Dez 20, 2019 09:09 Europe/Berlin
  • Medikamente in iranischen Süßwaren zur Sabotage der iranischen Lebensmittelindustrie

Teheran (ParsToday/PressTV) - Iran hat die absichtliche Einfügung von Medikamenten in verschiedene iranische Süßwaren als einen "Akt der Sabotage" bezeichnet, und erklärte, die iranische Lebensmittelindustrie sei Ziel dieses terroristischen Aktes.

Der Sprecher der iranischen Nahrungsmittel- und Medikamentenorganisation, Kianoush Jahanpour, gab dies am Samstag bekannt, nachdem in den Produkten von bis zu 12 iranischen Süßwarenmarken hinzugefügte Medikamente gefunden worden waren. "Es ist das Ansehen der gesamten iranischen Lebensmittel- und Süßwarenindustrie, die als eine der herausragenden Branchen des Landes zum Ziel genommen wurde", sagte er.

Jahanpour fügte hinzu, Farbe und Konsistenz der Medikamente hätten sich nicht verändert, was darauf hinweise, dass diese nach der Herstellung der Süßwaren und während der Verpackungsphase eingefügt wurden.

Seinen Angaben zufolge wurden in keinem der Produkte Betäubungsmittel oder Aluminiumphosphid-Medikamente gefunden. "Die meisten untersuchten Medikamente waren Haushaltsmedikamente wie Paracetamol, Brufen, Cetirizine, Hydroxyzine, Metoclopramide und sogar leere Blisterpackungen." 

Medikamente in iranischen Süßwahren - ein Akt der Sabotage

Vor mehr als einem Monat erschienen die erste Berichte in den Medien über Medikamente in Süßwaren wie Kuchen, Keksen oder Waffeln. Diese Medikamente haben bisher zur Vergiftung einer begrenzten Anzahl von Menschen geführt. Es wurden keine Todesfälle gemeldet.

Bislang wurde bestätigt, dass sabotierte Produkte in den südostiranischen Provinzen Kerman, Hormozgan, Sistan und Belutschistan nahe der pakistanischen Grenze sowie in der westiranischen Provinz Ilam, die an den Irak grenzt, gefunden wurden.

Mohammad Hossein Azizi, der Verantwortliche des Gesundheitsministeriums für die Überwachung von Lebensmitteln, gab an, dass in den nordiranischen Provinzen keine Süßwaren mit eingefügten Medikamente entdeckt worden seien. Alle bestätigten Fälle hätten sich im Süden ereignet. Die Gesamtzahl der in den Süßwaren enthaltenen Arzneimittel war "sehr niedrig", sagte Azizi, ohne die Zahlen weiter zu erläutern. Inspektionen zufolge seien keine Fälle von fabrikversiegelten Süßwaren gemeldet worden und alle gemeldeten Fälle seien in zuvor geöffneten Verpackungen gefunden worden.

Er fügte hinzu, dass dieser Sabotageakt von Leuten "innerhalb oder außerhalb des Landes" begangen worden sein könnte. Beobachtungen zeigten, dass dies ein gezielter Versuch war, die öffentliche Meinung in Iran zu manipulieren. Polizei und Sicherheitskräfte würden nun die Angelegenheit weiterverfolgen.  

Das mysteriöse Auftauchen von Medikamenten in verschiedenen iranischen Süßwarenprodukten ist darauf zurückzuführen, dass die iranische Lebensmittelindustrie als eine der boomenden Industrien des Landes gilt, und trotz der von den USA verhängten Sanktionen in eine Vielzahl von Ländern iranische Spezialitäten exportiert werden. Berichten zufolge machen die Süßwarenexporte die Hälfte der Exporte der iranischen Lebensmittelindustrie aus.

Die iranische Regierung war bisher auch relativ erfolgreich dabei, die Lebensmittelindustrie vor Sanktionen zu schützen und sicherzustellen, dass die Preise für lebenswichtige Lebensmittel niedrig und diese für die Öffentlichkeit zugänglich bleiben.

Diese Vorkommnisse ereignen sich, während Washington im Rahmen seiner Strategie des „maximalem Drucks“ mit seinen regionalen Verbündeten versucht Iran mit verschiedensten Mitteln in die Knie zu zwingen. Dieser Kurs Washingtons begann mit der Verhängung von Sanktionen gegen Iran, nachdem US-Präsident Donald Trump im Mai 2018 einseitig aus dem internationalen Atomabkommen -JCPOA- von 2015 ausgestiegen ist.

Anfang dieses Jahres hatte US-Außenminister Mike Pompeo gesagt, Teheran müsse auf Washington hören, "wenn es wolle, dass sein Volk esse".

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