Jul 08, 2020 13:28 Europe/Berlin
  • Iran: Vorfall in Natanz hat keine Auswirkungen auf friedliches Atomprogramm

Teheran (Press TV) - Die iranische Regierung hat mitgeteilt, dass der Vorfall in der Atomanlage Natanz das friedliche Atomprogramm Irans nicht beeinträchtigen werde.

"Glücklicherweise gab es keine Opfer, keine radioaktive Strahlung und keine Auswirkungen auf unsere Aktivitäten des friedlichen Nuklearprogramms des Landes", sagte der Sprecher der iranischen Regierung Ali Rabiei am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Teheran.

"Wenn wir zu dem Schluss kommen, dass dieser Vorfall durch ausländische Störungen erfolgte, werden wir angemessen reagieren", fügte er hinzu.

Iran: Vorfall in Atomanlage Natanz

Behruz Kamalvandi, der Sprecher der iranischen Atomenergieorganisation erklärte am Dienstag, dass eines der Gebäude im offenen Bereich des Natanz-Komplexes bei dem Vorfall beschädigt worden sei. Dort habe sich kein radioaktives Material befunden, und auch die Hauptanlage zur Urananreicherung sei nicht beschädigt worden.

Er sagte weiter, der Vorfall habe keine Verluste verursacht und die Aktivitäten im Komplex nicht beeinträchtigt.

Sicherheitsrat unterstützt anti-iranische US-Maßnahme nicht

Auf der gestrigen Pressekonferenz kritisierte Rabiei auch die Versuche der USA, das Waffenembargo gegen Iran zu verlängern, und sagte, jede Erneuerung der Beschränkungen sei ein "offensichtlicher und unverzeihlicher" Verstoß gegen die Resolution 2231 des UN-Sicherheitsrates.

Rabiei warnte Washington zudem vor iranischen Gegenmaßnahmen und fügte hinzu, dass die Länder nicht selektiv handeln könnten, wenn es um die Resolution oder das von ihnen befürwortete iranische Atomabkommen von 2015 gehe.

Gemäß der Resolution 2231 wird das Waffenembargo gegen Iran im Oktober 2020 aufgehoben. Die USA sagen jedoch, dass sie eine Reihe von Optionen nutzen werden, um dies zu verhindern, und eine Bestimmung des Sicherheitsrates verwenden wollen, um den Ablauf des Verbots zu blockieren.

Während die USA nicht länger Vertragspartei des internationalen Atomabkommens mit Iran -JCPOA- sind, haben sie kürzlich eine Kampagne zur Erneuerung des seit 2006/2007 geltenden Waffenembargos gegen Iran durch eine Resolution des Sicherheitsrates gestartet, gegen die Russland und China jedoch höchstwahrscheinlich ein Veto einlegen.  

Russland und China - beide Veto-Mitglieder des Sicherheitsrates - haben bereits ihre Ablehnung gegen den US-Plan erklärt. 

Die UN-Sicherheitsratssitzung zur Überprüfung des periodischen Berichts des Generalsekretärs dieser Organisation über die Umsetzung der "Resolution 2231" im Zusammenhang mit dem iranischen Atomabkommen, fand letzte Woche in New York statt. Die Mitglieder des UN-Sicherheitsrates unterstützten dabei nicht die anti-iranische US-Maßnahme.

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