Jan 18, 2021 12:13 Europe/Berlin
  • Iran wirft europäischen JCPOA-Partnerstaaten Versagen bei Erhaltung des Atomabkommens vor

Teheran (ParsToday) - Der iranische Außenminister Mohammad Javad Zarif hat den Spitzenpolitikern der drei europäischen Partnerstaaten des Atomabkommens vorgeworfen, nichts zur Aufrechterhaltung dieses internationalen Vertrags unternommen zu haben.

"Die führenden Politiker der E3-Länder (Deutschland, Frankreich und Großbritannien), die zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen aus dem JCPOA auf die Unterschriften von OFAC, der Kontrollbehörde des Finanzministeriums der Vereinigten Staaten, angewiesen sind, haben nichts unternommen, um das Atomabkommen aufrechtzuerhalten", schrieb Zarif am Sonntag auf Twitter.

Damit reagierte er auf die jüngste Erklärung dieser drei europäischen Länder sowie das Interview des französischen Außenministers Jean-Yves Le Drian mit the Journal du Dimanche vom Samstag.

Zarif betonte, dass JCPOA wegen Iran und nicht wegen E3 noch am Leben sei. "Erinnern Sie sich an die totgeborene Initiative von Emmanuel Macron oder an die Nichtzahlung gerichtlich angeordneter Schulden durch Großbritannien?" fügte er hinzu.

Gerichtet an Le Drian schrieb Zarif: "Sehr geehrter Kollege, Sie haben Ihre Kabinettskarriere mit Waffenverkäufen an saudische Kriegsverbrecher begonnen. Vermeiden Sie absurden Unsinn über Iran."

Der iranische Außenminister schrieb weiter: "Reality Check: SIE destabilisieren UNSERE Region. Hören Sie auf, Kriminelle zu schützen, die ihre Kritiker mit Knochensäge zerstückeln und IHRE Waffen einsetzen, um Kinder im Jemen zu schlachten."

Atomstreit: Iran weist Forderungen von Frankreichs Außenminister als "überzogen" zurück

In seinem Interview hatte der französische Außenminister die Wiederbelebung des JCPOA als nicht ausreichend bezeichnet und Verhandlungen über das Raketenprogramm Irans und seine Aktivitäten in der Region gefordert. 

Unter dem Hinweis auf die jüngsten nuklearen Schritte Irans sagte er, Iran stärke seine nuklearen Fähigkeiten.

Atomstreit: Iran reagiert auf Erklärung von EU-Trio

Deutschland, Großbritannien und Frankreich veröffentlichten am Samstagabend eine Erklärung, in der sie ihre Besorgnis darüber zum Ausdruck brachten, dass Iran die Herstellung von Metalluran als Brennstoff im Teheraner Forschungsreaktor plane. Sie forderten Teheran auf, zu seinen Verpflichtungen aus dem Atomabkommen zurückzukehren.

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