Oct 01, 2020 12:15 Europe/Berlin
  • Rohani fordert Zurückhaltung im Streit um Berg-Karabach

Teheran (ParsToday/PressTV) - Der iranische Präsident Hassan Rohani hat Armenien und Aserbaidschan aufgefordert, Zurückhaltung im Streit um Berg-Karabach zu zeigen und jegliche ausländische Einmischung abzulehnen.

Bei einem Telefongespräch mit dem armenischen Ministerpräsidenten Nikol Pashinyan am Mittwoch äußerte Rohani seine Besorgnis über die anhaltenden Kämpfe um das umstrittene Gebiet Berg-Karabach und unterstrich die Notwendigkeit der Herstellung von Frieden, Stabilität und Sicherheit in der Region.

"Unsere Region kann keine weitere Instabilität und keinen neuen Krieg ertragen", sagte Präsident Rohani.

Der iranische Präsident erklärte, eine Lösung für den langjährigen Streit zwischen Armenien und Aserbaidschan um Berg-Karabach müsse im Rahmen der internationalen Vorschriften und der territorialen Integrität liegen.

"Die Beendigung der Zusammenstöße ist uns wichtig, und wir erwarten, dass Armenien und Aserbaidschan diesen Weg wählen, während sie taktvoll handeln und Zurückhaltung üben", sagte er weiter.

Berg-Karabach Konflikt: 3 Raketen treffen iranisches Grenzgebiet

Rohani betonte, dass Krieg keine Lösung für Konflikte und Probleme sei und warnte auch vor jeglicher Einmischung von außen, die "nur Zusammenstöße und Spannungen in die länge ziehen und das Leid weiter erschweren" könnten.

Er begrüßte die langjährigen Beziehungen Irans zu den beiden kaukasischen Republiken, die auf gemeinsamer Geschichte und Kultur beruhten, und sprach Teherans Bereitschaft aus, zwischen den beiden Seiten in einem von Armenien und Aserbaidschan als konstruktiv erachteten Volumen zu vermitteln, um zur Beilegung des Streits beizutragen.

"Wir wünschen uns eine sofortige Einstellung der Zusammenstöße, und wir sollten alle versuchen, regionale Probleme durch Diplomatie und internationale Vorschriften zu lösen", bemerkte er.

Der armenische Ministerpräsident erklärte bei diesem Telefonat, dass Konflikte oder Spannungen allen Ländern in der Region schaden und dass sein Land jede tragfähige Initiative zum Stopp der Gewalt befürworte.

Er lehnte auch ausländische Einmischung in die jüngsten Kämpfe zwischen seinem Land und Aserbaidschan ab.

Die armenische Regierung kündigte auf Twitter das Telefongespräch zwisch Rohani und Pashinyan an.

PM @NikolPashinyan had a phone conversation with President of Iran @HassanRouhani. The Iranian president expressed concern over the ongoing tensions and hostilities between #Armenia and #Azerbaijan.PM drew attention to the fact of Turkey's direct involvement in hostilities. pic.twitter.com/dKDicZMMws

— Government of Armenia (@armgov) September 30, 2020

Streit um Berg-Karabach: Iran dementiert Waffentransfer an Armenien

Die Kämpfe zwischen Aserbaidschan und Armenien fanden am Mittwoch an einem vierten Tag in der umstrittenen Region Berg-Karabach statt, einem Gebiet, das international als Teil Aserbaidschans anerkannt ist, aber eine armenische Bevölkerung hat.

Die beiden Länder sind seit den 1990er Jahren in einen Territorialstreit verwickelt, als Berg-Karabach nach einem Krieg, bei dem 30.000 Menschen ums Leben kamen, seine Unabhängigkeit erklärte.

Die neuen Kämpfe sind der größte Ausbruch des Konflikts seit einem Waffenstillstand im Jahr 1994, der den Konflikt nicht endgültig beenden konnte.

Kommentar