• In Trauer um den Letzten Gesandten Gottes (S)

Im Jahre 632 nach Christus ist der Letzte Gesandte Gottes  im Alter von 63 Jahren zu seinem Herrn zurückgekehrt. Es war  am 28. Safar im Jahre 11 nach der Hidschra. Er starb in Medina und wurde dort begraben.  Dort ruht  auch sein Enkelsohn Imam Hasan, (F) der gemäß einer geläufigen Überlieferung etwa 40 Jahre danach ebenso am 28. Safar den Märtyrertod fand. Imam Hasan (F) starb infolge einer Vergiftung, die der Umayyadenkalif Muawiya in Auftrag gegeben hatte. Wir kondolieren .

"Lichtspendende Leuchte"! "Weg der Rettung!" "Segen für die Weltenbewohner", "Vorbild fürs Leben!"  So bezeichnet der Heilige Koran unter anderem den Propheten   Gottes (Gottes Segen sei auf ihm und Friede seinem Hause). Außerdem hebt er hervor, dass der Letzte Gesandte Gottes, auch wenn er göttliche Offenbarung erhält, dennoch wie jeder Mensch Bedürfnisse hat,  Nahrung braucht und Kleidung,  und dass er wie andere heiratet, krank wird und altert.

So rückte schließlich auch für ihn die Zeit heran, wo er zu Gott zurückkehren sollte. Auf seiner letzten Hadschreise sagte der Prophet, als er das Rami Dschamarat - die symbolische Vertreibung Satans- durchführte: "Lernt euer Ritual von mir: Vielleicht werde ich nach diesem Jahr nicht wieder zum Hadsch kommen und ihr werdet mich niemals mehr an diesem Ort sehen."

 

Der Prophet (S) war krank geworden. Trotz seines schlechten Zustandes ging er in die Moschee und nach Verrichtung des Morgengebetes sagte er zu den Gläubigen: „O Leute! Das Feuer der Intrigen ist aufgeflackert und diese Intrigen haben wie Fetzen von dunklen nächtlichen Wellen ihren Angriff begonnen.  Ich werde am Tag der Auferstehung an eurer Spitze sein und ihr werdet am (Paradies-)Brunnen Kauthar bei mir eintreffen. Wisset, dass ich euch über die Thaqalain (die zwei Gewichtigen – Koran und meine Familie) befragen werde. So seht, wie ihr nach mir mit  diesen beiden umgeht. Denn Gott der Allwissende hat mich wissen lassen, dass diese beiden sich nicht trennen werden, bis sie bei mir eintreffen. Seid euch bewusst, dass ich diese beiden unter euch hinterlasse. Eilt ihnen nicht voraus, denn dann werdet ihr auseinander treiben und verstreut werden und vernachlässigt sie nicht, denn dann werdet ihr vernichtet.“

Dann kehrte der Prophet (S) unter Mühen in sein Haus zurück.

 Die Gläubigen begleiteten ihn mit Tränen erfüllten Augen auf seinem Heimweg.

                                      

Der Prophet war schwer krank. Dennoch dachte er weiter an die anderen. Er bat: „Lasst meinen Bruder und Freund kommen.“  Seine Gemahlin Umm- e Salama sagte: „Ruft Ali, er soll kommen, denn der Prophet kann nur ihn meinen.“  Als Ali eintrat, winkte der Prophet ihn zu sich. Er nahm ihn in die Arme und sprach lange vertraulich zu ihm, bis er schließlich das Bewusstsein verlor. Da brachen die Enkel des Propheten (S) Hasan und Husain (F) in Tränen aus, kamen herbei und schmiegten sich an den Propheten. Ali wollte sie vom Propheten trennen (S) doch da kam der Prophet (S) wieder zu sich und sagte: „ Lieber Ali! Lass die beiden, damit ich ihren Duft einatme und sie meinen Duft.  Damit diese beide von mir einen Nutzen mitnehmen und ich von ihnen beiden.“    

                                  

Moschee des Propheten (Medina)

 

Der Prophet Gottes (Gottes Segen sei auf ihm und Friede seinem Hause) war zu Gott zurückgeeilt. Als er starb, lag er mit seinem Haupt gestützt auf den Schoß von Ali Ibn Abi Talib – Friede sei mit ihm. Und Ali (F) war es, der den anderen den Tod des Propheten (S) mitteilte. Das Verscheiden des Propheten war ein tragisches Ereignis für den Islamischen  Staat  und das Islamische Glaubensvolk. Imam Ali war es als ob auch die Hauswände wehklagen. Er sagte: „Meine Eltern seien dir geopfert, o Prophet Gottes. Mit deinem Tod ist ein Tau zerrissen, das bei dem  Tod keines anderen abgerissen ist und dieses Tau war die Prophetschaft und die Herabsendung der himmlischen Botschaft und Mitteilung... Dies ist ein Unglück für alle. Alle trauern um dich. Wenn du nicht Geduld geboten hättest, würde ich so  viel weinen, bis mir die Tränen ausgehen, und dieser tödliche Schmerz würde immer in mir bleiben und meine Trauer würde ewig währen. Das alles ist noch viel zu wenig für den Kummer um dich.“

Der Edle Prophet des Islams konnte in einer kurzen Zeit nicht nur Brüderlichkeit und Liebe unter den Menschen hervorrufen, sondern auch einen gerechten Staat und eine gesetzliche Ordnung aufstellen, die für alle und ganz besonders für das einfache Volk vorteilhaft war. Ali (F) hat hierzu gesagt:

 

