F) zu ihnen kommt. Und so kam es dass Imam Hasan nachdem sein Vater Märtyrer geworden war die Führung der Islamischen Gesellschaft – das Imamat – übernahm.

Rasch hatte Imam Hasan die Aufregung, die nach dem Märtyrertod von Imam  Ali (F) aufgekommen hatte, beigelegt. Die Bevölkerung war Zeuge, dass Imam Hasan wie sein Vater Ali (F) fest entschlossen war Gerechtigkeit und die Gebote des Islams in der Gesellschaft zu verwirklichen. Die große Mehrheit begrüßte dies, aber einige Leute sahen ihre eigennützigen Ziele in Gefahr.

           

Hasan Ibn Ali (F) war in dieser Zeit mit den aufeinanderfolgenden Feindseligkeiten des Muawiya, der in dem damaligen Syrien (Schaam) herrschte, konfrontiert. Die feindlichen Maßnahmen dieses Umayyaden eskalierten zu einem Krieg, so dass auch Imam Hasan (F) ein Heer aufstellte. Die Bedingungen in der muslimischen Gesellschaft waren jedoch so, dass Imam an dem Erfolg einer militärischen Begegnung zweifelte. In dem Moment schlug Muawiya dem Imam einen Friedensschluss vor. Der Imam nahm, die Zukunft ins Auge fassend, den Vorschlag an. Es gibt mehrere wichtige Faktoren, weshalb er einen Friedensvertrag vorzog.  Die Umayyaden hatten erfolgreich einige Heeresführer und einflussreiche Persönlichkeiten, die Anhänger Imam Hasans (F) gewesen waren, durch Versprechungen für sich gewonnen. Imam Hasan (F) hatte zwar ein großes Heer zusammenstellen können, aber er konnte sich auf viele seiner Heeresleute nicht verlassen. Einige seiner Heeresführer ließen sich von den Umayyaden verleiten, und weigerten sich an  dem Gefecht gegen die Truppen von Syrien teilzunehmen. Imam Hasan (F) hat gegenüber ihrem Tun gesagt: „Heute ist infolge von Feindseligkeiten, die Einheit und Verständigung unter euch verloren gegangen. Ihr habt eure Ausdauer aufgegeben und euren Mund zur  Beschwerde geöffnet. Heute ist ein Tag, an dem ihr eure eigenen Vorteile über eure Religion stellt und nicht treu seid.“ Imam Hasan (F) war also in eine sehr schwierige Situation geraten und hatte begriffen, dass ein Gefecht gegen Muawiya mehr Schaden bringt als dass es etwas nutzt. Also nahm der Imam den Friedensvertrag an.

                                                                   

Imam Hasan (F) hat jedoch Bedingungen für den Friedensschluss gestellt.                       

 

   Gemäß dem  Friedensabkommen musste nach Muawiya das Kalifat auf den Imam übergehen und falls  ihm etwas zugestoßen sein sollte,  dann sollte sein Bruder Husain ibn Ali (F) die Führung der Muslime in die Hand nehmen. Laut Abkommen war  Muawiya nicht berechtigt, jemanden zu seinem Nachfolger zu ernennen. Gemäß Vertrag hatten die Ketzereien und die Beschimpfungen Imam Alis (F) aufzuhören. Außerdem sollte Muawiya vertragsgemäß  einen Betrag von eine Millionen Dirham unter den Hinterbliebenen der Märtyrer verteilen, die während der Kamelschlacht und der Schlacht von Siffin auf der Seite Imam Alis gekämpft hatten und gefallen waren. Gemäß dem Friedensvertrag mit Muawiya, musste dieser allen Anhängern Alis (F), wo immer sie auch waren, Schutz gewähren und versprechen, keinen von ihnen ein Leid zuzufügen.  Muawiya durfte vertragsmäßig auch keinerlei Gefahr für Hasan ibn Ali (F) und seinen Bruder Husain Ibn Ali (F) und ebensowenig für irgendeinen anderen aus der Familie des Propheten (S) heraufbeschwören.  Zum Schluss des Friedensabkommens hat Muawiya sich ausdrücklich verpflichtet, alle Punkte des Vertrages zu beachten.  Er hat sich dabei Gott zum Zeugen genommen und  die Großen von Schaam wurden als Zeugen herangezogen.

