Jun 24, 2022 09:55 Europe/Berlin
  • Deutschland: Gaskrise hat begonnen

Berlin (ParsToday) - Angesichts rückläufiger russischer Gasexporte nach Deutschland hat die Bundesregierung am Donnerstag die Phase der „Warnstufe“ aktiviert. Die Aktivierung der „Alarmstufe“ in Deutschland ist die zweite Stufe eines Drei-Stufen-Plans zur Bewältigung von Notfällen.

Putin habe die Gasmenge, die durch Nordstream 1 fließt, auf 40 Prozent gedrückt. Deutschland rufe deshalb die Alarmstufe aus, sagte der Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck.

Der Bundeswirtschaftsminister könnte angesichts gedrosselter Gaslieferungen aus Russland in zweieinhalb Wochen die nächste Etappe im Notfallplan Gas ausrufen,

Zurzeit sei die Versorgungssicherheit aber gewährleistet. Gasverbraucher müssen zumindest im Moment nicht fürchten, dass ihre Versorger die Lieferverträge kündigen und höhere Preise verlangen.

Dass Gazprom seine Lieferungen durch Nord Stream 1 nun auf etwa 40 Prozent senkt, ist aus Sicht des Präsidenten der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, ein Warnsignal. "Russland schürt damit leider Verunsicherung und treibt die Gaspreise hoch", sagte er.

Die dritte Phase des Plans wird als "Notfallstufe" bezeichnet, die es Berlin ermöglicht, mit der Zuteilung von Gaskontingenten zur besseren Verteilung auf Haushalte, Büros, Industrie sowie Schulen und Krankenhäuser zu beginnen.

„Wir befinden uns jetzt in einer ‚wirtschaftlichen Konfrontation‘ mit Russland, weil Gas und Energie jetzt als Waffen gegen Deutschland eingesetzt werden“, sagte Bundeswirtschaftsminister.

„Das Ziel ist es, das zu zerstören, was unser Land und die EU insgesamt in den letzten Monaten ausgezeichnet hat“, sagte Habeck. „Es bedeutet ein großartiges Bündnis, eine große Solidarität mit der Ukraine und einen großen Wunsch, einen hohen Preis für die Verteidigung der Freiheit zu zahlen.“

Russische Gaslieferungen nach Deutschland über die Gaspipeline Nord Stream 1 sind seit vergangener Woche um 60 Prozent zurückgegangen.

Hingegen  hatte das russische Unternehmen Gazprom Anfang des Monats angekündigt, dass es keine andere Wahl habe, als die Erdgasversorgung durch die Nordstream-Pipeline zu reduzieren, weil einige der zur Reparatur an Siemens gelieferten Gasförderanlagen nicht rechtzeitig zurückgesendet worden seien.

Auch der deutsche Konzern Siemens kündigte an, reparierte Teile aus Kanada nicht zurücksenden zu können, da das Land Sanktionen gegen Russland verhängt habe. Siemens repariert diese Teile nur in seinem Werk in Kanada.