„Seht nun  die  großen göttlichen Segensgaben, die mit der Aussendung des Propheten des Islams (S) auf sie herabkamen, und wie sie durch  Befolgung der Religion miteinander verbunden und wie sie durch seinen Aufruf vereinigt wurden.  (Seht)wie die göttlichen Segensgaben ihre Fittische der Großzügigkeit über ihnen ausbreiteten und  Flüsse des Friedens und des Wohls für sie fließen ließen und aller Segen der Lehre der Wahrheit sie umarmte.  Sie versanken in den Segensgaben  und in der Freude eines frohgemuten Lebens  wurden ihre sozialen Anliegen dank der Regierung des Islams fest geregelt, dank anhaltender Stärke fanden sie zur Ruhe  und erreichten eine beständige Regierung. Dann wurden sie die Herrscher auf der Welt und die Sultane auf der Erde und die Befehlshaber über jene, die vorher Herrscher waren....“

 

Die  Schritte, die Hadhrat-e Mohammad (S)  in den 23 Jahren nach Berufung zum Propheten   unternommen hat, zählen zu den wichtigsten Erfolgen in der Menschheitsgeschichte. Er begründete eine neue Gesellschaft, vereinigte das Arabische Land  im Rahmen einer politischen und gesellschaftlichen Struktur, die auf dem Koran beruhte und gründete ein Königreich des Glaubens in den Herzen seiner Anhänger. Seine Anhänger trugen seine Botschaft in die entferntesten Winkel der Erde. Man kann ohne weiteres von einem großen Einfluss Prophet Mohammads (S) auf die Geschichte sprechen.  

Die Zivilisation, welche der Prophet begründete, zeichnete sich durch die  Toleranz und Milde aus, die er anstelle des damals herrschenden religiösen und ethnischen Fanatismus auf der Welt zur Sprache brachte. Der Prophet stellte den Weg der Mitte und des ausgewogenen Handelns vor und leitete das Wachstum in Wissenschaft und Technik ein.

Die Maßnahmen, die der Prophet zur Gründung einer zivilisierten Gesellschaft mit einer Zentralregierung und politischen, juristischen und rechtlichen Einrichtungen zusammen mit klaren nützlichen Gesetzen ergriff, führten zur Änderungen der Strukturen in der vorherigen ignoranten Gesellschaft. Er schuf damit  das Fundament für eine wahre, kreative und allumfassende Zivilisation und zwar  auf eine Weise, dass die islamischen und menschlichen Gemeinschaften auch heute noch Nutzen aus deren materiellen und immateriellen Errungenschaften ziehen.

Der amerikanische Historiker Will Durant schreibt in seinem Werk über die Geschichte der Zivilisation:

„Mohammad machte aus den polytheistischen und in der Wüste verstreuten Volksstämmen ein einheitliches Volk. Er hat  über die jüdische und christliche Lehre und die alte Religion Arabiens hinaus eine unkomplizierte Lehre und klare, starke Religion mit einer sich auf Stammeskühnheit stützenden  Spiritualität hervorgerufen, die im Laufe einer Generation  auf hundert militärischen Schauplätzen gesiegt und innerhalb eines Jahrhunderts ein gewaltiges weites Imperium hervorgerufen hat und in unserer Zeit eine wichtige Kraft darstellt, die die Hälfte der Welt beeinflusst.“

Der französische Astronom und Mathematiker Pierre-Simon Laplace sagt: "Ich glaube zwar nicht an die Himmelsreligionen, aber die Religion  von Mohammad (S) und seine Lehren sind zwei Gesellschaftsmodelle für das menschliche Leben. Ich gestehe daher ein, dass das Erscheinen seiner Religion und seiner weisen Gebote bedeutend und wertvoll ist, und wir aus eben diesem Grund nicht ohne die Akzeptanz der Lehre Hadhrat-e Mohammads auskommen."

Die Annabi-Moschee in Medina

 

Auch wenn der geehrte Prophet des Islams heute nicht unter uns weilt,  so bleibt seine Botschaft vom Ein-Gott-Glauben bestehen und bringt Licht in die Welt.  Die Botschaft von der Einheit Gottes ist die vorrangige Botschaft aller Propheten Gottes gewesen. Sie bedeutet, dass man sich ausschließlich auf die Macht und Größe Gottes stützen und sich nicht unterdrücken lassen soll.

Gott hat im Vers 25 der Sure 21 (Anbiya) gesprochen:

Und Wir haben vor dir keinen Gesandten gesandt, dem Wir nicht (die Weisung) eingegeben hätten: „Es gibt keinen Gott außer Mir, so dient Mir!“

 

Als der Prophet des Islams noch eine Gesellschaft vor sich hatte, die in Ignoranz , Aggressivität und Gewalt abgesackt war, fragte Ali  (F) ihn:  „Wie werdet Ihr vorgehen, um die Menschen in der unwissenden Gesellschaft zu ändern.“ Der Prophet antwortete: „Güte und Liebe sind die Grundlage für mein Vorgehen.“

Auch heute braucht unsere Welt Moral und Liebe zur Bildung einer Gesellschaft,  in der es keine Gewalt und keinen Fanatismus gibt. Dies wird bei Nutzung der Lehren des Propheten des Islams möglich werden. Prophet Mohammad (S) war erfüllt mit Barmherzigkeit und Liebe, war nachsichtig und geduldig und großzügig. Er hat mit seiner gütigen Art die Herzen  von Millionen von Menschen gewonnen.   

Abschließend kondolieren wir erneut zum Verscheiden des Letzten Gesandten Gottes, Prophet Mohammad (F) und zum Martyrium seines geschätzten Enkelsohnes Imam Hasan (F).

 

 

 

 

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Nov 07, 2018 05:46 Europe/Berlin
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