Jul 19, 2021 12:34 Europe/Berlin
  • Hadsch-Botschaft des Revolutionsoberhaupts: Widerstand, Schlüssel zur Beendigung der US-Intervention in islamischen Ländern

Das Oberhaupt der Islamischen Revolution Ayatollah Seyyed Ali Khamenei sagt, dass ein Dschihad-ähnlicher Kampf und anhaltender Widerstand Amerika und andere internationale Aggressoren davon abhalten können, sich in die Angelegenheiten der islamischen Länder einzumischen.

Ayatollah Khamenei machte diese Äußerungen in einer Botschaft, die am 17. Juli 2021 anlässlich des Beginns der Hadsch-Rituale veröffentlicht wurde.

Das Folgende ist der vollständige Text der Botschaft des Oberhaupts:

Im Namen Gottes, des Gütigen und Barmherzigen

Gepriesen sei Gott, Herr der Welten, und Friede und Grüße Muhammad, seinem reinen Hause, seinen auserwählten Gefährten und denen, die ihnen bis zum Tag des Gerichts folgen

Liebe muslimische Brüder und Schwestern auf der ganzen Welt,

auch in diesem Jahr konnte die islamische Nation den großen Segen des Hadsch nicht nutzen. So wurden eifrige Herzen voller Traurigkeit und Kummer des Banketts im ehrenvollen Haus beraubt, das Gott, der Weise und Barmherzige, für die Menschen errichtete.

Dies ist das zweite Jahr, in dem sich die mit dem Hadsch verbundene Zeit des Frohmuts und der spirituellen Erhöhung in eine Zeit der Trennung und des Ersehnens verwandelt hat. Das Unheil der Pandemie und vielleicht das der Politik, die über die Heilige Kaba herrscht, haben die Augen der eifrigen Gläubigen davon abgehalten, das Symbol der Einheit, Größe und Spiritualität der islamischen Nation zu sehen. So ist dieser herrliche, ehrenvolle Gipfel mit Wolken und Staub bedeckt.

Dies ist ein weiterer Test, dem wie die anderen vorübergehenden Prüfungen in der Geschichte der islamischen Nation, eine glänzende Zukunft folgen kann. Wichtig ist, dass der Hadsch in seiner wahren Gestalt, in den Herzen und Seelen der Muslime lebendig bleibt, damit seine erhabene Botschaft jetzt, da seine physische Form vorübergehend unzugänglich ist, nicht gemindert wird.

Hadsch ist ein Akt der Anbetung, der mit Mysterien und Geheimnissen gefüllt ist. Die ansehnliche Formation und Kombination von Bewegung und Stillstand darin baut die Identität der einzelnen Muslime und der muslimischen Gemeinschaft auf und zeigt den Menschen der Welt ihre Schönheiten.

Einerseits hilft es den Herzen der Diener Gottes, geistlich aufzusteigen, indem sie sich an Gott erinnern, Bittgebete rezitieren und demütig sind. Und das bringt sie Gott näher. Auf der anderen Seite schafft es eine Verbindung zwischen den muslimischen Brüdern, die sich aus allen Ecken der Welt versammeln, und diese Verbindung manifestiert sich durch ihre ähnlichen Kleider und harmonischen Bewegungen.

Es zeigt der Welt zudem das wichtigste Symbol der islamischen Nation mit all ihren bedeutungsvollen, transzendenten Ritualen und zeigt allen Bösgesinnten die Entschlossenheit und Größe der islamischen Nation. 

In diesem Jahr ist es nicht möglich das Hadsch-Ritual im Großen Haus Gottes abzuhalten, aber es ist möglich, auf den Gott des Hauses zu achten, Ihm zu gedenken, Demut zu üben und um Seine Vergebung zu bitten. In Arafat präsent zu sein, ist uns nicht möglich, aber wir können am Tag von Arafat beten und Bittgebete, die unsere Kenntnis steigern sprechen. Es ist nicht möglich, Satan in Mina zu steinigen, aber die Zurückweisung der machtgierigen Teufel ist überall möglich. Das einheitliche Zusammenkommen von Individuen um die Kaba ist nicht erreichbar, aber die solidarische Zusammenkunft von Herzen um die erleuchtenden Verse des Heiligen Korans und das Festhalten an dem Seil, das Gott ausstreckt [Quran, 3:103] ist eine ewige Pflicht.

