Jun 09, 2019 10:55 Europe/Berlin
  • Zarif: Europa ist nicht in der Position, Iran zu kritisieren

Teheran (ParsToday) - Die Europäer sind laut dem iranischen Außenminister nicht in der Position, Iran zu kritisieren, auch nicht in Themen, die nicht mit dem Atomabkommen verbunden sind.

Die Normalisierung der Wirtschaftsbeziehungen zu Iran sei die Aufgabe der Europäer und der im Atomabkommen verbliebenen Mitgliedsstaaten, sagte Mohammad Dschawad Zarif am Sonntag während des Besuchs der Schule "Allameh Helli" in Teheran.

Außenminister Zarif wies auf die 60-tägige Frist für die Europäer hin, ihren Verpflichtungen aus dem Atomabkommen gerecht zu werden und warnte: Sollten die Europäer bis zum Ende dieser Frist ihre Verpflichtungen nicht umsetzen, werde Iran weitere Maßnahmen ergreifen.

Iran hatte am 08. Mai 2019, ein Jahr nach dem einseitigen Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen, die Umsetzung einiger seiner Verpflichtungen aus dem Atomabkommen ausgesetzt und den übrigen Vertragspartnern im Atomabkommen eine Frist von 60 Tagen gegeben, ihren Verpflichtungen aus dem Atom-Deal, insbesondere aus dem Öl-, und Banksektor, nachzukommen.

Der iranische Außenminister kritisierte zudem die Einmischung der westlichen Länder in Angelegenheiten Westasiens und erklärte: "Die Politik der westlichen Länder in Wetsasien hat nichts als Schaden hinterlassen."

Er kündigte außerdem die bevorstehende Reise der ausländischen Regierungsverantwortlichen nach Teheran an. Er bezeichnete die Reise des japanischen Ministerpräsidenten und des deutschen Außenministers nach Teheran sowie den Besuch des iranischen Präsidenten in Bischkek und Dushanbe, den Hauptstäadten von Kirgisistan und Tadschikistan, als eine Gelegenheit für Teheran, seine Politik auszuführen und eine Lösung gegen die US-Politik zu finden, von dessen negativen Folgen die ganze Welt betroffen ist.

Der japanische Ministerpräsident Shinzō Abe wird am 12. Juni zu Gesprächen mit den iranischen Regierungsverantwortlichen nach Teheran reisen. Der deutsche Außenminister Heiko Maas wird ebenfalls am Montag mit Zarif in Teheran zusammentreffen.

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