Oct 28, 2020 22:01 Europe/Berlin
  • Revolutionsoberhaupt über Macrons Obszönität: Sind Redefreiheit und Beleidigung gleich?

Teheran (ParsToday/PressTV) - Das Oberhaupt der Islamischen Revolution, Ayatollah Seyyed Ali Khamenei, forderte die französischen Jugendlichen nachdrücklich auf, den sogenannten Grund für die Unterstützung des französischen Präsidenten Emanuel Macron für die Beleidigung des Propheten des Islam (s.a.), das im Namen der „Redefreiheit“ erfolgt, in Frage zu stellen.

In einer Erklärung am Mittwoch sprach das Revolutionsoberhaupt die junge Generation Frankreichs an und sagte: „Fragen Sie Ihren Präsidenten, warum er die Beleidigung des Gesandten Gottes im Namen der Meinungsfreiheit unterstützt.“

"Bedeutet freie Meinungsäußerung Beleidigung? Besonders die Beleidigung einer heiligen Persönlichkeit?", fragte Ayatollah Khamenei.

In His Name
Young French people!
Ask your President why he supports insulting God’s Messenger in the name of freedom of expression. Does freedom of expression mean insulting, especially a sacred personage? Isn’t this stupid act an insult to the reason of the ppl who elected him?

— Khamenei.ir (@khamenei_ir) October 28, 2020

Am vergangenen Mittwoch unterstützte Macron die Veröffentlichung von Karikaturen durch einen französischen Lehrer in seinem Unterricht, die den Propheten Mohammed (s.a.) beleidigten. "Frankreich wird niemals auf Karikaturen verzichten", erklärte Macron und verteidigte den Lehrer im Namen der "Förderung der Freiheit".

Der Lehrer Samuel Paty wurde von einem 18-jährigen tschetschenischen Angreifer ermordet. Macron kommentierte den Angriff und beschrieb den Islam als eine Religion, die weltweit „in der Krise“ ist. Damit wies er darauf hin, dass der Angreifer eher durch den Glauben motiviert war, den Lehrer zu töten als durch Radikalismus.

Macron bestand am Sonntag erneut auf seine Position, indem er twitterte: "Wir werden niemals nachgeben." Das iranische Revolutionsoberhaupt nannte die Anmaßung des französischen Staatsmannes eine „dumme Tat“, die den Grund, weshalb ihn die Menschen zum Präsidenten gewählt hätten, verletzen würde.

Ayatollah Khamenei fragte unterdessen, warum aus Frankreichs Sicht die Infragestellung des Holocaust „ein Verbrechen“ sei, das eine Inhaftierung rechtfertige, während die Beleidigung des Propheten Mohammad (s.a.) geduldet werden könne.

The next question to ask is: why is it a crime to raise doubts about the Holocaust? Why should anyone who writes about such doubts be imprisoned while insulting the Prophet (pbuh) is allowed?

— Khamenei.ir (@khamenei_ir) October 28, 2020

Die Äußerungen des französischen Staatsoberhauptes haben zu zahlreichen Gegenreaktionen seitens der Muslime auf der ganzen Welt geführt. Viele muslimische Staaten und Völker haben verurteilende Erklärungen gegen Macron abgegeben oder Demonstrationen veranstaltet.

Macron besteht auf Beleidigung und öffnet Schleusen für muslimische Gegenreaktionen

Muslimische Unternehmen und Verbände haben aus Protest den Boykott französischer Waren gefordert.

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