Wir, die wir Anhänger des Islam, die heute über eine große Bevölkerung, riesige Ländereien, unzählige natürliche Ressourcen und bewusste und wache Nationen verfügen, müssen mit dem, was uns zur Verfügung steht und mit unseren Ressourcen die Zukunft gestalten. In den letzten 150 Jahren haben muslimische Nationen keine Rolle bei der Entscheidung über das Schicksal ihrer Länder und ihrer Regierungen gespielt. Abgesehen von wenigen Ausnahmen wurden sie alle von westlichen Regierungen geführt und regiert, während sie ihrer Gier, Einmischung und Böswilligkeit unterworfen waren. Wissenschaftliche Rückständigkeit und politische Abhängigkeit in vielen Ländern sind das Produkt dieser Passivität und Inkompetenz.

Heute müssen unsere Nationen, unsere Jugend, unsere Wissenschaftler, unsere Religionsgelehrten, unsere Intellektuellen, unsere Politiker, unsere politischen Parteien und unser Volk diese unehrenhafte, beschämende Vergangenheit wiedergutmachen. Sie müssen standhaft bleiben und sich der Aggression, Einmischung und Bosheit der westlichen Mächte stellen.

Das, was die Islamische Republik Iran sagt, was die Welt der Arroganz besorgt und wütend macht, ist die Einladung zu dieser Art von Widerstand: Widerstand gegenüber der Einmischung und der Feindseligkeiten Amerikas und anderer aggressorischer Mächte, und dass [die Muslime] das Schicksal der islamischen Welt in die eigenen Hände nehmen, und sich dabei auf die islamischen Lehren verlassen.

Natürlich sind die USA und ihre Kohorten allergisch gegen das Wort „Widerstand“ und haben beschlossen, der „Islamischen Widerstandsfront“ auf jegliche feindselige Art entgegenzutreten. Die Zusammenarbeit einiger Regierungen der Region mit ihnen ist eine bittere Realität, die diese bösartigen Handlungen weiter verstärkt.

Der rechte Weg, den uns die Hadsch-Rituale - Sa’i, Tawaf, Arafa, Dschamarat – ihre Zeremonien, sowie die Glorie und Einheit des Hadsch zeigen, besteht darin, sich auf Gott zu verlassen, auf die niemals nachlassende Kraft Gottes zu achten, ein nationales Selbstvertrauen zu haben, an Anstrengungen und Bemühungen zu glauben, eine feste Entschlossenheit zu zeigen, vorwärts zu schreiten, und große Hoffnung auf den Sieg zu setzen.

Die Realitäten in der islamischen Region stärken diese Hoffnung und bauen diese Entschlossenheit auf. Auf der einen Seite haben wir wegen der bitteren Ereignisse in der Welt des Islam, der wissenschaftlichen Rückständigkeit, politischen Abhängigkeit sowie wirtschaftlichen und sozialen Probleme eine große Pflicht und müssen uns unermüdlich Bemühen.

Das usurpierte Palästina ruft um unsere Hilfe. Wegen dem unschuldigen und blutenden Jemen schmerzen die Herzen. Die Notlage Afghanistans besorgt uns alle. Die bitteren Ereignisse im Irak, in Syrien, im Libanon und in einigen anderen muslimischen Ländern – wo die intervenierende, böswillige Hand der USA und ihrer Kohorten sichtbar ist – regen das Ehrgefühl und die Entschlossenheit aller jungen Menschen an.

Auf der anderen Seite lässt das Auftauchen der Widerstandskräfte in dieser sensiblen Region, das Erwachen der Nationen und die Motivation der jungen, enthusiastischen Generation die Herzen vor Hoffnung überfließen. Palästina zieht in all seinen Territorien das Schwert des Quds aus der Scheide. Quds, Gaza, das Westjordanland, die Länder von 1948 und die palästinensischen Lager erhoben sich alle und besiegten den Aggressor mutig innerhalb von nur 12 Tagen.