 

                           

 

Imam Hasan (F) war darum bemüht den Friedensvertrag einzuhalten und diesen Frieden zu nutzen um Muawiya auf anderer Ebene weiter zu bekämpfen. Der Imam hatte für den Friedensvertrag  Dinge ausbedingt, die von großem Vorteil für den Islam und die Muslime waren. Aus dem Inhalt geht hervor, welche Ziele er mit der Bekämpfung Muawiya vor Augen hatte. Natürlich wusste er, dass Muawiya sich nicht an dieses Abkommen halten wird und das würde ja gerade zur Enthüllung seines wahren Gesichtes führen und das war etwas gewesen, was der Imam ursprünglich mit der militärischen Auseinandersetzung  gegen Muawiya verfolgt hatte.  Der Imam überließ es nun der Bevölkerung, wie sie über ihr Schicksal entscheiden wollte.

                             

Nach Unterzeichnung des Friedensvertrages blieb Imam Hasan (F) noch eine Zeitlang in Kufa und zog dann nach Medina, um dort zu bleiben. Dort begann er seine neuen Pläne durchzuführen.  Die Umayyaden versuchten weiter das Volk zu verdummen und dies auch noch im Namen des Islams. Deshalb drohte die Gefahr, dass die Religion durch Abweichungen und Ketzerei verfälscht wird. Also ergriff Imam Hasan auf der geistigen und kulturellen Ebene die Initiative. Er legte der Bevölkerung  die Grundsätze des Islams deutlich dar, damit sie den falschen vom richtigen Weg unterscheiden können. Der Imam wählte Medina zum wichtigen Stützpunkt für die Verbreitung des Islamischen Denkens und er bildete Rechtsgelehrte, Religionsgelehrte und Hadithkundige aus.  Aus anderen Teilen der Islamischen Welt kamen Wissensdurstige zu ihm.

 

Mit der Zeit wurde immer deutlicher, wie wenig sich die Umayyaden mit Muawiya an der Spitze an ihre Versprechungen halten.  Nachdem sie Imam Hasan den Friedensschluss aufgezwungen hatten, hatten sie zwar viele ihrer Absichten erreicht, doch Imam Hasan (F) war ihnen dennoch bei einigen ihrer Vorhaben im Wege.  Muawiya plante zum Beispiel einen Nachfolger für sich zu bestimmen. Falls er dies zu Lebzeiten des Imams getan hätte, dann wäre  es ein Verstoß gegen den Inhalt des Friedensvertrages mit Imam Hasan (F) gewesen. Er befürchtete daher, dass Imam Hasan sich heftig dagegen auflehnen würde und deshalb entschloss er sich, den Imam aus dem Weg zu räumen.  Er suchte nur nach einer Person, die den Mordplan ausführt. Schließlich kam er auf den Gedanken, dass  Dschada bint al Aschath am besten dazu geeignet ist.  Dschada, die Tochter des  Aschath, war mit Imam Hasan verheiratet.  Heimlich sprach sich Muawiya mit ihr ab. Er ließ  ihr 100 Tausend Dirham zukommen und versprach, sie mit seinem Sohn Yazid zu vermählen, wenn sie Imam Hasan (F) vergiftet. Dschada schüttete Gift in das Trinkwasser des Imams. Der Imam war 40 Tage lang krank und starb schließlich den Märtyrertod.  

                             

 

Die Geschichte belegt, wie wohltätig Imam Hasan war. Er half jedem Hilfsbedürftigen und hat gesagt: „Wir sind jemand, der die Hoffnung in den Herzen zum Wachsen bringt. Wir spenden noch bevor uns jemand eine Bitte stellt.  Nicht dass ein Bittsteller sein Gesicht verliert!“

Ja, so war Imam Hasan – Friede sei mit ihm. Alle seine Freunde betrauern am 7. Safar den Verlust dieses zweiten Imams der Schiiten.  Wir kondolieren allen aus diesem Anlass.

 

 

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Oct 16, 2018 19:24 Europe/Berlin
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