Der belagerte und alleinstehende Jemen hat sieben Jahre Krieg, Verbrechen und die Ermordung unschuldiger Menschen durch den bösen, hartherzigen Feind ertragen. Es hat sich trotz des Mangels an Nahrungsmitteln, Medikamenten und anderen Grundbedürfnissen nicht ergeben. Im Gegenteil, der Jemen hat den Feind mit seiner Macht und seinem Einfallsreichtum verblüfft.

Im Irak drängen die Widerstandskräfte die Okkupanten USA und ihre Marionette IS zurück. Mit ausdrucksstarker und klarer Stimme drücken sie beredt ihre feste Entscheidung aus, sich jeder Einmischung und Bosheit seitens der USA und ihrer Handlanger zu stellen.

Die amerikanischen Propagandabemühungen, den Willen, die Forderungen und Handlungen der tapferen Jugend und Kräfte des Widerstands im Irak, in Syrien, im Libanon und in anderen Ländern zu verfälschen und sie Iran oder einem anderen Bezugspunkt zuzuschreiben, sind eine Beleidigung für diese tapferen, wachsamen jungen Menschen. Und dies rührt von Amerikas tiefer Ignoranz gegenüber regionalen Nationen her.

Diese Unkenntnis führte dazu, dass die USA in Afghanistan gedemütigt wurden. Nach dieser lautstarken Invasion vor 20 Jahren und nachdem sie Waffen und Bomben gegen wehrlose Menschen und Zivilisten eingesetzt hatten, sahen sie, dass sie in einem Sumpf feststeckten und zogen schließlich ihre Streitkräfte aus diesem Land ab. Natürlich sollte die wachsame afghanische Nation in Bezug auf Amerikas Informationswerkzeuge und seine Waffen für den sanften Krieg achten und sie wachsam bekämpfen.

Die regionalen Nationen haben gezeigt, dass sie aufgeschlossen und wachsam sind und dass ihr Weg sich von dem einiger Regierungen unterscheidet, die sogar bereit sind, den US-Forderungen in der lebenswichtigen Angelegenheit der palästinensischen Sache, nachzugeben, um zu sie zufrieden zu stellen. Regierungen, die offen und verdeckt freundschaftliche Beziehungen mit dem usurpierenden zionistischen Regime aufbauen, und damit das Recht der palästinensischen Nation auf ihr historisches Land abstreiten. Dies ist ein Akt des Diebstahls palästinensischer Vermögenswerte. Sie fanden es nicht ausreichend, dass die natürlichen Ressourcen ihrer eigenen Länder geplündert werden, und nun verschenken sie die Ressourcen der palästinensischen Nation.

Brüder und Schwestern,

unsere Region und die schnellen und vielfältigen Ereignisse in ihr sind eine Galerie, die uns Lehren und Lektionen erteilt. Einerseits können wir die Lektion lernen, durch Widerstand gegen die Aggressoren an Macht zu gewinnen. Auf der anderen Seite belehrt es uns, dass wir gedemütigt werden, wenn wir uns den Aggressoren unterwerfen, Schwäche zeigen und das, was sie uns aufbürden dulden.

Die wahre, göttliche Verheißung ist Hilfe für jene, die sich auf dem Weg Gottes bemühen: „Wenn ihr Allahs (Sache) helft, so wird Er euch helfen und euren Füßen festen Halt geben“ [Heiliger Koran, 47:7]

Das erste Ergebnis dieser Mühe auf dem Weg Gottes wird so Gott will darin bestehen, dass die USA und andere internationale Aggressoren daran gehindert werden, sich in die Angelegenheiten islamischer Länder einzumischen.

Ich bitte Gott, den Erhabenen, den muslimischen Nationen zu helfen, und Grüße den Imam der Zeit (mögen unsere Seelen um seinetwillen geopfert werden) und ich bitte Gott, die Stellung des großen Imam Khomeini und unserer geehrten Märtyrer zu erhöhen.

 

Grüße an Gottes rechtschaffene Diener.

Seyyed Ali Khamenei

17. Juli 2021

26. Tir 1400

6. Dhu l-Hidschah 1442

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